„Monkey Mindset“ lässt sich ganz gut mit „Gedankenkarussell“ übersetzen. Allein, um ernst genommen zu werden, braucht es heute immer erst einmal einen englischen Begriff, das gehört eben zum Mainstream. Dabei ist das, was hier gemeint ist, schon sehr alt, die Buddhisten konnten ein Lied davon singen, denn auch ihnen war ein unruhiger, verwirrter und unkontrollierter Geist nicht unbekannt. 

Das Monkey Mindset Syndrom hat uns immer dann in seinen Bann gezogen, wenn wir hektisch von Gedanke zu Gedanke springen, eben wie ein Affe von einem Baum zum anderen. Dabei sind wir so launisch wie unbeständig. Ein Monkey Mindset kann zuweilen sehr unangenehm und störend sein, zum Beispiel am späten Abend, wenn wir deshalb einfach nicht einschlafen können und möglicherweise von Sorgen geplagt werden. 

In diesem Zustand machen sich unsere Gedanken praktisch selbstständig und kreisen immerzu um dasselbe Thema, worüber wir uns irgendwann richtig ärgern und uns sogar darüber aufregen, was den wohlverdienten und für unsere Gesundheit so notwendigen Schlaf in immer weitere Ferne rückt. Das Gemeine daran ist, dass es oftmals völlig unbedeutende Gedanken sind, die unser Hirn so fest in einen Würgegriff nehmen. 

Führungskräfte sind immer stärker von Monkey Mindset betroffen

Wir kommen am Abend nach Hause und möchten die Arbeit gern hinter uns lassen, einfach abschalten, vielleicht bei einem guten, gemütlichen Abendessen mit unserem Partner, der sich schon darauf gefreut hat. Doch die Gedanken sind im Büro geblieben, lassen sich einfach nicht mit an diesen so schön gedeckten Tisch setzen, um konzentriert über ein Thema zu sprechen, das unserem Partner schon so lange auf den Nägeln brennt.

Führungskräfte verdienen in aller Regel etwas mehr Geld als ihre Kollegen, für die sie meistens eine bestimmte Personalverantwortung übernommen haben. Manche bezeichnen es mit einem Augenzwinkern als „Schmerzensgeld“, wobei sich oft viel Wahrheit hinter einem solchen Scherz verbirgt. Denn die Führungskraft ist zum Beispiel verpflichtet, mit jedem Mitarbeiter ihrer Abteilung regelmäßig Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gespräche zu führen. Auf Kosten der eigentlichen Facharbeit muss die Führungskraft zuweilen ziemlich belastende Streitgespräche über sich ergehen lassen, denn so mancher Mitarbeiter stellt in Selbstüberschätzung hohe Forderungen, ohne adäquate Leistungen dafür zu erbringen. 

Die sich daraus ergebenden Meinungsverschiedenheiten können schon mal in persönliche Drohungen gegen die Führungskraft münden. Zwar werden ihr diesbezüglich verschiedene Fortbildungen zum Beispiel zur Stärkung der eigenen Resilienz von der Dienststelle oder dem Betrieb angeboten, aber das reicht oft genug nicht aus, um den aufgestauten Druck wirklich abschütteln zu können.

In Stressbewältigungskursen steht Monkey Mindset heute im Vordergrund

Die Veranstalter von Stressbewältigungskursen wissen unisono darüber zu berichten, dass das Thema Monkey Mindset, also das Stoppen des ewigen Gedankenkarussells, den Teilnehmern am meisten am Herzen liegt. Daher lohnt es sich, sich einmal bewusst zu machen, was genau hinter Monkey Mindset steckt, denn Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. 

Das Grübeln läuft in unseren Köpfen ab. Dabei entfernen sich unsere Gedanken oft weit von der Realität. Sie kreisen um müßige Fragen wie „Was wäre wenn …?“ oder „Was denkt nur Herr Müller über mich, wenn ich …?“ Diese Gedanken durchbrechen und anhalten können natürlich nur wir selbst, ja, wir müssen es sogar tun. Wie oben bereits angedeutet: Ständiges Grübeln, also das Monkey Mindset, macht uns auf Dauer krank, körperlich und psychisch

Dabei sind Gereiztheit und Nervosität noch die eher unbedeutenden Folgen des fehlenden Schlafs. Das daraus resultierende hohe Maß an Müdigkeit kann gerade im Straßenverkehr für Sie selbst und andere Verkehrsteilnehmer schwerwiegende Folgen haben. Weitere begleitende und schwerwiegende Symptome sind chronische Kopf- und Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, Magen- und Darmprobleme. In schweren, länger anhaltenden Fällen mündet die Situation in eine tiefe Depression, aus der der Betroffene, wenn überhaupt, nur mit professioneller Hilfe wieder herausfinden kann.

Monkey Mindset ist ein schleichender Prozess

Es ist gar nicht einfach, den schleichenden Prozess hin zum Monkey Mindset zu erkennen, um rechtzeitig und aktiv gezielte Maßnahmen dagegen einzuleiten. Wer also öfter mal lange wach liegt und ins Grübeln gerät, wobei die Gedanken immer wieder um bestimmte Situationen herumkreisen, ist möglicherweise gefährdet, in den Teufelskreis des Monkey Mindset einzutreten. Es ist dann wichtig, herauszufinden und zu bewerten, welche Situationen es sind, die dieses Grübeln auslösen. 

Auf der anderen Seite dürfen wir aber auch nicht in eine Art Hysterie verfallen, denn es ist absolut normal und natürlich, hin und wieder über Dinge zu grübeln. Das ist eine durchaus gesunde Form, belastende Situationen zu verarbeiten, die wir auf keinen Fall unterdrücken sollten. Ganz im Gegenteil, es ist sogar wichtig zu akzeptieren, dass Manches eben seine Zeit braucht. Danach können wir gewiss wieder unsere Gedanken kontrollieren, darauf sollten wir erst einmal vertrauen. 

Wer gegen Monkey Mindset konkret etwas tun möchte

Es gibt verschiedene Techniken, denen es allen gemeinsam ist, dass sie sehr hilfreich dabei sind, Monkey Mindset wieder loszuwerden:

  • Zu den Klassikern gehören Methoden wie Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung.
  • Achtsamkeitsübungen zum Beispiel nach der MBSR-Methode (Mindfulness Based Stress Reduction) sind darauf ausgerichtet, im Hier und Jetzt zu leben.
  • Schon mit einfachen Ansanas-Yoga-Übungen kann jeder relativ leicht seinen „Kopf abschalten“.
  • In die große Kategorie Meditation gehört die Atemmeditation, mit deren Hilfe wir unsere Gedanken an uns vorüberziehen lassen können und dadurch schnell eine Tiefenentspannung erreichen.

Darüber hinaus brauchen wir ständig viel Bewegung, um unseren Kopf frei zu kriegen. Vergessen wir nicht, dass wir Menschen biologisch zu den „Bewegungstieren“ gehören. Falls Sie eine überwiegend sitzende Tätigkeit zum Beispiel am Bildschirm ausüben, gehen Sie öfter hinaus in die Natur und treiben Sie etwas Sport, ganz egal welchen. Sie werden sehen, dass sich Ihr Monkey Mindset allein dadurch erheblich bessert. 

Basteln, Werken, Kochen, Musizieren oder Malen sind sehr kreative Tätigkeiten, bei denen man seine Seele einfach mal „baumeln lassen“ kann. Während solcher ruhigen, geradezu meditativen Phasen können sich die Gedanken ordnen, ins Lot bringen und dem schädliche Gedankenkarussell entkommen. 

Nach professioneller Hilfe fragen – eine weise Entscheidung

Bei den oben genannten Methoden kann der Autodidakt viel falsch machen, wenngleich die Achtsamkeit eigentlich immer in den Alltag eingebunden werden kann, indem man sich in jeder Situation bewusst macht, im „Hier und Jetzt“ zu leben, und die Vergangenheit und die Zukunft in einen gebührenden Abstand verschiebt, wenn auch nicht ganz ausblendet. 

Sprich uns doch an. Wir haben verschiedene Coachingangebote, die dem Monkey Mindset entgegenwirken können. Gerade zu Beginn einer Entwicklung dahin kann die Anmeldung zu einem solchen Coaching eine gute Entscheidung sein und einem eventuell später notwendig werdenden Besuch des Psychologen vorbeugen. 

Crazy Monkey Mindset

Noch eine abschließende Bemerkung

Die meisten Menschen möchten beruflich Karriere machen, das ist gut und richtig so. Nun ist unsere Arbeitswelt, ob in Konzern oder Behörde, historisch so gewachsen, dass überall zum Teil ziemlich starre Hierarchien anzutreffen sind. Vielleicht liegt dies auch an der Natur des Menschen ganz allgemein. 

Wer gern eine Entgeltgruppe höher rutschen möchte und seine Bereitschaft und seine fachliche Befähigung zur Fachbereichs- oder Ressortleitung signalisiert, muss wissen, dass solche Positionen sehr oft mit Personal- und Führungsverantwortung verbunden sind. Das muss man mögen. 

Mitarbeiterführung liegt nicht jedem gleichermaßen gut. Man kann das zum Teil lernen, der sogar überwiegende Teil ist aber eher eine Charaktersache, den muss man innerlich mitbringen. Wem das vom Naturell her gar nicht liegt, der quält sich durch so einen besser dotierten Job, ist überfordert, wird krank und begibt sich in die immer länger werdende Reihe derjenigen ein, die unter Monkey Mindset so richtig leiden.

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