Der Lebenslauf oder CV ist ein ganz entscheidendes Dokument, wenn ein Mitarbeiter des Personalwesens einer Firma oder Behörde entscheiden soll, ob ein Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Dank Digitalisierung und KI sind wir heute schon so weit gekommen, dass es oftmals eine Software ist, die derartig lebensentscheidende Vorauswahl trifft. Blumige Formulierungen oder gar eine üppig fantasievolle Gestaltung sind beim Lebenslauf eher fehl am Platz. Was zählt, sind Fakten, die auch unbedingt der Wahrheit entsprechen sollten. 

Design und Formulierungen

Beides gilt es im Curriculum Vitae, kurz C.V. oder CV, zu optimieren. Diese Aussage lässt sich auch ganz anders auffassen: Da du im Nachhinein am Verlauf deines Lebens nichts beschönigen kannst, macht es Sinn, dass du dein Leben so früh wie möglich aktiv auf eine optimale Bahn lenkst. Es gibt in der Sache einen frappierend einfachen Zusammenhang: 

Wer interessiert ist, ist schließlich auch selbst interessant!

Die praktische Komponente dieses wirklich guten Rats heißt: Sei so frühzeitig wie möglich ein interessierter, lernbereiter Mensch, der stets für Neues offen ist. Konkret bedeutet dies, dass du dich nicht allein mit den Angeboten, die die Schule, die Ausbildung oder das Studium offerieren, zufriedengibst, sondern deine Kompetenzen aktiv selbst vorantreibst. Das oder die Hobbys spielen dabei sogar eine entscheidende Rolle. Im Übrigen wird im Vorstellungsgespräch auch danach gefragt.  

Beispiele für Interessen, die jeden Menschen in seiner persönlichen Entwicklung weiterbringen, sind:

  • Sprachen lernen
  • Die Kulturen anderer Länder ergründen
  • Auslandssemester wie Erasmus absolvieren
  • Work and Travel
  • Eine Lehre im Handwerk absolvieren
  • Social Media produktiv nutzen
  • Jugendgruppen leiten
  • Musiker in einer Band
  • Altenpflege oder Hospiz-Arbeit

Gerade Letzteres beweist deine hohe soziale Kompetenz, sodass kaum gewagt wird, noch Fragen zu deiner Teamfähigkeit zu stellen. Als sehr hilfreich erweist es sich, wenn du deinem CV Belege über dein persönliches Engagement zum Beispiel in Form von Zeugnissen oder Zertifikaten, gegebenenfalls auch eine Danksagung oder Ehrung als PDF beifügen kannst. 

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Alles hängt mit allem zusammen

Dass junge Menschen sich noch finden wollen und müssen, ist jedem Personaler bewusst. Doch wenn du schon ein paar Jahre auf dem Buckel hast, möchte der Mitarbeiter im Personalwesen in deinem Werdegang ein Muster beziehungsweise eine Systematik erkennen. So macht es sich besser, wenn die Vielfalt deiner Interessen nicht zu weitständig auseinanderklafft, das heißt, es sollten die persönlichen Ziele, auf die du konsequent zugearbeitet hast, erkennbar sein. Wer zum Beispiel schon als Schüler großes Interesse an der französischen Sprache hatte, hat danach vielleicht ein DELF-Zertifikat für Fortgeschrittene angestrebt. 

Natürlich besteht das Kerngerüst des Lebenslaufs immer aus der Abfolge: Schule, Berufsausbildung und/oder Studium und danach aus den bisherigen beruflichen Stationen. Doch die zusätzlichen Praktika sowie Aus- und Fortbildungen sollten sich wie eine Aufpolsterung in dieses „Kerngeschäft“ harmonisch einfügen. Daraus leitet der Personaler Persönlichkeit, Charakter und Dynamik ab. Im Übrigen lassen sich damit auch unschöne Lücken im Lebenslauf recht geschickt schließen. 

Die Digitalisierung hat vieles verändert

Und ein Ende des schnellen Wandels ist nicht abzusehen. Das früher übliche postalische Verschicken einer Bewerbungsmappe wird immer seltener verlangt, wenngleich du nicht a priori davon ausgehen kannst, da es noch viele kleine Betriebe gibt, für die sich eine Personalmanagement-EDV nicht lohnt. Gegebenenfalls solltest du also nachfragen, wenn dazu keine eindeutigen Angaben gemacht wurden.

Normalerweise verwendest du ein Textverarbeitungsprogramm wie Word, sendest aber nicht die DOC-Datei an den potenziellen Arbeitgeber, sondern wandelst dein Produkt zuvor in ein PDF, weil darin im Nachhinein niemand Änderungen vornehmen kann. Die größere beziehungsweise moderne Firma, die dein Adressat ist, schiebt unter anderem dein CV durch eine Software, die es sichtet, auswertet und wie in einem Ampelsystem darüber entscheidet, ob du in die nähere Auswahl kommst. Willkommen in der schönen neuen Welt.

Die inzwischen flächendeckende Einführung von Bewerbermanagementsystemen stellt eine enorme Veränderung in unserer Arbeitswelt dar, die den meisten Bewerbern so noch nicht bewusst geworden ist. Eingehende Lebensläufe im DOC- oder PDF-Format werden zunächst so umformatiert, dass sie für das jeweils installierte ATS lesbar sind. Das ist wirklich schade, falls du dir mit kreativen Ideen viel Mühe gegeben hast beim Design und bei der sonstigen Gestaltung, denn das ist dann alles weg. Der Personaler sieht von deinem CV nur noch nüchterne Zahlen und Fakten.

So ist es nur konsequent, wenn du, sofern die Möglichkeit gegeben ist, deine Bewerbung direkt online in die Formulare des Karriereportals des Arbeitgebers oder eben mobil per App eintippst. Unmittelbar danach kommt dann eine Künstliche Intelligenz (KI), also eine selbst lernende Software, zum Einsatz, die vollkommen emotionslos die Vorauswahl trifft, ohne dass auch nur ein einziges menschliches Auge einen Blick auf dein nettes Anschreiben geworfen hat.

Solche „Applicant Tracking Systems“ (ATS) treiben in vielen Personalabteilungen ungefähr seit dem Jahr 2005 ihr „Unwesen“ und geben vom Bewerbungseingang bis hin zur Endauswahl einen unumstößlichen, standardisierten Workflow vor. Nur wem das bewusst ist, kann sein CV dahingehend optimieren, dass er die technische Hürde passiert.

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