Ein Arbeitgeberwechsel und die damit verbundene Jobsuche – das heißt für viele: potenzielle neue Arbeitgeber recherchieren, Stellenausschreibungen identifizieren, Motivationsschreiben verfassen, den CV auffrischen und die bisherigen Dokumente aktualisieren. Motivationsschreiben, CV und Zeugnisse werden abgeschickt, erste Interviews vereinbart – und dann grüßt das Murmeltier, bis endlich die neue Stelle gefunden ist. Nur wenige erkennen, dass sie nach 30, 40, 50 oder vielleicht sogar 100 vergeblich rausgeschickten Bewerbungsunterlagen eine andere Strategie anwenden sollten.

Eine alternative Variante ist die passive Jobsuche. Sie geht die Thematik ganz anders und weniger konventionell an. Nicht aktiv auf Jobsuche gehen, sondern vom neuen Arbeitgeber gefunden werden. Das klingt erstmal wie eine traumhafte Sache, ist allerdings eine zeitgemäße und durchaus realistische Option für Positionen, bei denen Kandidaten nicht allzu üppig auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind. Sie hat gerade in letzter Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen, gerade dann, wenn es um Jobs für Führungskräfte und Manager geht. Trotzdem ist die passive Jobsuche noch nicht in den Köpfen der Bewerber angekommen, und viele bleiben ausschließlich bei der klassischen Alternative mit Recherche und Versand von Bewerbungsunterlagen. Wer allerdings nur aktiv auf Jobsuche geht, läßt alle Möglichkeiten digitaler Selbstvermarktung ungenutzt.

Wie kannst du dich als Fach- oder Führungskraft für geeignete Positionen finden lassen?

Vermittler und Headhunter für die Jobsuche

Wohl die meisten renommierten Arbeitgeber entlasten und flexibilisieren ihren Human Resources Bereich durch das Auslagern des Recruitings auf Personalvermittler und Headhunter. Kompetente Branchenkenner sind permanent damit beschäftigt, hochspezialisierte Fach- und Führungskräfte aufzuspüren. Und hier ist der leichteste Einstieg in eine passive Stellensuche anzusiedeln. Lasse dich von Jobmaklern finden, indem du deinen Lebenslauf auf fünf bis zehn branchennahe Headhunter streust. Nutze also ruhig schon frühzeitig die Kompetenzen und das Netzwerk der Jobvermittlungsprofis. Dabei kannst du bei namhaften Dienstleistern auf absolute Diskretion vertrauen. Und du tastest dich dadurch ganz unverbindlich an das Thema heran und übst dich in der neuen Phase der Jobsuche.

Outplacement

Wenn dein Wechsel auch seitens des bisherigen Arbeitgebers gewünscht ist, dann frage ihn doch mal nach einem Outplacement Service. Outplacement Spezialisten sind fokussiert auf branchenspezifisches Networking und auf persönlich zugeschnittes Jobcoaching für ihre Klienten, die in der Freistellungsphase und somit auf Jobsuche sind. Outplacement sorgt für einen sauberen Abgang beim alten Arbeitgeber, auch im Bezug auf Vertragsdinge und den Anspruch auf ein qualifiziertes und wohlwollendes Arbeitszeugnis, welches eine wichtige Grundlage für die neue Jobsuche darstellt. Und Outplacement bedeutet Newplacement, also die Suche nach einer zugeschnittenen neue Stelle, die den persönlichen Eignungen, Kompetenzen und Entwicklungswünschen entspricht. Schon lange nicht mehr beworben? Schon lange keine Vorstellungsrunden mehr durchlebt? Mit Outplacementberatern hast du die besten Sparringspartner für persönliches Feedback und Bewerbungscoaching, und du kannst optimal vorbereitet in Gespräche und Assesmentrunden einsteigen.

Persönliches Benchmarking

Schaue in so einer Phase nach links und rechts: Identifiziere für dich ein bis zwei Wunsch-Arbeitgeber und beobachte über ein paar Wochen deren Jobangebote. Auch wenn du dich nicht sofort für eine Bewerbung dort entscheidest oder wenn die Angebote nicht passend sind, kannst du dich selbst reflektieren und einordnen, wo die Reise hingeht. 

Networking für die Jobsuche

Zeige deine Präsenz auf den Networking Plattformen linkedin und xing. Recruiter sehen dort sofort, was deine Qualifikationen und Eignungen sind. Gehe also sicher, dass die Angaben zu deinen vergangenen Jobs und Qualifikationen auf dem neusten Stand und vollständig sind. Aber: Beim Online-Profil gelten die gleichen Regeln wie beim klassischen Lebenslauf – beschränke dich besser auf die wirklich wichtigen Stationen. Du kannst bei xing deinen Lebenslauf als Dokument übrigens auch in deinem Profil einpflegen. Ein absolutes Must Have, denn Personaler werden dich nach einer aktiven Bewerbung genau auf diesen Portalen googeln. Suche außerdem auf den Beufsportalen immer wieder neu nach alten und neuen Kontakten um dich zu vernetzen, sowohl mit Einzelpersonen als auch innerhalb von Interessengruppen. Nicht zuletzt, da du dadurch viel Know How und echte neue Beziehungen über Themenabende, virtuelle und reale Veranstaltungen generieren kannst.

Bewerberhomepage

Mit einer Bewerberhomepage kannst du mit deinem Profil ins Detail gehen und ein umfangreicheres Gesamtbild von dir darstellen, als es mit einer konventionellen Bewerbung möglich ist. Und du kannst dich damit von Human Resources Spezialisten online finden lassen. Diese Methode stellt einen eher unkonventionellen Weg der Bewerbung dar und ist auf alle Fälle bei einer realen Anbahnung ergänzend zum Versand von CV und Zeugnissen zu sehen. Vor allem in (kreativen) Geschäftsfeldern, wo es um Arbeitsproben geht, kann eine Bewerberhomepage viel zusätzliche Info in Form von visueller und auditiver Darstellung liefern. Auf alle Fälle ist das eine Ergänzung, die dir vor der aktiven Bewerbungsphase hilft, gefunden zu werden, und während der aktiven Bewerbungsphase größtmögliche Transparenz verschafft. Achte bei bei der Erstellung der Website auf SEO Konformität, damit die Seite gut auffindbar ist.

Passive Präsenz auf Stellenbörsen kannst du vergessen

Was sind Motivations- und Zeitfresser Nummer 1 im Bewerbungsverlauf? Richtig, Plattformen. Um die Möglichkeiten der passiven Jobsuche optimal auszunutzen und abzurunden, platziere deinen Lebenslauf auf Jobbörsen wie monster, indeed oder stepstone. Denn auch hier stöbern Personaler nach geeigneten Kandidaten für lang vakante Positionen. Achte bei all dieser passiven Präsenz auf Plausibilität. Alle Angaben auf verschiedenen Portalen sollen übereinstimmen, denn das ist der allererste Eindruck, den der neue Arbeitgeber bekommt. Und der muss neben allem Anderen auch für deine Sorgfalt sprechen. Verbringe hier also nicht zu viel Zeit und schicke bei jeder Bewerbung auch ein bisschen Hoffnung mit. Sei nicht zu enttäuscht, wenn du von 80% der Unternehmen eine negative oder sogar gar keine Rückmeldung erhältst.

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