Stress, Grübeln und Sorgen ziehen sich durch alle Gesellschaftsschichten. Egal wie gut die Wirtschaft läuft, wie sehr wir gesundheitlich und sozial abgesichert sind, unser Gehirn findet immer einen Weg, sich an Problemen zu reiben. Warum ist das so?

Hast Du Sorgen wegen der Zukunft?

Sorgen | Quelle: pixabay.com
Sorgen | Quelle: pixabay.com

Dass wir uns immer sorgen, liegt ganz einfach daran, dass wir uns schützen wollen vor dem, was sein könnte. Als Du noch kein Geld hattest, machtest Du Dir Sorgen, wie Du Deine zukünftigen Rechnungen zahlen sollst. Als Du dann Unternehmer wurdest, hattest Du plötzlich Angst, alles zu verlieren. Überall wo Du Probleme ausräumst, entstehen also neue.

Doch es ist nicht nur der Gedanke an die Zukunft, der uns Stress bereitet. Es ist auch die Grübelei über die Vergangenheit. Wir erleben immer wieder das, was schiefgelaufen ist in unserem Leben und nehmen dabei die gleichen Gefühle war. Das ist enorm belastend. Hier stellt sich die Frage: Wovor will uns unser Gehirn schützen? Die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern.

Grübelst Du wegen der Vergangenheit?

Wenn Du häufig ins Grübeln gerätst und Dir darüber Sorgen machst, was früher schief gelaufen ist, dann liegt das daran, dass Du noch keine Strategie hast, um beim nächsten mal so einer Situation gewachsen zu sein. Dein Gehirn hält Dir immer wieder Deine Schwächen vor Augen und das macht Dir Angst. Du fühlst Dich wie ein Mensch, der den Herausforderungen des Lebens nicht gewachsen ist.

Was kannst Du also tun, um Dein Gehirn zu beruhigen? Wie bekommst Du diese beängstigenden Bilder aus Deinem Kopf? Sorge dafür, dass Du aus den negativen Ereignissen der Vergangenheit etwas lernst. Wenn Du ins Grübeln gerätst: Was genau geht Dir da durch den Kopf? Schreibe es auf.

Schreibe dann auf, wie Du Dich das nächste mal verhalten würdest, damit die Situation gut ausgeht. Jetzt erfährst Du Ruhe, denn Du hast Deine Lektion gelernt.

Im Hier und Jetzt existieren keine Probleme

Fakt ist: Immer, wenn Du gestresst bist, befindest Du Dich wahrscheinlich nicht im Hier und Jetzt. Du konzentrierst Dich nicht darauf, was Du tust, sondern auf das, was Dir drohen könnte. Im Hier und Jetzt gibt es selten Probleme. Angenommen, Du willst pünktlich auf einen Termin erscheinen und Du wartest auf den Bus. Er hat bereits 10 Minuten Verspätung und Du blickst alle 30 Sekunden auf Deine Uhr. Warum tust Du das? Warum schaust Du ständig auf Deine Uhr und setzt Dich unter Stress? In Deinem Kopf siehst Du das Meeting, das ohne Dich beginnt, die Blicke, wenn Du später als alle Anderen den Raum betrittst und Du hörst Deinen Chef, wie er Dich kritisiert. Da Du Dir das vorstellst, durchlebst Du es auch und das ist schade, denn eigentlich ist es ja so: Der Bus kommt deshalb keine Minute früher.

Ob Du jetzt ständig auf die Uhr schaust und vor Dich hin fluchst oder ob Du Dich entspannst und Deinen Atem genießt – Du entscheidest wie Du Dich fühlst. Die Zukunft mag Probleme bringen, aber jetzt gerade musst Du nichts tun außer zu atmen und dass Du das hinbekommst, hast Du Dir bereits zu Genüge bewiesen.

Wenn Du also eine Auszeit vom Stress suchst, dann komme ins Hier und Jetzt. Mache Deinen Kopf frei und achte nur auf Deinen Atem. Genieße richtig, wie er ein und aus strömt. Dafür musst Du Dir keine Meditationsecke einrichten. Bewusst atmen kannst Du immer und überall.

Alle Probleme können gelöst werden

Natürlich sind nicht alle Probleme so marginal wie eine Busverspätung. Manche Sorgen sind durchaus berechtigt und wir haben es nicht immer leicht, Probleme zu bewältigen. Was uns in der Regel fehlt, ist der richtige Blickwinkel. Wir haben von Natur aus die Gewohnheit, uns auf das Problem zu konzentrieren, doch wer das tut, der bläst es auf. Es erscheint uns immer größer und wir fühlen uns ohnmächtig. Genau das Gegenteil passiert jedoch, wenn wir uns auf die Lösung des Problems konzentrieren. Umso klarer wir die Lösung vor Augen haben, desto kleiner erscheint uns das Problem und wir fühlen uns der Herausforderung gewachsen.

Wenn ein Fußballspieler ein Tor schießen will, dann darf er sich nicht auf den Torwart konzentrieren, denn sonst schießt er ihm in die Hände. Er muss seinen Fokus auf den leeren Raum neben dem Torwart richten.

Damit Du den richtigen Fokus erhältst, um all Deine Probleme zu lösen, greifst Du zu Stift und Papier. Dann machst Du ein Brainstorming mit allen Lösungen, die Dir einfallen. Sobald Du meinst, die Lösung zu kennen, die Dich an Dein Ziel bringt, setzt Du sie in die Tat um. Funktioniert sie nicht, machst Du mit Deiner Liste weiter.

Was Du außerdem tun kannst, um ein Problem zu lösen: Stelle Dir vor, Du hättest Dein Problem bereits gelöst. Du befindest Dich jetzt also in der Zukunft. Stelle Dir dann von diesem Standpunkt aus vor, wie Du dort hingekommen bist. Wie hast Du Dein Problem gelöst? Diese Technik hört sich vielleicht banal an, aber funktioniert gut. Probiere sie aus.

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