Nicht nur zur aktuellen Situation ist es wichtig sich mit dem Thema Innovation zu beschäftigen. Um Krisen zu bewältigen, benötigen wir neue Ansätze. Das ermöglicht es dem Unternehmen aber auch der Privatperson voranzukommen und sich aus einer prekären Situation zu bringen.

Dieser Artikel wird eine allgemeine Übersicht über einen Innovationsprozess geben, mit besonderem Blick auf die Ideengewinnungsphase. Denn dort gibt es zwei unterschiedliche Ansätze. Die Ideensammlung (Closed Innovation) und Ideengenerierung (Open Innovation). In der Closed Innovation liegt der Fokus auf den internen Ressourcen während die Open Innovation auf Netzwerke zurückgreift. Damit bestehen unterschiedliche Anforderungen an den Anwender und die Ergebnisse sind ebenfalls von dem Input abhängig.

Der Innovationsprozess

Jeder Innovationsprozess beginnt nach einem Impuls, mit der Ideengewinnung. Diese kann einmal durch die Ideensammlung oder die Ideengenerierung durchgeführt werden. In dieser Phase gilt es Ideen oder Lösungen für eine bestimmte Herausforderung zu finden. Diese Ideen müssen gespeichert werden, um im Anschluss gesichtet zu werden. Die Ideen bekommen eine Bewertung und danach folgt die Entscheidung. Die letzten beiden Phasen eines Innovationsprozesses sind die Umsetzung und Markteinführung. Diese Phasen sind je nach Lösung unterschiedlich aufwendig. Eine aufwendige Anpassung bei einem Automobil dauert länger als eine Social Network Beratung o.ä.. Neue Technologien brauchen eine andere Marktanalyse als bestehende Produkte. Je nach Wettbewerb muss eine passende Strategie gewählt werden. Aber egal um was es sich handelt, die Qualität der Lösung hängt von den Ideen ab, die am Anfang gewonnen werden.

Zwei verschiedene Ansätze der Innovation

Die Ideensammlung ist ein interner Prozess indem, beteiligte Mitarbeiter Ideen äußern, sodass die Entwicklung innerhalb des Unternehmens stattfindet. Während bei der Ideengenerierung über die Grenzen des Unternehmens geschaut wird. Das heißt es werden externe Menschen und Unternehmen mit einbezogen.

Die Ideensammlung, auch Closed Innovation genannt, können zum Beispiel ein internes Vorschlagswesen sein, wo Mitarbeiter ihre Ideen an die entsprechende Stelle schicken oder es werden Workshops und andere Veranstaltungen angeboten. Die Phasen der Speicherung bis zur Bewertung werden dann auch Intern weiter durchgeführt. Für die Umsetzung und Markteinführung wird sich je nach Idee Unterstützung geholt. Der Vorteil ist, dass so weniger Insider Wissen nach außen gebracht wird. Der Aufwand kann relativ gering gehalten werden. Jedoch ist die Ideenmenge geringer und bei der Umsetzung ist man auf sich alleine gestellt. Zusätzlich könnte das Phänomen der Betriebsblindheit auftreten. Dennoch entstehen viele gute Weiterentwicklung in der Closed Innovation. 

Bei der Ideengenerierung, der Open Innovation, werden die Ideen von extern Teilnehmern mit herangezogen. Dafür muss ein Briefing von der Ausschreiberseite aus stattfinden, dass die potenziellen Mitdenker auf dem gleichen Level sind. Viel wird Preis gegeben mit dem Ziel technologische Spin Offs zu erreichen. Ein Kerngedanke der Kooperation treibt solche Spin Off Entwicklungen an. Durch den Input des Netzwerkes können sehr viele Ideen generiert werden. Das liegt unter anderem an der viel größeren Teilnehmerzahl. Oft sind keine direkten Lösungen am Anfang zu erkennen, deswegen dauert die Bewertung länger. Je nach Intensität werden mehrere Feedbackschleifen geführt, um die Lösung auf die Herausforderung anzupassen. Das macht die Ideenspeicherung und Screening besonders anspruchsvoll. Der Entscheider hat mehr Optionen, von denen er eine wählen muss. Oft entstehen mehrere umsetzbare Ideen die von dem Netzwerk dann weiter vorangetragen werden können. So entstehen zum Beispiel Innovationskooperation, Joint Ventures oder Forschungsaufträge.

Der aufmerksame Leser wird erkannt haben, dass Mischformen der Ideengewinnungsphasen entstehen können.

Was gehört noch zu einer erfolgreichen Innovation dazu?

Dann gibt es zu diesen Ideengewinnungs-Formen zwei wesentliche Komponenten, die den Prozess stark beeinflussen. Wie ist das Unternehmen bzw. die Organisation aufgestellt und wie sind die Fertigkeiten und Fähigkeiten der Teilnehmer? Diese beeinflussen sich gegenseitig, denn runtergebrochen können wir das Konstrukt durch die Struktur, Prozesse und Personen beschreiben.

Zu der Struktur gehört zum Beispiel die Hierarchieform, die mit der Koordination einhergeht. Das heißt in einem Pyramidenmodell kommuniziert die oberste Ebene nach unten. Gibt es selbstorganisierte Teams oder hat das Unternehmen eine einheitliche Struktur? 

Zu den Prozessen gehört die Organisation von Projekten, dem Informationsfluss sowie übergreifende Themen wie Neueinstellung, Führung und der Umgang mit Konflikte. Die Personen bestimmen den Sinn und haben Einfluss auf die Werte und die Strategie. Das Ganze hat großen Einfluss auf die Innovationskultur des Unternehmens. Diese sollte einer Vertrauens-Fehler-Innovationskultur sehr nahekommen. Das heißt offener Umgang mit Fehlern, Ermutigung Neues auszuprobieren, flexibel in den Prozessen zu sein, Wissen aller Mitarbeiter fördern und nutzen … 

Pauschal kann dann gesagt werden, dass strukturierte Unternehmen mit der Closed Innovation besser klarkommen und dynamische Unternehmen besser mit der Open Innovation. Die Anpassungsfähigkeit aber auch die Flexibilität der dynamischen Unternehmen ermöglicht die Schnelligkeit die in der Open Innovation gefragt ist. Strukturierte Unternehmen haben oft eigene Systeme in denen weitere Herausforderungen bestehen, sodass nur isolierte Lösungen betrachtet werden können.

Das wichtigste sind jedoch die Menschen, denn diese kommen mit den Ideen. Das heißt, der Prozess ist abhängig von den Fertigkeiten und Fähigkeiten der Teilnehmer. Zu diesen gehören zum Beispiel die Intelligenz, Kreativität, Teamfähigkeit und Erfahrungen.

Bei der Closed Innovation ist das Unternehmen mit den Ressourcen die es bereits besitzt beschränkt. Das heißt, es müssen aktuelle Experten in dem Unternehmen arbeiten, um einen guten Ideengewinnungsprozess durchzuführen. Während bei der Open Innovation Experten von anderen Branchen teilnehmen können, kommen die Ideen auf verschiedenste Weise zusammen und kreieren außergewöhnliche Lösungen.

Selbst innovativ werden

Um die Open Innovation zu initiieren gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Kollaberative Mind Maps wie Coggle, Flinga, Mindmaster
  • Branchenspezifische Foren wie bei Lego, NRW Bank, Frankfurter Airport …
  • Innovationsforen oder Ideenwettbewerbe wie INNOspace Masters, Raus aus dem Stau, Reinventing Organizations
  • Social Networks wie openinnovationnetwork.com aber ganz klassisch und weit verbreitet sind Facebookgruppen.

Persönlich arbeite ich am liebsten mit Mind Maps, da sie eine schöne Struktur aufweisen, in denen sich besondere Verbindungen ergeben. Es lohnt sich immer andere Menschen mit einzubeziehen, um neue Perspektiven zu schaffen. Damit ermöglicht man sich ein großes Portfolio an Möglichkeiten. Für Leute, die mehr Interesse haben gibt es in diesen Büchern tiefere Einblicke in das Innovationsmanagement.

Ich wünsche viel Spaß und Erfolg bei der Suche oder Verbesserung eurer Ideen!

Weiterführende Literaturempfehlungen für die Praxis:

Rustler, 2020, Denkwerkzeuge

Vullings & Heleven, 2016, Not invented here. Cross-Industry-Innovations

Wissenschaftliche Literaturempfehlungen für die Theorie

Chesbrough, 2006, Open Innovation Researching a new paradigm

Reick, & Kastner, 2006, Innovation durch Kulturentwicklung – Vertrauens-Fehler-Lern-Innovations-Gesundheitskultur als Konzept innovativer Organisationsentwicklung

Laloux, 2014, Reinventing Organisations

Simens, Connectivism – a learning Theory for the digital age

Pricher, 2014, Wissensmanagment, Wissenstransfer, Wissensnetzwerke

Vahs & Brem, 2015, Innovationsmanagemnt

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