Sich stets mit denen, die um vieles besser, eben erfolgreicher und kreativer, witziger, schlagfertiger, intelligenter, mutiger, reicher, … sind, zu vergleichen führt schnell in die Depressionen, zu Unglücklichsein und zu dem Eigenbild des Versagers. 

Zumal wir prinzipiell unsere Startbedingungen mit dem erreichten Ziel unseres Vorbilds vergleichen. Das ist der Eisberg, von dem nur das eine Siebtel Erreichte über die Wasseroberfläche hinaus ragt, aber die wesentlichen sechs Siebtel, unter der Wasseroberfläche, die alles tragen, die die gesamte Arbeit darstellen, die zum Ziel geführt haben, blenden wir aus – um unseren Schmerz noch zu erhöhen. 

Wir sehen Eliot Kipchoge, der beim Berlin-Marathon 2018 mit 2:01,39 Stunden den regulären Marathon-Weltrekord aufstellte. 

Wir blenden aus, die über 10 Jahre extrem hartes Training geprägt von Entbehrungen, als persönliche Leistung. Sowie, das er von 41 Tempomachern begleitet wurde und weitere 40 Leute in seinem Team hatte, der Team-Leistung, ohne die das alles nicht  möglich gewesen wäre. 

Wir sehen Elon Musk, als aktuell reichsten Mann der Welt, und auch hier ist die Frage erlaubt, wie er die zehn oder 20 Jahre davor gelebt hat, und ob sein aktuelles Leben wirklich erstrebenswert ist. 

Möchten Sie wirklich mit Eliot oder Elon tauschen? 

Soweit so gut und so richtig. Zugleich ist es aber so, dass wir bereits in der Grundschule, ob nun im Sportunterricht oder in Mathe, auf den Vergleich mit anderen getrimmt werden. Am Ende eines Schuljahres gibt es immer der oder die Klassenbeste und die oder der Klassenschlechteste, und die eigene Position, was schriftlich im Zeugnis dokumentiert ist. 

Zudem beruht unsere gesamte Evolution, also auch unsere Weiterentwicklung, auf dem Grundsatz von Charles Darwins „The survival of the fittest“. 

Doch eines der größten Missverständnisse, so scheint es, beruht auf der Bedeutung des Wortes „fit“ im deutschen Spracheraum. 

Das Wort fit, in seiner englischen Bedeutung, ist passen, anpassen, geeignet.  

So hat auch Charles Darwin sein Forschungsergebnis verstanden, dass der Anpassungsfähigste sich durchsetzt und eben nicht die, die stärker, kreativer, witziger, schlagfertiger, intelligenter, mutiger und reicher sind. 

Natürlich ist es von Vorteil, über diese Eigenschaften zu verfügen, aber man muss sie auch nutzen, einsetzen, für den permanenten Wandel, und zwar den eigenen, persönlichen Wandel. 

Damit sind wir beim Kern des Kerns – Benchmarking ist nur sinnvoll und hilfreich mit sich selbst. Bin ich heute besser als gestern, als vorgestern, als letzte Woche, als letzten Monat oder als letzten Jahr? 

Und der Betrachtungszeitraum geht vom ersten Atemzug bis zum letzten Atemzug. Wenn die persönliche Kurve dann wie der DAX-Verlauf ausschaut, vor vielen Jahren bei niedrigem Niveau gestartet, mit vielen Höhen und auch vielen Tiefen, nun auf einem hohen Niveau steht, dann doch alles gut. Wenn, ja wenn wir es vermeiden unsere Kurve über die der anderen zu legen. 

Selbst wenn ich die reichste Frau der Welt bin, so gibt es immer eine, die kreativer, witziger, schlagfertiger, intelligenter, mutiger und hübscher ist.   

Selbst wenn ich der stärkste Mann der Welt bin, so gibt es immer einen, die kreativer, witziger, schlagfertiger, intelligenter, mutiger und reicher ist. 

(Es lohnt sich, die Autobiografie von Arnold Schwarzenegger zu lesen!) 

Womit bewiesen ist, dass der Vergleich mit anderen nur unglücklich macht. 

Aber die andern sind ja nun mal da und ich lebe nicht im luftleeren Raum, könnten Sie entgegnen. 

Zu Recht. Denn wenn sie in einer Situation sind, wie zum Beispiel der Jobsuche, dann stecken sie wieder mitten im Benchmarking. Sie müssen sich präsentieren, sie müssen die „Zeugnisse“ ihrer Vergangenheit vorlegen, dann werden Sie gewogen und es wird über Sie befunden. 

Benchmarking in seiner reinsten Form also. Wie bringt mich das jetzt weiter, könnten Sie fragen. 

Der erste, aber wesentliche Schritt, ist zu akzeptieren, dass das wichtigste Benchmarking, immer noch das Benchmarking mit sich selbst ist.  

Wenn Sie in den Spiegel schauen, und nun statt auf ihr Äußeres, tiefer schauen, sich tief in die Augen schauen und spüren, dass sie auf dem richtigen Weg sind, dann vertrauen Sie sich selbst. Haben also Selbstvertrauen

Wenn Sie jetzt noch lernen, in der Gegenwart präsent zu sein, statt sich von sinnlosen Grübeleien über Vergangenes oder Zukünftiges verwirren zu lassen, dann erreichen Sie als Person einen Zustand und damit eine Ausstrahlung, die von anderen als souverän bis hin zu charismatische wahrgenommen wird. 

Dann sind wir auch plötzlich in der Lage Dinge nicht mehr danach zu beurteilen, ob sie gut oder schlecht, richtig oder falsch sind, sondern fangen an sinnvollere Kriterien anzulegen wie,  „Was funktioniert?“ oder „Was bringt mich weiter?“. Kurzum, sie haben umgeschaltet von problemorientiert zu lösungsorientiert. Auch das bringt Sie wieder als Person in einen Zustand und damit eine Ausstrahlung, die von anderen als souverän bis hin zu charismatische wahrgenommen wird. 

Diese tiefe Stimmigkeit, mit sich selbst und dem Umfeld, ist eindrucksvoll und macht sie zugleich attraktiv, zum Beispiel für einen künftigen Arbeitgeber. 

Viele Studien belegen, dass ihr inneres Bild, dass sie von sich selbst haben, ihr Bild, dass sie nach außen vermitteln, bestimmt. Von innen nach außen entsteht die Lösung. 

Meditation, ist ein Beispiel für eine Lösung, über einen vermeintlichen Umweg. Täglich 30 Minuten oder mehr zu verschwenden, mit nichts tun und nichts denken zu, führt zum Ziel. Zumindest glauben Elon Musk, Eliot Kipchoge und viele andere „Idole“ daran und tun es. 

Als Resümee können wir festhalten, dass der Vergleich mit anderen, von außen nach innen, eher problemorientiert ist. Der Vergleich mit sich selbst, also von innen nach außen, eher lösungsorientiert ist.  

Kurzfristiges Benchmarking mit anderen, kann sinnvoll sein, um die eigene Kompassnadel wieder zu kalibrieren. Langfristig jedoch, führt nur meine eigene und stetige Entwicklung zum Erfolg und zur Zufriedenheit. Ich kenne meine Ziele und Potenziale genau und kann damit umgehen, dass ich nicht König von Deutschland werde. 

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