Erst einmal vorweg: Niemand wird gerne kritisiert, egal ob im Beruf oder privat. Es kann schnell gehen, sich persönlich angegriffen zu fühlen und deshalb auf Kritik unprofessionell zu reagieren.

Kritik bedeutet allerdings nicht zwingend, dass deine Vorgesetzten mit deiner Arbeit grundlegend unzufrieden sind oder dass dein Partner/deine Partnerin etwas an dir auszusetzen hat. Kritik bietet dir eine Möglichkeit, dich weiterzuentwickeln und kann – wenn konstruktiv geäußert – wichtige Verbesserungs- und Lösungsvorschläge beinhalten. Gute Kritik enthält ein neutrales Feedback, dass es dir erlaubt deinen Job als Mitarbeiter, Freund oder Parner in Zukunft besser zu machen. Sie es als Chance!

Wie gehe ich mit Kritik im Job um?

Es ist wichtig, auf Kritik gefasst und professionell zu reagieren. Kritikfähigkeit bedeutet, konstruktive Kritik annehmen und umsetzen zu können. Konstruktive Kritik bietet dir eine wichtige Grundlage, um dich langfristig weiterzuentwickeln und an deiner beruflichen Perspektive zu arbeiten. Nimm sie ernst. Deine Vorgesetzten nehmen sich Zeit und machen sich Gedanken darüber, wie du deine Performance verbessern kannst. Genau deshalb ist es wichtig, dass du die Kritik annimmst und sie langfristig integrierst und umsetzt. 

Was bedeutet Kritikfähigkeit?

Kritik ist oftmals negativ konnotiert. Ist sie aber gar nicht! Kritik ist ein wichtiges Mittel, um dich professionell weiterzuentwickeln und sicher zu stellen, dass du beruflich nicht stagnierst. Kritikfähigkeit bezeichnet eine persönliche Eigenschaft, die dir erlaubt, Kritik nicht persönlich zu nehmen, sondern sie als Möglichkeit des Wachstums zu sehen und konstruktiv angebrachte Kritikpunkte im zweiten Schritt in die Praxis umzusetzen. Kritikfähigkeit setzt sich aus zwei Elementen zusammen. 

  1. Dazu in der Lage zu sein, Kritik anzunehmen und umzusetzen 
  2. Eine Sachlage neutral aus der Perspektive einer anderen Person beurteilen zu können 

Kritikfähigkeit ist für die berufliche Weiterentwicklung unglaublich wichtig. Mangelnde Kritikfähigkeit kann zu Konflikten am Arbeitsplatz führen und wird langfristig für Unzufriedenheit auf beiden Seiten sorgen. Du fühlst dich unrechtmäßig kritisiert und nicht verstanden, deine Vorgesetzten haben das Gefühl, dass du keinerlei Interesse an Lernerfahrungen hast. Auch im Privaten kann mangelnde Kritikfähigkeit dazu führen, dass Missverständnisse und Konflikte entstehen und beide Partner längerfristig nicht zufrieden sind. 

Wer seine Kritikfähigkeit trainieren möchte, muss lernen, die Perspektive des Anderen einzunehmen und sich emotional von der vorgebrachten Kritik zu distanzieren. Dein Vorgesetzter hat häufig andere Dinge zu berücksichtigen (wie z.B. Zeit und Budget), die als Angestellter weniger Gewicht haben. 

Achte in jedem Fall auf deine Körpersprache. Wer sich kritisiert fühlt, verschließt schnell körperlich, in dem er die Arme verschränkt oder seinen Oberkörper wegdreht. Das setzt klare Signale der Ablenkung und kann vom Gegenüber schnell als aggressiv oder bockig empfunden werden. Entspann stattdessen deine Schultern, achte auf eine offene und zugewandte Körperhaltung und hör deinem Gegenüber bewusst zu. 

Nimm innerlich ein bisschen Abstand von der Kritik und versuch sie quasi aus der Vogelperspektive zu betrachten. Hat dein Gegenüber überzeugende Argumente vorgebracht, ist es wichtig, die Kritik anzuerkennen und anzunehmen. Gemeinsam könnt ihr am Ende nach adäquaten Lösungen suchen. Falls nicht, kannst du deine Perspektive ruhig und sachlich erklären und die Vorteile deines Standpunktes nachzeichnen. 

Muss ich Kritik annehmen?

Ja und nein. Kritikfähigkeit heißt natürlich nicht, dass du dir alles an den Kopf werfen lassen musst. Es ist vielmehr wichtig, ungerechtfertigte Kritik von konstruktiver Kritik unterscheiden zu lernen. Nur weil jemand dir Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigt, heißt das aber nicht, dass du keinen guten Job gemacht oder dir keine Mühe gegeben hast. Bau keine Mauer vor dir auf, Kritik ist in jedem Fall eine Möglichkeit, dich weiter zu entwickeln und keine Reflexion deines persönlichen Wertes! 

Schritt #1: Nimm Distanz ein 

Es wird dir leichter fallen, mit Kritik umzugehen, wenn du sie nicht persönlich nimmst. Kritik ist meistens nicht gegen dich als Person gerichtet, sondern bezieht sich auf eine spezielle Situation oder Umstände. Distanziere dich emotional davon, in dem du versuchst, das gesamte Problem zu betrachten und von beiden Seiten zu beleuchten. Versetz dich in die Perspektive deines Vorgesetzten. Welche Punkte hätten dann für dich Verbesserungsbedarf? Siehst du, schon kannst du viel besser nachvollziehen, dass es noch Luft nach oben gibt (die für dich einfach nur Entwicklungsspielraum bedeutet!).

Schritt #2: Zuhören bevor du reagierst

Du möchtest in dieser Situation souverän und professionell auftreten. Lass deinen Gegenüber ausreden und hör die alle Punkte an, bevor du reagierst. Du fühlst dich trotzdem angegriffen? Einmal tief Luft holen und bis 10 zählen, bevor du antwortest. 

Schritt #3: Positiv reagieren 

Denk noch einmal daran: Kritik ist eine Möglichkeit des Wachstums. Deine erste Reaktion wird wahrgenommen werden. Statt dich direkt zu verteidigen, beginne damit, dich für das Feedback und die konstruktive Kritik zu bedanken. Solltest du etwas nicht verstehen oder bestimmte Kritikpunkte für dich nicht nachvollziehbar sein, immer nachfragen! Dein Vorgesetzter wird es als positiv empfinden, dass du dich mit den angebrachten Punkten auseinander setzt und verstehen möchtest, was dahinter steckt. Zeig Interesse daran, das Problem richtig zu verstehen und es für alle Seiten bestmöglich zu lösen. 

Schritt #4: Offene Körpersprache

Achte auf deine Körpersprache. Dein Vorgesetzter wird schnell merken, dass die Kritik nicht gut aufgenommen wird, wenn du innerlich dicht machst und mit verschränkten Armen im Gespräch sitzt. Achte auf eine offene und zugewandte Körperhaltung und gib deinem Gegenüber das Gefühl, dass du genau zuhörst und bereit bist, die Kritik aufzunehmen. 

Schritt #5: Sich diplomatisch verteidigen

Ist die Kritik konstruktiv formuliert, kannst du nur davon lernen. Unsachliche und ungerechtfertigte Kritik darfst du natürlich ruhig und sachlich widerlegen. Allerdings bemühe dich hier darum, diplomatisch vorzugehen und eigene Versäumnisse direkt anzuerkennen. 

Beispiel: 

“Ich bedauere, dass bei Ihnen dieser Eindruck entstanden ist und bedanke mich, dass Sie dieses Thema ansprechen. Ich werde künftig daran arbeiten, dass dieser Eindruck nicht noch einmal entsteht. Tatsächlich habe ich bereits ….”

Schritt #6: Lösungen finden 

Wiederhole die Kritik im letzten Schritt, um sicher zu stellen, dass du soweit alles richtig verstanden hast. Oft entstehen bereits Missverständnisse bei der Interpretation von Kritik. Sucht am Ende des Gesprächs gemeinsam nach Lösungen, um die angesprochenen Kritikpunkte in Zukunft zu verbessern und eine bessere Zusammenarbeit zu gestalten. 

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