Aus einer guten beruflichen Lage kann schnell eine schlechte werden und dein Arbeitsplatz kann sich jederzeit verändern. Du hast bereits gelernt, dass es wenig bringt, das zu lamentieren. Du weißt aber auch, dass eine Phase der Ablehnung aus Angst heraus eine normale und gesunde Reaktion auf Veränderungen ist. Es gilt, den Mittelweg zwischen diesen beiden Wegen zu finden, denn so kannst du schnell damit beginnen, an deine Zukunft zu denken und diese zu planen.

Erlaube dir, die Phasen der Veränderung zu durchlaufen. Du brauchst nicht bereits einen fertigen Plan für deine berufliche Zukunft zu haben, wenn dir gerade erst mitgeteilt wurde, dass es deinen Job so bald nicht mehr geben wird und sich etwas tun muss. Ein Tag, eine Woche, ein Monat – so lange, wie es nötig ist und wie du auch wirklich die Zeit hast, darfst du der Veränderung ablehnend begegnen. Das ist Teil des Prozesses. Du weißt aber auch, dass Information und Aufklärung dafür sorgen, dass du bald in die folgenden Phasen gelangen kannst. Du kannst dann verstehen, wie es zu dieser Entscheidung gekommen ist und was nun von dir erwartet wird, welche Chancen sich nun für dich ergeben. Dann kannst du aktiv einen Plan entwickeln, wie du dem gerecht werden kannst – und schon bist du in der handelnden und nicht mehr in der passiven Rolle.

Beispiel:

Seit einigen Monaten gibt es einen neuen Head of Finance im Unternehmen, in dem Sabine seit 10 Jahren im Controlling tätig ist. Er stellt alle Prozesse um und handelt den Angestellten damit mehr Ärger ein, als er ihnen erspart. Sabine und mehrere andere Kollegen haben in vielen Gesprächen bereits versucht, mit ihrem neuen Vorgesetzten zu reden. Er zeigte sich uneinsichtig und inzwischen sind viele Kollegen sehr unzufrieden und kommen gar nicht mehr gerne zur Arbeit.

Auch bei Sabine ist ein Punkt erreicht, an dem sie morgens nicht mehr gern das Büro betritt. Sie stellt sich eines Morgens die Frage: Was wäre, wenn dieser Zustand so bleibt, wie er ist? Was würde es mit mir machen, wenn ich an der Situation nichts verändern kann. Wo stünde ich dann mit meiner beruflichen Entwicklung in einem Jahr von jetzt an?

Sie stellt fest, dass es nicht das ist, was sie will. Ihr ist es wichtig, gute Arbeit abzuliefern, und aktuell ist sie damit nicht zufrieden. Das liegt vor allem am neuen Vorgesetzten. Sie war die letzten zehn Jahre zwar glücklich im Unternehmen und hat dort auch Freundschaften geschlossen, aber es bringt sie nicht mehr weiter und belastet sie inzwischen sogar, dort zu arbeiten. Womöglich wird sie in Zukunft noch so unzufrieden, dass sie das irgendwann zu deutlich sagt – und das kann sie den Job kosten. Deswegen nimmt sie lieber selbst die Zügel in die Hand und beschließt, sich anderweitig zu bewerben, solange sie noch in Ruhe entscheiden kann, wo und wie sie arbeiten will.

Beim Blick in die Zukunft geht es um eine realistische Einschätzung der Situation. Stell dir dabei folgende Fragen:

  • Angenommen, es verändert sich alles genau so, wie ich es brauche: Wo würde ich dann in Zukunft stehen? Will ich beruflich dorthin?
  • Angenommen, es würde sich an der jetzigen Situation gar nichts ändern: Was heißt das konkret für mich? Will ich das?
  • Kann ich aktiv beeinflussen, was sich ändern muss, damit meine berufliche Zukunft passend für mich ist?
  • Welche Optionen habe ich, um meinen gewollten Weg zu gehen? Welche dieser Optionen will ich umsetzen und welche möchte ich nicht ausprobieren? Was hält mich davon ab, die Wege zu gehen, die ich ablehne?

Jede Veränderung bedeutet etwas für deine berufliche Perspektive. Durchdenke, was das ist, und dann entscheide, ob es das ist, was du willst.

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