Bist du in der Früh glücklich, wenn du aufstehst? Kribbelt es in deinen Füßen, weil du kaum erwarten kannst aus dem Bett zu kommen? In diesem Artikel werde ich dir einige Fakten verraten, die du unbedingt wissen solltest, wenn du dich mit der Sinnfrage auseinandersetzen willst. Was hat der Sinn des Lebens für eine Bedeutung in der Welt? Wer sucht überhaupt nach dem Sinn des Lebens? Und warum ist es wichtig, den Sinn des Lebens zu finden? Was passiert überhaupt, wenn du den Sinn des Lebens nicht findest? 

Die Frage nach dem Sinn des Lebens kann in viele verschiedene Richtungen interpretiert werden. Theologisch, esoterisch, selbstfindend – die Frage wurde in zigtausend verschiedenen Formen gestellt und aufbereitet. Niemand, wirklich niemand kommt in seinem Leben an dieser Frage vorbei. Egal an welchem Punkt in deinem Leben du dir die Frage nach deinem Sinn des Lebens stellst, eines ist klar: Du wirst dir diese Frage irgendwann stellen. Warum bin ich hier? Was ist der Sinn meiner Existenz? Was ist MEIN SINN DES LEBENS? 

Die Bedeutung von Sinn

Was ist überhaupt dieser Sinn, nach dem alle fragen? Das Wort Sinn hat in der deutschen Sprache fünf Bedeutungen.

Sinn ist die „Fähigkeit der Wahrnehmung und Empfindung (die in den Sinnesorganen ihren Sitz hat)“. Sinn bedeutet aber auch „Gefühl, Verständnis für etwas; innere Beziehung zu etwas“. Sinn können „jemandes Gedanken, Denken“ oder „Sinnesart, Denkungsart“ sein. Der Sinn ist aber auch „gedanklicher Gehalt, Bedeutung; Sinngehalt“. Und zu guter Letzt kann Sinn auch „Ziel und Zweck, Wert, der einer Sache innewohnt“ bedeuten.

Uns interessiert an dieser Stelle vor allem der Sinn als Ziel. Die letzte Bedeutung also. Wir fragen uns, ob etwas Sinn ergibt. Ob wir den Sinn verloren haben oder wie wir ihn finden. Was ist der Sinn unseres Lebens? Welchen Zweck erfüllst du auf dieser Welt? Welches Ziel verfolgst du? Aristoteles hat schon vor vielen Jahrhunderten gewusst, dass der Mensch nur glücklich sein kann, wenn er ein Ziel hat: „Der Mensch ist ein nach Zielen strebendes Tier. Sein Leben hat nur Bedeutung, wenn er versucht etwas zu erreichen und nach seinen Zielen strebt.“ Doch ist das wirklich so? Brauchen wir ein Ziel, um glücklich sein zu können? Und was ist, wenn wir dieses Ziel bereits gefunden haben? Sind wir dann für immer zufrieden?

Vorsicht mit dem deutschen Wortspiel 

Während es in der englischen Sprache mehrere Wörter für Ziel gibt, haben wir im Deutschen nur das eine Wort für Ziel. Wir setzen uns ein Ziel und verfolgen dieses, bis wir es erreicht haben. Haben wir das geschafft, sind wir vermutlich glücklich, in jedem Fall erleichtert. Erreichen wir das gesetzte Ziel nicht, sind wir enttäuscht und haben vielleicht sogar versagt. Aber stopp, es handelt sich hier um eine deutsche Wortfalle. 

Im Englischen hast du für das Wort Ziel mehrere Übersetzungen: target, goal und purpose. Die drei Wörter sind alles verschiedene Abwandlungen von dem Wort Ziel. Während GOAL das endgültige Ziel bedeutet und unserem Wort Ziel am nächsten kommt, definieren PURPOSE und TARGET Zwischenziele oder Zwischenetappen. 

Und eines musst du wissen: Ohne verschiedene Zwischenziele kommst du nicht zu deinem Endziel. Ich spreche aus Erfahrung. Ohne diverse Etappen hätte ich keines meiner bisherigen Ziele erreicht. Als ich mir zum Beispiel vornahm mit dem Stand-up-Paddleboard 1.200 km über den Rhein zu fahren, musste ich mir zunächst verschiedene Unterziele setzen, um mich dann der gesamten Mission zu widmen. Ich musste zum Beispiel lernen, wie man richtig paddelt und wie man lange Zeit die Balance behält. Ich musste mir Wissen über den Rhein aneignen, um die Strömungen und auch den Schiffsverkehr richtig einschätzen zu können. 

Glaubst du, du kannst den Mount Everest besteigen, ohne davor andere Berge bestiegen zu haben? Nein. Du fängst immer klein an. Genauso ist es mit deinen Lebenszielen und deinem Sinn des Lebens. Du kannst dein großes Ziel nicht erreichen, wenn du keine Zwischenziele hast. Der Mensch braucht kleine Erfolge, sonst wird er entmutigt. Dabei sollst du natürlich dein großes Ziel nicht aus den Augen verlieren. 

Was ich festgestellt habe …

Was ich festgestellt habe, ist Folgendes: Viele Menschen, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind, versuchen äußere Eigenschaften zu sammeln. Sie laufen den Jakobsweg, sie fliegen als Backpacker nach Südamerika, sie besteigen hohe Berge oder sie segeln ein Stück weit um die Welt. Viele verwechseln den Sinn des Lebens mit der Suche nach der Freiheit. Freiheit, die sie auf Reisen und in den Tiefen der Natur finden. Mit dem Sinn des Lebens hat das jedoch wenig zu tun. 

Verwechsle den Sinn des Lebens nicht mit der Suche nach der eigenen Freiheit!  

Okay, eines muss ich an dieser Stelle klarstellen. Du kannst den Sinn des Lebens nicht finden, wenn du nicht frei bist. Du kannst den Sinn des Lebens aber auch nicht finden, wenn du im Urlaub an einem menschenleeren Sandstrand sitzt und auf den Horizont blickst. Die Suche nach dem Sinn des Lebens ist etwas Aktives. Du musst etwas dafür tun, um dein wahres Warum zu erkennen. 

Warum du überhaupt nach deinem Sinn des Lebens suchst 

Oft gibt es einen Auslöser, der dich indirekt oder auch direkt zu der Frage nach der Sinnhaftigkeit in deinem Leben bringt. Meist ist es eine Lebenskrise, größer oder kleiner, die einen an dem Sinn des eigenen Daseins zweifeln lässt. Du befindest dich in einer Situation, die ausweglos erscheint. Du hast den Faden verloren. Du hast einen zerbrochenen Traum, eine gescheiterte Ehe, dein Job ist weg – all dies sind bewegende Elemente in deinem Leben, die dich an den Punkt bringen, der dir das Gefühl gibt zu scheitern. Bist du erst einmal im Strudel des Scheiterns, ist es oft ein Teufelskreislauf. Der Ausweg aus einer tiefen Krise, deine Stärke, physisch wie auch mental, wiederzuerlangen, kommt an der Frage nach dem Sinn deines Lebens nicht vorbei. Wie ist das überhaupt, wenn man gar nichts mehr hat, wenn man scheitert? Du fragst dich, warum genau du an diesen Punkt gekommen bist. Warum genau dir das passiert. Und warum du eigentlich hier bist. Was soll das alles? Was ist der Sinn des Lebens?

Im indischen Kloster …

Als ich in einem indischen Kloster einen Meditationskurs besuchte, habe ich Elias getroffen. Elias kam aus Deutschland und war bereits viele Stunden unterwegs. Man sah ihm seine Anspannung sichtlich an, nichtsdestotrotz war Elias wohlgemut. Er möchte seinen Sinn des Lebens genau in diesem Kloster finden. Er habe gehört, dass es hier eine gute Möglichkeit gibt, den Stress der westlichen, materiellen Welt hinter sich zu lassen. Elias war ein hohes Tier in der Finanzwelt. Darüber wollte er nicht mehr sprechen. Eines Abends öffnete er sich mir jedoch. Er berichtete von dem Druck, immer besser und reicher sein zu wollen. Immer mehr, so lautete die Devise. 

Doch dann kam alles anders. Eine Ehekrise folgte der nächsten, bis die Scheidung anstand. Elias konnte sich nicht mehr konzentrieren und verlor seine Position bei der Bank. Sein Berufsleben hatte überhandgenommen und sein Privatleben zerstört. Geld wurde wichtiger als die Liebe zu seiner Frau. Dann kam die Frage nach dem Sinn. Ohne Job gab es keinen Grund mehr, das Haus zu verlassen, und ohne seine Frau gab es keinen Grund mehr für das Haus. Elias will im Kloster Abstand zu diesem Leben bekommen. Ohne gesellschaftlichen Druck will er zu seinem Inneren finden. Er will seinem Leben eine neue Richtung verleihen. Eine ganz individuelle, persönliche Richtung, die keinem anderen Menschen oder Job die Aufgabe der Sinnhaftigkeit zuschreiben soll.

Was ist dieser Sinn des Lebens?

Aber was verbirgt sich hinter dieser großen Frage nach dem Sinn? Warum geben wir uns nicht mit einer Existenz des eigenen bloßen Daseins zufrieden? Warum wollen wir das Warum kennen? Warum wollen wir, dass unser Leben Sinn ergibt? Ist es etwas, das du der Nachwelt hinterlassen kannst? Die Geschichten, die du erzählen kannst? Ist es dein Ziel? Was hat der Sinn deines Lebens mit den anderen Menschen zu tun? So viele Fragen, die es zu beantworten gibt.

Jetzt mal anders gedacht …

Stellen wir es anders an. Ich verrate dir jetzt, was der Sinn des Lebens NICHT ist. Wenn du diese Erkenntnis dann in das Gegenteil übersetzt, hast du dich zeitgleich mit dem Sinn des Lebens auseinandergesetzt – und zwar in der Praxis. 

Der Sinn des Lebens ist nicht …

… eine Anleitung zum Glücklichsein.

… ein einziger Satz. 

… eine Werbetafel.

… ein einziger Grund.

… statisch. 

… eine Zwangsverbindung zu Geld. 

… von anderen Menschen für dich gewählt.

… unveränderbar.

Formuliere diese Thesen nun in Gegenthesen um. Was kannst du erkennen? Was sprechen deine selbstgewählten Worte über den Sinn des Lebens? 

Der Geschmack vom Sinn des Lebens

Der Sinn des Lebens ist nicht die eine Zutat, die deinem Leben mehr Würze verleiht. Es ist auch nicht das Kochrezept, wie du ein glückliches Leben zubereiten kannst. Es ist nicht das eine Element, das alles voller schmecken lässt. Der Sinn verleiht deinem Leben zwar den vollen Geschmack, die Suche ist aber leider kein Kochrezept, das du Schritt für Schritt befolgen kannst. Nachkochen funktioniert hier nicht. Hier bist du selbst der Chefkoch, der alle Zutaten selbst mitbringt und diese auf individuelle Art miteinander zu einer köstlichen Kreation zubereitet. Das Kochen kann ich dir lernen. Ich kann dir zeigen, wie es andere machen oder welche Küchenutensilien du hast. Ich kann dir auch die Reihenfolge verraten, wie du zu einem Menü kommst. Die Kreation des Menüs liegt dann aber in deinen Händen. 

Entrée, Hauptgang, Dessert? 

Vergleichen wir den Sinn des Lebens mit einem Menü in einem Restaurant. Nun bist du nicht der Koch, sondern der Gast. Stell dir vor, der Sinn des Lebens ist ein mehrgängiges Menü. Du bekommst eine Vorspeise, mehrere Zwischengänge, einen Hauptgang, Käse und ein Dessert. Vielleicht trinkst du davor sogar einen Aperitif. Der Geschmack deines Menüs verändert sich. Du wirst zunächst in das Menü mit einer leichten Vorspeise eingeführt, hast dann mehrere Zwischengänge und einen vollmundigen und herzhaften Hauptgang. Das Dessert rundet dein Menü ab. So ähnlich ist es mit deinem Sinn des Lebens. 

Der Sinn des Lebens verändert sich während deines Lebens. 

Nicht nur einmal oder zweimal. Nein, der Sinn des Lebens verändert sich konstant und kontinuierlich. Weißt du warum? Weil auch du dich veränderst. Du startest mit einer Kostprobe, einem dezenten Aperitif. So wirst du auf dein Leben vorbereitet. Doch irgendwann in der Mitte erreichst du einen vollen Geschmack. Viele Zutaten und Gewürze zaubern dir den Gusto des Lebens auf den Teller. Fehlt nur eine einzige Zutat, merkst du das vielleicht gar nicht. Fehlt aber der ganze Geschmack, so bist du unzufrieden und ungesättigt. Dein Sinn des Lebens verhält sich wie dein Menü im Restaurant. Er kann daher nicht ein einziger sein. Mit jedem Lebensabschnitt, jedem Gang wird sich auch dein Sinn des Lebens ändern. Denn in jedem Abschnitt, in jeder Etappe, in der du dich befindest, ändern sich deine Einstellungen zu deinen Werten über die Dinge, die dir wichtig sind. Zur Vorspeise möchtest du keine Nachspeise und genau umgekehrt. Du weißt in jedem Gang, was du gerne schmeckst. Genauso weißt du auch in deinen verschiedenen Lebensetappen, was du willst. Du musst es nur herausfinden. Und genau dafür gibt es den Sinn des Lebens. 

Erinnerst du dich an damals? 

Erinnerst du dich, als du ein Teenager warst? Ich weiß, es ist eine Weile her. Aber kannst du dich erinnern, was dir wichtig war? Etwas, was dir jetzt nicht mehr ganz so wichtig ist vermutlich. Ich wollte unbedingt ein eigenes Moped haben. Jeder meiner Freunde hatte eines, nur ich war der Einzige, der keines hatte. Das Moped gab mir die Freiheit, unabhängig von A nach B zu kommen, um meine Freunde zu treffen. Das war damals ein sehr wichtiger Teil in meinem Leben. Mit meinen Freunden stundenlang einfach nur dasitzen und die Freiheit der Jugend genießen. 

Was hat sich verändert? 

Zwar habe ich auch heute noch die gleiche Idee von einem fahrbaren Untersatz, dennoch ist meine Vorstellung von einem Moped zu einem geräumigen Auto gewichen. Was ich damit nun mache, ist eine ganz andere Sache. Ich benutze mein Auto, um wichtige Dinge zu erledigen. Dinge, die mir jetzt wichtig sind, es damals aber nicht waren, weil es sie vielleicht auch noch gar nicht gab. Wie meine Frau und meinen Sohn zum Beispiel. Meine Werte haben sich in eine andere Richtung entwickelt. Sie haben sich in all den Jahren immer wieder geändert und werden sich auch weiterhin mit mir gemeinsam verformen. 

Der Sinn des Lebens ist wie ein Kompass

Sieh den Sinn des Lebens wie einen Kompass. Warum ich den Sinn des Lebens mit einem Kompass vergleiche, ist folgender Grund: Der Sinn des Lebens zeigt dir immer eine Richtung an, in die du gehen sollst. Sieh den Sinn als einen Wegweiser in eine Himmelsrichtung, die dir verspricht deinen Wünschen näher zu kommen. Der Sinnkompass, wie ich ihn gern nenne, zeigt dir, wo du sein willst, damit du nach deinen Werten leben und deine Vorstellung stillen kannst. Und zwar genau in der Lebensetappe, in der du dich gerade befindest. 

Ich habe eben über Elias berichtet. Wenn Elias seinen Sinn des Lebens als Kompass betrachtet, braucht er nun einen Kurswechsel. Sein Sinnkompass hat zu lange in eine Richtung gezeigt, die er angestrebt hat. Wertevorstellungen sind Luxus und Reichtum gewichen. Früher wollte Elias Förster werden, doch seine Eltern hatten andere Pläne mit ihm. Früh wurde ihm gesagt, dass der Sinn des Lebens materieller Reichtum ist. Doch als Elias diesen Reichtum erreicht hatte, war er nicht zufrieden. Er war nicht glücklich. Es waren nicht seine Werte, wonach er strebte. Es waren die Werte der Gesellschaft, die ihm als Kind aufgedrängt wurden. Jetzt im Kloster möchte er seine Gedanken auf null setzen und seinen persönlichen Sinn des Lebens finden. Einmal Reset bitte. 

… zurück im Restaurant 

Du kannst auch zurück zu meinem Vergleich im Restaurant gehen. Die Speisekarte ist ein Wegweiser für deine Mahlzeit. Sie zeigt dir den Weg auf, wie du dein Menü gestalten kannst. Dabei hast du meist mehrere Auswahlmöglichkeiten, dein Essen selbst zu gestalten. Vielleicht gibt es sogar ein Buffet. Wenn du den Sinn des Lebens als Wegweiser siehst, zeigt er dir eine Richtung an, in die du gehen sollst. Es gibt jedoch nie nur eine einzige Möglichkeit, um dein Glück zu finden. Er ist wie eine Speisekarte in einem Restaurant. Du selbst wählst dein Gericht. 

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