Burnout kann jeden treffen. Laut Statista hat sich die Burnout Diagnose innerhalb der letzten 10 Jahre verdreifacht. Aus deren Hochrechnung ergeben sich fürs Jahr 2018 176.000 Burnout Kranke in Deutschland, Tendenz steigend. Laut Verdi sehen etwa die Hälfte aller Arbeitnehmer für sich ein Burnout Risiko. Betroffen sind häufig vor allem Menschen zwischen 30 und 50, es kann aber durchaus aus jüngere (oder ältere) Menschen treffen. 

Was ist Burnout eigentlich?

Burnout ist ein Zustand der permanenten Erschöpfung, der sich durch körperliche oder psychische Anzeigen bemerkbar machen kann. Burnout hat viele Gesichter und kann sich individuell unterschiedlich zeigen. Ein wichtiges Merkmal ist allerdings ein ständiger Stresszustand, der sich für Betroffene nie so richtig legt. 

Häufige Burnout Symptome sind aber zum Beispiel: 

  • Schlafstörungen 
  • Stressgefühle 
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Leistungsminderung 
  • Gefühle des Unwohlseins 
  • Probleme Entscheidungen zu treffen 
  • Abnahme der Libido 
  • Kopfschmerzen oder Migräne 
  • Magenprobleme, Appetitverlust oder Gewichtszunahme
  • Angstzustände und Panikattacken 
  • Versagensängste

Dazu kommen Veränderungen der Persönlichkeit, die Betroffenen häufig erst spät auffallen. Arbeit, die einem eigentlich Spaß gemacht hat, wird mit der Zeit als belastend empfunden. Die Kolleginnen und Kollegen fangen an, zu irritieren, auf die Nerven zu gehen oder das Gefühl stellt sich ein, ständig beansprucht zu werden. Burnout entwickelt sich nicht über Nacht. Es handelt sich dabei vielmehr um einen schleichenden Prozess, der häufig erst in späteren Stadien als solcher erkannt wird. Betroffene ziehen sich stressbedingt langsam aus ihren sozialen Kontakten zurück, sagen häufiger ab und empfinden ihre sozialen Verpflichtungen als anstrengend. 

Wie kann entwickelt sich Burnout?

Burnout entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Anfänglicher Enthusiasmus und der Wunsch im Job etwas zu reißen, können dazu führen 110% zu geben und sich so richtig rein zu hängen. Eigentlich gut, aber ein Zustand, der dauerhaft nicht eingehalten werden kann.  Langsam setzen Gefühle der Stagnation ein. Vielleicht werden Ziele nicht so schnell erreicht, wie ursprünglich geplant, es treten Widerstände auf, erste Selbstzweifel zeigen sich. Ggf. ergibt sich hieraus ein weiterer Motivationsschub. Allerdings stellt sich schnell ein Zustand von erhöhter Frustration ein. Ziele werden nicht erreicht, erste Gefühle der Machtlosigkeit setzen ein, Betroffene fühlen sich angespannt und beginnen sich zu fragen, ob sie überhaupt etwas bewegen. Ist das den ganzen Stress wert? Hier setzt die erste erkennbare Phase des Burnouts ein. Der eigentlich so spaßige Job wird zur Pflichtübung und über die kommenden Wochen und Monate entfremdet der Betroffene sich immer mehr von seinem Beruf, empfindet ihn als lästige Pflicht und nur noch anstrengend. Die körperlichen und mentalen Erschöpfungserscheinungen werden immer deutlicher sichtbar. 

Gründe für Burnout

Die Gründe für Burnout sind individuell, vielseitig und oft nicht so leicht zu durchschauen. Nicht jeder, der sich mit einem stressigen oder anspruchsvollen Arbeitsalltag konfrontiert sieht, reagiert immer direkt mit Burnout. Chronischer Stress führt allerdings zu einer Langzeitbelastung des Gehirns, die neben einem erhöhten Risiko für Burnout auch andere Gefahren mit sich bringt. Studien haben nachgewiesen, dass Stress das Risiko für Herzinfarkte erhöht, 

Hohe Erwartungen 

Perfektionisten, aber auch Menschen in Berufen mit viel Verantwortung verspüren häufig den Druck mehr leisten zu müssen, schneller und besser. Das kann dazu führen, dass sich der eigene Leistungsdruck durch kleine Fehler immer mehr aufbauscht und die Angst zu versagen zu nimmt. Je nach Berufsgruppe kann der Druck aber auch von außen kommen. Immer mehr Ärzte, Krankenschwestern und Arbeiter im Gesundheitsfeld klagen über Stress am Arbeitsplatz, erhöhten Leistungsdruck und die Angst zu versagen. 

Ständige Erreichbarkeit 

Die Digitalisierung führt zu einer ständigen Erreichbarkeit, auch durch den Arbeitgeber. Wer permanent nach der Arbeit seine Emails checkt, auf Nachrichten antwortet und bereits mit den Gedanken in den Projekten von Morgen steckt, kommt nie richtig zur Ruhe. Das kann dazu führen, dass am Wochenende, wenn sich eigentlich ausgeruht werden sollte, das Zahnrad im Kopf sich immer weiter dreht. An Erholung ist quasi nicht zu denken. 

Was kann ich tun?

Wer selbst von Burnout betroffen ist oder sich Sorgen macht, betroffen zu sein, sollte sich nicht scheuen, sich bei einem Arzt oder Therapeuten professionelle Hilfe zu suchen. Trotzdem kannst du bereits mit wenigen Veränderungen Verbesserungen erzeugen, die dich entspannen und Stress abbauen. 

Mit dem Arbeitgeber sprechen 

Wenn du permantent mit zu hohen Stressleveln auf der Arbeit zu kämpfen hast, sprich mit jemandem darüber. Ständige Überstunden, stressige Kundenprojekte und zu viel Arbeit können langfristig nicht auf dir hängen bleiben. Wenn du dir Sorgen machst, bei deinem Arbeitgeber nicht unbedingt auf offene Ohren zu stoßen, sprich zuerst mit dem Betriebsarzt oder einem Mitglied des Betriebsrates im Vertrauen und leg die eine Strategie zurecht, wie du mit dem Thema am besten umgehen kannst. 

Gesunde Grenzen setzen 

Beruflich Grenzen zu setzen ist nicht immer leicht. Trotzdem kann es nicht sein, dass alle Arbeit immer an dir hängen bleibt, du die Wochenenden durchackerst und nicht dazu kommst, dich zu entspannen. Ist die nächste Deadline unrealistisch gesetzt, mach den Mund auf und sag etwas, anstatt dir wieder indirekt Überstunden aufbürden zu lassen. Das gleiche gilt für die ständige Erreichbarkeit. Das Diensthandy kannst du nach Feierabend einfach ausschalten und die Emails werden erst wieder am Morgen gecheckt! 

Stress abbauen durch Sport 

Sorg dafür, dass du in deiner Freizeit genügend Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag hast. Such dir eine Sportart aus, die dir Spaß bereitet und geh darin so richtig auf. Laufen gehen, Yoga oder gezielte Atemübungen können dir dabei helfen, dich zu entspannen und nach der Arbeit so richtig abzuschalten. 

Gesunde Ernährung 

Wer einen stressigen Alltag hat, dem fehlt oft die Lust zum Kochen. Fast Food oder Take away sorgen allerdings nicht dafür, dass du dich besser fühlst. Ganz im Gegenteil, eine gesunde Ernährung kann dazu beitragen, dass du dich in deinem Körper wieder wohler fühlst und Stress Symptome bekämpfen. Mahlzeiten vorbereiten ist eine Möglichkeit, um Zeit zu sparen und dich trotzdem gesund zu ernähren. 

JETZT PLATZ SICHERN