Strategien für den Umgang mit Veränderungen

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Veränderungen

Veränderungen am Arbeitsplatz können belastend sein, aber je schneller du beginnst, aktiv mit ihnen umzugehen, desto eher kannst du die Situation für dich zum Positiven wandeln. Umso besser kannst du das, wenn du einen Fahrplan hast.

Situationsanalyse

Eine gründliche Situationsanalyse deckt sich mit den ersten beiden Phasen und auch mit der dritten Phase der Veränderung. Um Veränderung zu verstehen, brauchst du Informationen und Aufklärung. Berufliche Veränderungen werden meistens als Top-Down-Entscheidung vom Management verkündet, du wirst also vor vollendete Tatsachen gestellt. Gründe und Details erfährst du danach – wenn du sie dir aktiv einholst. Rede daher als erste Maßnahme mit deinem direkten Vorgesetzten oder mit der Person, die vom Unternehmen als Ansprechpartner benannt wurde. Beschaffe dir alle Details, die du brauchst, um die Situation für dich selbst zu bewerten. Rede auch mit deinen Kollegen darüber und höre dir ihre Sichtweisen an – diese können dich genauso gut weiter bringen.

Umgang mit emotionalen Reaktionen

Angst, Wut, Ablehnung, Verunsicherung – diese Gefühle sind normal, aber hemmend im Umgang mit beruflicher Veränderung. Je eher du sie durchläufst, desto eher kannst du aktiv die Kontrolle über die Situation zurückbekommen. Der schnellste Weg, mit Gefühlen umzugehen, ist direkt hindurch. Lass die Gefühle zu und versuche nicht, sie zu unterdrücken oder auszubremsen. Nichts an ihnen ist unreif, kindisch oder unangemessen. Achte allerdings darauf, das nicht im Büro zu tun, denn hier ist der falsche Ort dafür. Nimm dir notfalls ein paar Tage frei und rede mit Freunden und Familie über deine Gefühle zur Lage. Darin besteht der Weg mitten durch sie hindurch und danach sind sie ausgestanden. Du kannst danach ruhiger und reflektierter wieder an die Arbeit herangehen.

SWOT-Analyse

Betriebswirte machen in unklaren Situationen zunächst eine Bestandsaufnahme in Form der SWOT-Analyse. Die Buchstaben stehen für:

  • Strengths (Stärken)
  • Weaknesses (Schwächen)
  • Opportunities (Chancen)
  • Threats (Risiken und Bedrohungen)

Eine so analytische Herangehensweise kann dir helfen, die Situation zu durchleuchten und Aspekte zu sehen, die dir noch nicht bewusst sind. Du befasst dich dabei zwingend mit der Situation und öffnest deinen Blick für das Gesamtbild. Ob du nun wirklich mit einer Matrix arbeitest, dir Chancen und Risiken als Stichpunkte aufschreibst oder mit jemandem darüber redest und dich austauschst, spielt keine Rolle. Wähle den Weg, der für dich passt und dir am meisten Erkenntnis liefert. Stell dir dabei die Frage: „Was passiert, wenn ich Weg A, B, C… gehe? Wo liegen die Chancen? Was kann schief gehen und wie kann ich gegensteuern?“ Fertige für die aktuelle Situation eine solche Anschauung an und auch für die Maßnahmen, die du ergreifen kannst.

Maßnahmen planen und umsetzen

Der letzte Schritt deines Fahrplans sind Maßnahmen im Sinne der Veränderung im Beruf. Aus deiner Situationsanalyse haben sich Ideen ergeben, wie du reagieren kannst, um selbst der Veränderung gerecht zu werden und sie zu nutzen. Gehe im nächsten Schritt in die Planung. Was musst du tun, um diese Maßnahmen durchführen zu können? Was brauchst du dazu? Wie kannst du dir nötige Unterstützung holen? Welchen Anteil hat deine berufliche Situation daran?

Versehe diese Maßnahmen am besten gleich mit konkreten Handlungsschritten und einer Deadline. Plane sie so, wie du jedes andere berufliche Projekt planen würdest. Suche aktiv das Gespräch zu deinem Chef, der Personalabteilung oder den relevanten Leuten, deren Zustimmung du vielleicht brauchst. Bedenke bei deiner Planung aber unbedingt den wesentlichen Faktor Flexibilität. Es kann sein, dass sich ein Weg als nicht machbar erweist, etwa weil dein Arbeitgeber dich darin nicht unterstützen will. Plane am besten gleich, was du stattdessen machen könntest, und entwickle ein Bewusstsein dafür, welche Maßnahmen und Pläne scheitern könnten. Damit hältst du die mögliche Enttäuschung klein und versetzt dich selbst in die Lage, weiterzumachen und den Plan B zu gehen, wenn es so kommt.