Den richtigen Weg in ein sinnerfülltes Leben zu finden, ist nicht einfach. Verfehlen kannst du deinen Weg aber nicht, wenn du dir ein Ziel setzt und daran arbeitest, dieses zu erreichen. Denn wenn du ein Ziel vor Augen hast, kennst du auch den Weg, den du einschlagen musst. Wenn du ein Ziel vor dir siehst, kannst du dich mit Hilfe deiner Selbstmotivation in die richtige Richtung schupsen. Ohne Ziel wiederum kannst du dich selbst nicht auf den richtigen Weg bringen. Du wirst sehen, wenn du mit einem Kompass durch die Welt flanierst, ergeben deine Lebenswege plötzlich viel mehr Sinn. 

Formuliere deine Ziele 

Möchtest du ein Geheimnis wissen? Jeder erfolgreiche Mensch formuliert seine Ziele so detailliert wie nur möglich, bevor er sie erreicht. Ganz wichtig ist dabei, dass du Ziele nicht mit Wünschen verwechselst. Wenn ich von Zielen spreche, dann ist das etwas, das ich erreichen will. Ich habe dann einen Plan, wie ich diesem Ziel näher kommen kann. Im Gegensatz hoffe ich bei Wünschen lediglich, dass sie wahr werden. Wünsche stehen meist nur im Raum, ich unternehme nicht aktiv etwas, um sie wahr werden zu lassen. Sobald ich Wünsche erreichen möchte, werden sie zu Zielen. Ich hoffe dann nicht mehr nur, dass etwas eintreten wird, sondern ich fordere es aktiv heraus. Denn Ziele sind klar formulierte Zustände, die ich schaffen möchte. Ich möchte diese Situationen erzielen. Dabei ist es wichtig, sein Ziel so genau wie möglich zu kennen. Umso genauer du weißt, was du willst, umso besser kannst du es erreichen. Und genau das machen wir jetzt. Um deinem Sinn des Lebens näher zu kommen, ermitteln wir jetzt deine aktuellen Ziele und bringen diese zu Papier.

Während es im Englischen mehrere Wörter gibt, die das Wort Ziel definieren, haben wir in der deutschen Sprache lediglich ein Wort für Ziel. Dennoch wissen wir, dass Zwischenziele das Leben einfacher machen können. Das haben wir bereits im theoretischen Teil besprochen. Du weißt, wenn du ein Leben nach deinen Werten und Zielen lebst, du deinem Sinn des Lebens näher kommen wirst. Doch wie sieht es nun in der Praxis aus? Lass uns starten.

Lass uns deine Ziele finden 

Nehme zunächst bitte deine Was-will-ich-Liste zur Hand. Lege sie vor dich hin. Kannst du dich erinnern, was du dort alles aufgeschrieben hast? Das waren deine Wünsche und Ziele im ersten Artikel über den Sinn des Lebens. Es sind bestimmt nun ein paar Tage dazwischen gelegen, vielleicht waren es auch nur Stunden. Innerhalb dieser Zeit hast du nun mehr über dich selbst und über den Sinn des Lebens erfahren. Hat diese kurze Zeitspanne bereits vielleicht sogar eine Veränderung deiner Ziele mit sich gebracht? Wir werden es gleich herausfinden. Lass uns nun in vier Schritten deinen Zielen näher kommen. 

1. Aktualität deiner Ziel 

Im ersten Schritt der Übung streichst du alle Wünsche und Ziele von deiner Was-will-ich-Liste, die du bereits jetzt schon nicht mehr erreichen willst. Die Wünsche und Ziele, die du immer noch erreichen möchtest, schreibst du auf ein neues Blatt Papier. Ergänze sie dann nach Belieben. Sei dir bewusst darüber, dass du dich bereits jetzt an einer neuen Stelle in deinem Leben befindest. Was schreibst du alles auf deine Liste? Nehme dir genügend Zeit und richte deinen Fokus auf deine Wünsche und Ziele.

2. Glaubwürdigkeit deiner Ziele 

Im zweiten Schritt eruieren wir nun deine aktuelle Position in deinem Leben. Wo befindest du dich gerade? Wo möchtest du eigentlich hin? Prüfe deine Punkte auf der Liste und finde heraus, ob diese Punkte wirklich deinen Zielen entsprechen. Wie oft haben wir im Leben bereits ein Ziel verfolgt und nach einiger Zeit feststellen müssen, dass wir das eigentlich gar nicht möchten, dieses Ziel. Ich frage dich deshalb: Möchtest du alle Ziele wirklich wahr haben, die du auf deiner Liste stehen hast? 

Knapp 30 % aller Studierenden im Bachelor brechen ihr Studium wieder ab. Selbstverständlich hat das diverse Gründe. Doch oft liegt es daran, dass man denkt, etwas zu wollen, das man eigentlich gar nicht will. 

Damit du nicht unnötigerweise falsche Ziele verfolgst, ist es wichtig, dass du dir über deine Ziele bewusst bist. Prüfe deine Ziele auf Glaubwürdigkeit, bevor du alles daran gibst, sie zu erreichen. Als Fragen auf den Punkt gebracht, heißt das: Kannst du deinem Ziel glauben? Willst du dieses Ziel tatsächlich erreichen? Was passiert, wenn du es erreicht hast? Wie verändert sich dann dein Leben? Und die wichtigste Frage: Bist du bereit für die Veränderung, die das Erreichen deines Zieles mit sich bringt? Mach dir wirklich ernsthafte Gedanken darüber, ob du deine Ziele erreichen willst. Und ob du auch bereit für die Veränderung bist. 

3. Realität vs. Vorstellung 

In deinem Kopf sieht immer alles so einfach aus. Du nimmst etwas in die Hand und es funktioniert. Das liegt daran, dass es sich um eine Vorstellung handelt. Doch die Realität hat nicht nur eine einzige Version zu bieten. Da sich äußere Einflüsse immer wieder verändern können, sind Situationen in Realität ganz anders als in deiner Vorstellung. Wichtig ist, dass du dir darüber bewusst bist. Da deine Vorstellung also nicht der Realität entspricht, kannst du auch in deiner Vorstellung nicht das finden, was du wirklich willst. Du musst deine Vorstellungen ausprobieren, bevor du sie dir als Ziel fest vornimmst. Was ich dir sagen möchte: Teste deine Ideen, bevor du alles daran setzt, sie zu realisieren. 

Wenn du zum Beispiel das Gefühl hast, du möchtest lieber auf dem Land anstatt in der Stadt wohnen, teste erst einmal deine Idee. Bevor du deine Stadtwohnung komplett aufgibst und mit Sack und Pack in ein Dorf ziehst, empfehle ich dir, erst einmal Urlaub auf dem Land zu machen. Nimm dir eine Woche Zeit, um deine Idee zu testen. Prüfe deine Vorstellung auf Alltagssituationen. In diesem Fall könnte das zum Beispiel sein, wie gut du die Dinge, die du zum Leben brauchst, erreichst. Oder ob es dich eventuell nervt, wenn du dich abends mit Freunden in der Stadt verabredest und du als Einziger einen weiten Weg nach Hause fahren musst. Oder ist es aber so, dass du die Landruhe in vollen Zügen genießt und dich an einem eigenen Garten erfreuen kannst? 

Was ich dir an dieser Stelle sagen will, ist, dass du deine Ziele aus deiner Vorstellung ein Stück weit in die Realität bringen sollst, bevor du alles daran setzt, dieses Ziel wirklich zu erreichen. Taste dich an dein vorgestelltes Ziel heran. Du kannst dir das so vorstellen wie eine Weinprobe. Du musst nicht die ganze Flasche Wein trinken, um zu merken, ob sie dir schmeckt. Du probierst einen Schluck und schwenkst das Glas in bestimmten Winkeln umher. So ähnlich machst du das mit deiner Zielverkostung. Schaue dir dein Ziel von allen Seiten gut an. Probiere einen kleinen Schluck. Nur so kannst du herausfinden, ob das Ziel wirklich das ist, was du willst. 

Aber seien wir mal ganz ehrlich. Natürlich kannst du nicht alle Ziele in Realität ausprobieren. Was du aber machen kannst, wenn du deine Ziele nicht real überprüfen kannst, ist, dir die Meinung und Erfahrung von anderen Menschen einzuholen. Wer befindet sich bereits in diesen Situationen? Wer könnte aus Erfahrung sprechen? Sicherlich solltest du dich nicht auf die Meinungen anderer versteifen. Dennoch können andere Meinungen und Erfahrungen helfen, zu erkennen, ob man etwas wirklich will. 

Du möchtest deinen Beruf wechseln und jetzt etwas ganz anderes machen? Du möchtest zum Beispiel in die Medienbranche gehen. Unterhalte dich mit verschiedenen Menschen, die bereits in dieser Branche arbeiten. Höre dir Podcasts an oder schaue dir Videos über die Branche an. Auch so kannst du dir einen realeren Eindruck verschaffen. Vielleicht stellst du dir ja eigentlich etwas ganz anderes unter diesem Beruf vor.

Vor längerer Zeit wollte ich mich im Programmieren versuchen. Ich dachte mir, Webseiten zu codieren könnte eine tolle Arbeit sein. Bevor ich aber all-in an die Startbahn ging, habe ich an einem dreiwöchigen Kurs im Codieren teilgenommen. Zunächst hat es mir Spaß gemacht, meine Zeit mit Formeln und Algorithmen zu verbringen. Aber zunächst war es auch noch einfach. In der letzten Woche wurde es immer schwerer. Und seien wir mal ehrlich: Diese für mich schwereren Aufgaben waren noch lange keine schweren Aufgaben für echte Programmierer. Ich stellte fest, dass ich meine Zeit nicht mit diesen Zahlen- und Buchstaben-Codes verbringen wollte. Ich wollte lieber raus in die Welt und anderen Menschen real helfen. Aus meiner perfekten Idee in der Vorstellung wurde keine Idee in der Realität. 

Was ich dir hiermit zeigen will, ist, dass du es vermeiden kannst, Energie und Zeit in ein Ziel zu investieren, das du eigentlich gar nicht willst. Wenn du deine Ziele am Anfang prüfst und verkostest, kannst du vielleicht schnell merken, ob du etwas magst oder eben vielleicht auch nicht magst. Investiere Zeit am Anfang, um am Ende eventuell Zeit zu sparen. 

4. Einfach machen

Wie ich bereits gesagt habe, kann man nicht alles ausprobieren. Und selbstverständlich kann auch ein Herantasten an dein Ziel nicht unbedingt zeigen, ob du dieses Ziel wirklich willst. Oft ist es ein Gefühl, das dir sagt, wenn sich etwas richtig anfühlt. Wenn du dir sicher bist, dass du ein Ziel erreichen willst, dann musst du es einfach machen! Das kann ich dir als letzten Tipp mit an die Hand geben: Mach einfach! 

Und ganz simpel gesehen geht es im Leben eben auch darum. Du setzt dir ein Ziel und gibst alles daran, dieses zu erreichen. Auf deiner Was-will-ich-Liste hast du die Ziele formuliert, die du erreichen willst. Jetzt geht es darum, diese nach gelungenem Ziel-Tasting auch zu erreichen. Das Motto der Stunde: Lebe dein Ziel aktiv. 

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