Empathie und Kreativität entwickeln

Das sind die neue Schlüsselkompetenzen der Zukunft

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Schlüsselkompetenzen der Zukunft

Was suchen Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft? Wie kannst du dein Profil stärken und noch attraktiver für deinen Arbeitgeber werden? Hebe dich von der Masse ab, indem du dir die Softskills aneignest, die der Arbeitsmarkt der Zukunft am stärksten nachfragen wird. Also Fähigkeiten, die dir helfen, erfolgreich mit anderen zu interagieren, Ideen durch zu setzen und mit Veränderung um zu gehen – dazu gehören u.a. Kreativität, Überzeugungskraft, Anpassungsfähigkeit, Teamfähigkeit und emotionale Intelligenz.

  • Stärke dein Profil und mache dich noch attraktiver für den Arbeitsmarkt der Zukunft.
  • Steigere deine Kreativität und deine Überzeugungskraft.
  • Denke kritisch, kommuniziere wirksam und arbeite erfolgreich im Team.
  • Verbessere dein Zeit- und Selbstmanagement und tritt noch selbstsicherer auf.

In den Generationen unser Eltern galten Chefs mit Durchsetzungsvermögen als starke Führungskraft. Wer im Büro am meisten Angst verbreitete, hatte die besten Chancen auf eine Beförderung. Führung durch Druck und Angst ist zwar nicht ineffizient, denn auch damals wurden Deadlines eingehalten und Ziele erfüllt. Was aber zwischen Aufgabenstellung und Ziel im zwischenmenschlichen Rahmen passiert, hat einen solchen Führungsstil im 21. Jahrhundert nahezu unmöglich gemacht. Gefragte Fachkräfte suchen sich heute den Arbeitgeber aus und sie wissen, dass sie selbst nach mehreren Jobwechseln noch gefragt sind auf dem Arbeitsmarkt. Eine Führungskultur, in der sie sich nicht wohl fühlen, schauen sie sich daher nicht lange an. Wo ihnen hingegen mit Empathie begegnet und ihre Kreativität willkommen geheißen wird, da bleiben sie freiwillig lange und wechseln manchmal nicht einmal für ein höheres Gehalt den Arbeitsplatz.

Außerdem führen in der heutigen Unternehmenskultur längst nicht nur die Chefs. Die Sozialdynamik im Büro unter den Fachkollegen ist mindestens genauso wichtig geworden. Erfahrene Fachkräfte leiten Berufseinsteiger an, Kollegen mit einem positiven und hilfsbereiten Mindset genießen einen starken Stand und sind als Verbündete für die Führungskraft viel wert. Wer sie auf ihrer Seite hat, der hat auch die Abteilung als Ganzes hinter sich.

Neben dem War of Talents auf dem Arbeitsmarkt spielt auch die Digitalisierung eine entscheidende Rolle. Ereignisse wie die Corona-Krise haben gezeigt, wie schnell es doch gehen kann, wenn die Notwendigkeit nur groß genug ist. Um solche Innovationen zu ermöglichen, ist Kreativität notwendig. Kreativ denken kannst du nicht, wenn du in einer Atmosphäre von Angst, Druck und Stress arbeiten musst. Diese wichtige Atmosphäre bestimmt nicht nur Chef und Führungetage, sondern jeder einzelne Mitarbeiter hat sie ein Stück weit in der Hand.

In diesem Artikel wird beleuchtet, warum Empathie und Kreativität die Schlüsselkompetenzen der Zukunft sind. Wie entstehen diese Eigenschaften und wie kannst du dieses Wissen nutzen, um gezielt empathisch zu sein und deine Kreativität für dich arbeiten zu lassen? Wir werden uns hier auf die Methode des Design Thinking fokussieren. Im Zentrum steht die Fragestellung: Wie kann ich eine Problemstellung so lösen, dass Menschen meine Lösung auch wirklich nutzen wollen? Wenn du dieses Werkzeug verstanden hast und anwenden kannst, dann kannst du es im Unternehmen auch einsetzen und die Unternehmenskultur verändern.

Arbeitswelt 4.0 und Digitalisierung

Die Digitalisierung ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die uns fasziniert und gleichzeitig unheimlich ist. Stell dir nur einmal vor, deine Urgroßeltern müssten in der heutigen Zeit überleben – würden sie das schaffen? Wüssten sie, was ein Smartphone ist? Wären sie auch nur dazu in der Lage, einen Laptop einzuschalten? Sicherlich wären sie heillos überfordert! Uns wird es in wenigen Jahrzehnten genauso gehen. Die Digitalisierung ist eine der schnelllebigsten Entwicklungen unserer Zeit. Noch vor einem Jahrzehnt hätten wir es nicht für möglich gehalten, dass künstliche Intelligenz so schlau geworden ist, dass sie besser als der Mensch verstehen kann, wie ein Satz gemeint ist. Angesichts solcher Entwicklungen fragen sich viel Berufe, ob es sie denn künftig noch geben wird und ob die Digitalisierung uns wirklich so gut tut, wie wir denken.

Mit dieser Frage hat sich die Bertelsmann Stiftung im Rahmen ihrer Delphi-Studie „2050: Die Zukunft der Arbeit“ beschäftigt. Wie wird die Arbeitswelt 4.0 aussehen, wenn wir digitalisiert sind? Womit wirst du 2050 deinen Lebensunterhalt verdienen und welche Kompetenzen werden dich absichern für eine erfolgreiche Zukunft? Wir wollen uns die zentralen Aussagen dieser Studie ansehen und herausfinden, welche Kompetenzen du bereits jetzt stärken kannst, um in der digitalen Zukunft zu bestehen.

Wir wissen nicht genau, was kommt, aber wir können es gestalten

Erinnerst du dich noch daran, dass der Faktor Flexibilität in nahezu jedem Resilienz-Modell vorkam? Um erfolgreich in die Zukunft zu sehen, musst du dich flexibel auf sie einlassen können. Was mit der Welt passiert, liegt nicht in deiner Hand. Politische Akteure der Zukunft sind uns heute nicht bekannt, auch die Wirtschaftsmächte können wir heute nur erahnen und liegen damit womöglich gar nicht richtig. Zu einem gewissen Teil musst du akzeptieren können, dass unbekannte Veränderungen auf dich zukommen. Das bedeutet aber nicht, dass du sie nehmen musst, wie sie kommen. Auch du kannst in der digitalen Zukunft Akteur werden, anstatt nur passiv dabei zuzusehen, wie sich die Welt verändert.

Die globale Arbeitslosigkeit könnte auf 24 Prozent (oder mehr) im Jahr 2050 steigen

Die Arbeitswelt wird sich durch die Digitalisierung verändern. Das bedeutet natürlich auch, dass es viele Berufe dann nicht mehr geben wird. Dort, wo keine Menschen mehr nötig sind, werden Maschinen oder künstliche Intelligenz eingesetzt werden. Eine solche Entwicklung kann zum Wohl der Gesellschaft sein – in dem Sinne, dass Menschen so beispielsweise nicht mehr an gefährlichen oder psychisch belastenden Arbeitsplätzen tätig sein müssen. Dennoch bedeutet es auch, dass die globale Arbeitslosigkeit zunehmen wird. Es sei denn, wir schaffen neue Arbeitsstellen für Menschen, die durch die Digitalisierung an ihrem bisherigen Platz nicht mehr gebraucht werden.

Immer mehr Aufgaben können von Maschinen erledigt werden. An diesem technologischen Wandel geht kein Weg vorbei: Robotik, künstliche Intelligenz und Technologie-Konvergenz treiben die Entwicklung voran

In der Industrialisierung waren es Erfindungen wie elektrisches Licht, die Dampfmaschine und der Dieselmotor, die die Welt vorangebracht haben. Heute gehören diese Technologien zu unserem Alltag und sind aus diesem nicht mehr wegzudenken. In der Arbeitswelt 4.0 werden das Entwicklungen sein, die wir heute schon kennen. Für uns ist etwa künstliche Intelligenz heute cool, spannend und auch ein bisschen unheimlich, aber wird von den meisten Menschen als Spielerei abgetan. Wer so denkt, unterschätzt sie. Sie entwickelt sich schnell und wird immer intelligenter. Google BERT, der Algorithmus, der unsere Suchanfragen interpretiert, ist bereits treffsicherer als der Mensch dazu in der Lage, den Kontext und die Tonalität eines Satzes zu verstehen. Diese Entwicklungen sind unsere Zukunft und wer sie ernst nimmt, versteht und integriert, ist auf einem sicheren Kurs in der neuen Arbeitswelt.

Auszugehen ist zunächst von einer Transformationsphase über die nächsten ein bis zwei Dekaden

Wandel vollzieht sich nicht über Nacht. Dennoch wird die Digitalisierung viel schneller als bisherige gesellschaftliche Wandel gehen. Das Beispiel der Corona-Krise hat gezeigt, wie die bereits vorhandenen digitalen Möglichkeiten auf Akzeptanz stoßen können, wenn die Rahmenbedingungen sie auf einmal notwendig machen. Wäre es je denkbar gewesen, ein ganzes Unternehmen nach Hause zu schicken, ohne gleich den Insolvenzantrag stellen zu können? Dank Videomeetings, Cloud-Services und dezentraler Speichermöglichkeiten für Dokumente ist das kein Problem. Digitaler Unterricht? Noch im Jahr vor der Krise hätte jeder das für eine Perspektive fürs nächste Jahrzehnt gehalten. Wenn die Digitalisierung gebraucht wird, dann wird sie auch vorangetrieben – dennoch ist von einer Phase der Transformation auszugehen, die ein bis zwei Jahrzehnte dauern wird. Das verschafft uns Zeit, uns darauf anzupassen, was kommt.

Arbeit ist heute schon mobil und multilokal, morgen ist sie virtuell und findet im Metaversum (dem kollektiven virtuellen Raum) statt. Arbeitgeber hinken der Entwicklung hinterher

Homeoffice? Das gibt es seit Jahren, auch wenn die Akzeptanz zu wünschen übrig lässt. Videomeetings mit Kollegen auf der anderen Seite der Erde? Auch das kennen Manager, die im internationalen Umfeld arbeiten. Dennoch stellen wir uns Arbeit heute so vor: wir fahren morgens ins Büro und verlassen es wieder. Mit jeder anderen Möglichkeit wäre der Arbeitgeber schlichtweg überfordert und könnte es weder technologisch noch prozesstechnisch stemmen. Das wird er aber müssen – denn es wird kommen, dass der Mittelpunkt der Arbeit nicht mehr das klassische Büro ist.

In den Sektoren Freizeit, Erholung und Gesundheit, in technologienahen Feldern und mit neuen Berufsbildern vom Empathie-Intervention ist bis zum Algorithmen-Versicherer entsteht neue Arbeit

Wenn die Maschine mit ihrer künstlichen Intelligenz alleine eine Fabrik betreiben, Autos bauen und sogar Entscheidungen treffen kann, wozu braucht es dann noch den Menschen? Eine Frage, die unheimlich und lösungsorientiert zugleich ist. Berufsbilder, die heute zur Gesellschaft gehören, werden im technologischen Wandel verschwinden. Doch den Menschen in seinen ureigenen Eigenschaften ersetzen – das kann künstliche Intelligenz und Robotik nicht. Was passiert beispielsweise, wenn der teure Algorithmus doch einmal daneben liegt? Denn so viel Menschlichkeit besitzt auch er. Dann muss eine neue Form der Versicherung einspringen, die erst noch entwickelt werden muss. Wie steht es mit Empathie in einer künstlich gesteuerten Zeit, in der Roboter zu unserem Alltag gehören wie für uns in unserem Jahrzehnt der morgendliche Kaffee? Menschen werden künftig in den Bereichen arbeiten, in denen sie besser als die Maschine sind, und das wird neue Berufsbilder entstehen lassen, wo alte verschwunden sind.

Von MOOC bis P2P: Einzelne gehen voran, während das Bildungssystem überfordert ist, sich aber revolutionieren und z. B. in die Richtung selbstgesteuerter Bildungsportfolios entwickeln muss

Was muss man studiert haben, um als Data Analyst zu arbeiten? Diese Frage können heutzutage weder Abteilungsleiter noch HR-Experten beantworten, denn es gibt den entsprechenden Studiengang noch nicht lange genug. Zudem gibt es Berufsbilder, die sich heute schon Kenntnisse angeeignet haben können und besser qualifiziert sind als Hochschulabsolventen. Dieses Berufsbild ist bewusst gewählt, denn der Status Quo in den USA zeigt, wo die Reise auch hierzulande hingehen kann. In den USA sind Data Scientists selbst angelernt. Das Bildungssystem kann sich nicht so schnell entwickeln, wie neue Berufsbilder und Anforderungen entstehen. Studiengänge und Weiterbildungen müssen konzipiert werden, Dozenten müssen sich diese Kenntnisse selbst erst aneignen. Zudem kann ein Studiengang oft auch nicht die konkreten Anforderungen an einen Job erfüllen. Als Einzelperson wirst du künftig in der Pflicht sein, dir Wissen so anzueignen, wie du es brauchst.

Es scheint, als müssten wir alle programmieren lernen, um den Algorithmen nicht hilflos gegenüberzustehen

Bereits Kinder in der Grundschule sind am PC fitter als so mancher Angestellte heute im Büro. Da die Zukunft aus Algorithmen und künstlicher Intelligenz bestehen wird, sind Programmierkenntnisse für die Zukunft unserer Arbeitswelt so wichtig wie Fremdsprachen. Letztlich sind sie auch nichts anderes. Wer programmieren kann und ein technisches Verständnis mitbringt, ist den Algorithmen nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann sie in ihrer Funktionsweise verstehen und verändern.

Vielleicht muss gar keiner mehr arbeiten: Nach der Transformationsphase werden neue Wirtschafts- und Sozialsysteme notwendig. 60 Prozent der Experten sprechen sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus.

Eine vollständige digitale Transformation wird die Welt so verändern, dass es mit den uns heute bekannten Systemen nicht mehr geht. Sie werden sich zumindest verändern, vielleicht sogar verschwinden und Platz für Neues machen müssen. Doch wie sieht es dann mit unserer Absicherung aus? Das könnte durch ein bedingungsloses Grundeinkommen gesichert sein. So wäre es weit weniger dramatisch, wenn einzelne Personen länger brauchen, sich mit der digitalen Transformation zu entwickeln. Das verschafft die Zeit für Fort- und Weiterbildung und nimmt Existenzängste. Angst ist bekanntlich einer der größten Hemmer der Innovation – denn wenn Neues als bedrohlich wahrgenommen wird, wird es blockiert.

Viele dieser Aussagen über die Arbeitswelt in einigen Jahren können wir aktuell nur hinnehmen, wie sie sind. Wir wissen nicht, was kommt, und können uns entsprechend auch noch kaum darauf vorbereiten. Die wichtigste Kernaussage dieser Thesen lautet: der Mensch wird zwar in manchen Bereichen der Arbeitswelt ersetzt. Allerdings nicht dort, wo er seine Stärken als menschliches Wesen hat. Empathie, Kreativität und derartige Fähigkeiten können von einer Maschine nicht geleistet werden. Hierfür werden immer Menschen gebraucht. Und aus diesen Kompetenzen heraus können neue Berufe entstehen, wo alte im Zuge des digitalen Wandels verschwinden. Stärke diese Kompetenzen und du bist gerüstet für die Zukunft – wie sie auch wird.