Du hast dir ein Ziel gesetzt, was ist der nächste Schritt? Eine klare Standort Bestimmung. Du weißt, wo du hin willst, aber weißt du auch, wo du jetzt gerade stehst? Den eigenen Standort erkennen ist ein wichtiger Schritt auf deinem Weg in die Umsetzung. Eine klare Analyse des Ist-Zustandes hilft dir zu identifizieren, welche Punkte sich verändern müssen, um deinen Soll-Zustand zu erreichen. 

Was ist Standort Bestimmung?

Bevor du in die Umsetzung gehst, ist es wichtig, deinen aktuellen Ist-Zustand zu verstehen. Wo du gerade stehst, hängt von einigen unterschiedlichen Faktoren ab. 

  • Deine sozialen Rollen 
  • Dein Energiehaushalt 
  • Grenzen und Eigenverantwortung

Diese Faktoren spielen für die Umsetzung deiner Ziele eine wichtige Rollen und sollten nicht außen vor gelassen werden. Je besser du verstehst, wo du gerade stehst, desto effektiver kannst du an den richtigen Schrauben drehen, um ein Umfeld zu schaffen, in dem du glücklicher bist und die richtigen Voraussetzungen für die Umsetzung deiner Ziele gegeben sind. 

Welche Rollen nimmst du ein?

In unterschiedlichen sozialen und beruflichen Situationen nimmt jeder von uns bewusst oder unbewusst bestimmte Rollen ein. Einige davon sind vordefiniert. Zum Beispiel nimmt jeder innerhalb der Familie die ihm zugeteilte Rolle als Sohn oder Tochter, Bruder oder Schwester und später als Vater oder Mutter ein. Auch private und berufliche Beziehungen sind durch solche Rollen strukturiert. Du bist zum Beispiel Freund, Partner und Mitarbeiter, Vorgesetzter, 

Jede Rolle kommt mit bestimmten Aufgaben und Eigenschaften. Sie werden gestaltet durch vorherige Erfahrungen, Beziehungen und deren Implikationen, Erwartungen und Gefühle. Je bewusster wir diese Rollen mitgestalten, desto mehr können wir ein positives Selbstbild entwickeln und unsere Stärken optimal ausbauen. Allerdings können deine Rollen auch miteinander in Konflikt treten oder deine Ressourcen sind beschränkt und reichen nicht aus, alle Rollen zu befrieden. 

Übung: Eigene Rollen identifizieren 

Nimm dir Zeit und ein Blatt Papier und schreibe alle Rollen auf, in denen du dich aktuell befindest. Diese Liste sieht für jeden individuell anders aus. Denke über deine Woche nach und darüber, mit welchen Menschen du auf regelmäßiger Basis zu tun hast und wie sich deine Beziehung mit ihnen gestaltet. Konzentriere dich dabei auf folgende Bereiche: 

  • Familie. Welche Rollen nimmst du innerhalb deine Familie ein? Bedenke, zu welchen Person du in enger Beziehung stehst und welche Rollen damit einher gehen. 
  • Beruf. Auch hier kannst du mehrere Rollen einnehmen. In welcher Beziehung stehst du zu Mitarbeitern auch gleicher Ebene, auf Führungsebenen und unter dir? 
  • Freunde. Was charakterisiert deine Freundschaften? Nimmst du für unterschiedliche Freunde verschiedene Rollen ein?
  • Hobbies. Hier können Tätigkeiten in Vereinen oder im Freizeitbereich hinein zählen. 

Zeichne nun einen Kreis. Das ist dein Rollenkuchen. Er spiegelt deine Woche wider und die Rollen, die du während dieses Zeitraums einnimmst. Zeichne deine Rollen intuitiv als Kuchenstücke ein. Welche Rollen nehmen die meiste Zeit ein? Zeichne sie als größere Stücke ein. Nun ist es an der Zeit über deine Rollen zu reflektieren. Frage dich: 

  • Welche Eigenschaften oder Kompetenzen benötigst du, um die Rolle zu bewältigen? Schreibe ein oder zwei Stichworte auf. 
  • Fühlst du dich in dieser Rolle kompetent und erfolgreich? Bewerte sie nach dem Ampelsystem. Rot bedeutet, dass du dich der Aufgabe nicht gewachsen fühlst, orange bedeutet, dass sie dir ab und zu Schwierigkeiten bereitet und grün, dass du mit ihren Anforderungen gut zurecht kommst. 
  • Welche Aufgaben spenden Kraft, welche rauben sie dir eher? Kennzeichne Kraftspender mit einem + und Krafträuber mit einem -. 

Bilanz ziehen 

Das ist der Ist-Zustand deiner aktuellen sozialen Rollen. Bist du damit zufrieden? Wie fühlst du dich damit im Augenblick? Sind Aufgaben, die dir Kraft schenken und Aufgaben, die dir Kraft rauben im Gleichgewicht oder Ungleichgewicht? Welche Rollen sind dir wichtig? Nehmen diese Rollen einen großen Teil deiner Zeit ein oder kommen sie vielleicht zu kurz? 

Male nun einen neuen Rollenkuchen und trage deinen idealen Wunschzustand der Rollenverteilung ein. Vergleiche. Woran musst du arbeiten, um deinen Wunschzustand zu erreichen? 

Energieeffizient oder Energieverschwendung?

Eine ausgewogene Lebensführung erlaubt es dir mit deinen Energieressourcen optimal zu haushalten. Idealerweise hast du einen guten Ausgleich zwischen Arbeitsphasen oder Stress und Ruhephasen bzw. Entspannung. Kommst du jeden Abend völlig ko nach Hause und kannst dich nach der Arbeit kaum dazu aufraffen, Freunde zu treffen oder etwas für dich zu tun, ist das ein eindeutiges Anzeichen, dass etwas in deinem Energiehaushalt schief läuft. Während berufliche Aufgaben oft Kraft kosten, sind unsere Freundschaften und Beziehungen oft wichtige Kraftspender. Läuft allerdings etwas schief in diesen Beziehungen, können sie ebenfalls auszehrung werden und die Kräftebalance durcheinander bringen. 

Übung: Die eigene Energiebilanz bestimmen 

Zeit für eine Selbsteinschätzung. Auf einer Skala von 1 bis 10, wo siehst du deine Durchschnittsenergie der letzten Wochen? Hast du dich energiegeladen und deinen Herausforderungen gewachsen gefühlt oder warst du häufig antriebslos und müde? Denk nicht zu lange darüber nach, sondern bewerte deinen Zustand intuitiv. 

Welche Tätigkeiten haben deine Energiebilanz beeinflusst? Nimm dir ein DinA4 Batt und schreibe Energieräuber auf die eine Seite, Energiespender auf die andere. Bedenke dabei sowohl körperliche, seelisch-geistige, als auch emotionale Aspekte. Was hat dir Energie gegeben, was hat dir Energie geraubt? 

Ist deine Energiebilanz ausgeglichen oder gibt es zu viele Energieräuber in deinem Leben? Wenn das der Fall ist, was kannst du tun, um das auszugleichen? Welche energieraubenden Tätigkeiten kannst du an jemand anderen abgeben? Von welchen Energiespendern brauchst du mehr in deinem Leben? 

Verantwortung übernehmen 

Jeder von uns hat die Tendenz, eine bestimmte Perspektive zu dem einzunehmen, was ihm im Leben passiert. Viele Menschen sehen sich schnell in der Opferrolle und geben ihren äußeren Umständen oder Mitmenschen die Schuld dafür, dass sie ihre Ziele nicht erreichen können oder dass ihre Situation nunmal so ist, wie sie ist. Menschen in der Opferrolle sind passiv und es fällt ihnen schwer, aktiv etwas an ihrer Situation zu ändern, kurz: Sie übernehmen keine Verantwortung

Das Ablehnen von Eigenverantwortung zeigt sich zum Beispiel sprachlich in häufig verwendeten Floskeln. Beobachte dich selbst über die kommende Woche. Verwendest du regelmäßig Sätze, die die Verantwortung von dir zu anderen schieben? 

Beispiele: 

  • Weil x so lange gebraucht hat, bin ich jetzt zu spät. 
  • Diese Gewohnheit habe ich mir von meinen Eltern abgeschaut. 
  • Alle anderen haben es auch so gemacht. 

Grenzen setzen 

Vielen Menschen fällt es schwer, gesunde Grenzen zu setzen und sich für deren Einhaltung aktiv einzusetzen. Allerdings ist dieses Thema so komplex und vielfältig, dass es seinen eigenen Artikel verdient! 

Und jetzt?

Du hast nun einige Tools kennen gelernt, die dir dabei helfen können, deinen Standort und deinen Ist-Zustand zu bestimmen. Eine professionelle Standort Analyse geht allerdings viel tiefer. Ein Coach oder Trainer kann dir dabei helfen zu bestimmen, wo du gerade stehst und daraus ein Konzept für die Umsetzung deiner Ziele entwickeln.

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