Deine Werkzeuge für klug kritisches Denken

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Kritisches Denken

Kritisches Denken ist ein Sammelbegriff für Methoden und Werkzeuge, mit denen du Probleme zielführend statt subjektiv und kontraproduktiv angehen kannst. Es gibt mehrere Ansätze, eine Situation oder ein Problem konstruktiv kritisch zu betrachten und zu analysieren. Zunächst ist es wichtig, die Problematik und vor allem auch die treibenden Fragestellungen dahinter zu erkennen. Wie du das machst, hast du gerade gelernt. Jetzt kannst du davon ausgehen, dass du das Problem in seiner Gänze verstanden und alle Perspektiven erkannt und gesehen hast, die dazu beitragen. Nun kannst du die richtigen Methoden auswählen, um mit dem Problem umzugehen.

Konstruktiv kritisches Hinterfragen

Viele betriebliche Abläufe schleichen sich im Laufe der Zeit ein und werden niemals wieder hinterfragt. Obwohl alle darüber murren, wie ineffizient gewisse Prozesse sind, werden sie beibehalten, denn es bringt auch niemand einen konstruktiven Lösungsvorschlag, mit dem man diese Prozesse ersetzen könnte. Aus diesem Gründen werden häufig teure Unternehmensberater als externe Analysten ins Unternehmen geholt, die erkennen, was die Belegschaft schon lange weiß. Das könnte sich ein Team ersparen, indem selbst aktiv und regelmäßig seine eigenen Prozesse hinterfragt.

Betriebliche Prozesse sind dazu da, um die Zusammenarbeit im Team zu ermöglichen und zu erleichtern. Sie sollen ein Regelwerk vorgeben, dass für alle Beteiligten praktikabel, nachvollziehbar und hilfreich ist. Sie sollen häufig wiederkehrende Abläufe beschleunigen und auch für neue Teammitglieder ein Regelwerk darstellen, an welchem sie sich orientieren können. Häufig aber werden Prozesse aus schierer Gewohnheit beibehalten, die genau diesen Zweck nicht mehr erfüllen. Die Macht der Gewohnheit gibt es auch im betrieblichen Kontext. Wenn du oder dein Team betriebliche Prozesse hinterfragen, solltet ihr euch von diesen Vorgaben leiten lassen. Hinterfragt euch regelmäßig – im Team und jeder für sich selbst. Kritisches Denken kann auch Selbstliebe bedeuten. Geht es effizienter? Warum wird das nicht umgesetzt, was spricht dagegen? Lassen sich diese Hemmschwellen überwinden und wenn ja, wer kann das entscheiden? Oder stimmen die Prozesse und jeder ist damit nach wie vor zufrieden?

Offenheit als Schlüssel

Alleine die Offenheit für das hinterfragen bestehender Prozesse kann den Innovationsprozess anstoßen. Häufig trauen sich Mitarbeiter nicht, ihre Ideen zu äußern, weil sie befürchten, damit nicht auf offene Ohren zu stoßen oder als Kritiker und Nörgler wahrgenommen zu werden. Zeigst du allerdings als Führungskraft in deinem Team, dass kritisches Hinterfragen gewollt und wichtig ist, dann kannst du auch damit rechnen, dass deine Mitarbeiter mit guten Ideen zu dir kommen. Selbst, wenn du derzeit kein Team führst, kannst du deinen Kollegen vorleben, dass kritisches Hinterfragen euch alle weiter bringt. Stoße aktiv den Gedanken an, ob bestimmte Prozesse noch funktionieren. Am besten bringst du auch gleich einen Vorschlag zur Verbesserung eines überholten Prozesses mit, der dann von allen Beteiligten diskutiert werden kann. Auf diese Weise lenkst du die Kritik am Prozess gleich in eine konstruktive Richtung, anstatt lediglich zu erkennen, dass es nicht mehr so funktioniert, wie es sollte.