Gewohnheiten: Dein Gehirn ist einfallslos und faul

0
869
schlechte Gewohnheiten
schlechte Gewohnheiten
Hast Du jetzt die Überschrift gelesen und Dich gefragt, wie dieser Motivationstrainer überhaupt mit Dir redet? Gut, denn dann habe ich Dich wach gemacht und Du bist bereit, mir zuzuhören! Aber wie komme ich überhaupt dazu, so etwas über Dein Gehirn zu behaupten? Schließlich kenne ich Dich ja gar nicht! Die Antwort ist ganz einfach: Denkst Du, ich könnte Motivationsvorträge halten, Dir eine Gratis Anleitung und Motivationstipps für Dein Selbstmanagement geben, wenn ich das Gefühl nicht aus eigener Erfahrung kennen würde? Jeder von uns hat Gewohnheiten und diese Gewohnheiten können positiv oder negativ sein. Die Kunst liegt darin, die Guten von den Schlechten zu unterscheiden!

Gewohnheiten machen Dich erst lebensfähig

Dein Gehirn hat natürlich ein Eigeninteresse daran, dass Dein Leben gut funktioniert. Um Dir dabei zu helfen, speichert es Dinge ab, die Du gelernt hast. Du hast zum Beispiel schon als kleines Kind gelernt zu sprechen. Zuerst hast Du nur einzelne Worte geplappert, wahrscheinlich hast Du auch noch so undeutlich gesprochen, dass Dich nur Deine Eltern verstanden haben. Und manchmal hast Du Dir eben mit Handzeichen geholfen, weil Du ein Wort nicht wusstest und wenn gar nichts mehr ging, hast Du eben angefangen zu weinen. Weil es einfach wahnsinnig anstrengend war, sprechen zu lernen, auch wenn wir alle uns – zum Glück – nicht mehr daran erinnern können. Irgendwann wurde das Sprechen zur Gewohnheit.

Heute kannst Du Dich verbal äußern, ohne nachzudenken. Du stampfst nicht in der Bäckerei mit dem Fuß auf und fängst an zu weinen, weil Du ein Kuchenstück haben willst, oder? Nein, Du bist daran gewöhnt, Dir etwas zu bestellen und findest sofort die richtigen Worte – weil Du mit viel Mühe die Gewohnheit entwickelt hast, zu sprechen. So lange, bis die Gewohnheit zur Routine wurde. Und das ist sehr positiv! Denn Du sparst Unmengen an Energie, wenn Du alle Gewohnheiten entwickelt hast, die Dein alltägliches Leben erfordert. Ohne Gewohnheiten wären wir alle gar nicht lebensfähig, denn ohne sie wären wir so hilflos wie Neugeborene, die noch keine Gewohnheiten entwickeln konnten.

Gewohnheiten ersparen Deinem Gehirn viel Arbeit

Bist Du ein routinierter Autofahrer? Bestimmt bist Du daran gewöhnt, entspannt am Steuer zu sitzen, Dich mit Deinem Beifahrer zu unterhalten oder im Kopf das Konzept für Dein nächstes Meeting durchzugehen. Vielleicht hörst Du auch während der Fahrt ein Gratis Hörbuch oder einen Gratis Podcast, damit Du die Zeit sinnvoll für Dich nutzen kannst und Dich nicht langweilst. Die Gewohnheit fährt ja für Dich den Wagen. Nun kommst Du aber nach England und musst im Linksverkehr mithalten. Sofort schlägt Dein Gehirn Alarm. Alles ist anders als gewohnt. Stress pur! Dein Gehirn muss wahnsinnig viel Energie aufbringen, um Dir volle Konzentration auf den Straßenverkehr zu ermöglichen. Diese Energie fehlt natürlich an anderer Stelle, etwa bei der Kreativität oder bei der Regeneration. Gewohnheiten sind also für Dein Gehirn gewissermaßen der »Energiesparmodus«, der ihm ermöglicht, an anderer Stelle voll da zu sein.

Wieso wir Menschen Gewohnheiten lieben

Gewohnheiten ersparen uns jede Menge Aufregung und Ärger. Die Welt ist komplex und voller Gefahren, also lieben wir jeden Moment, in dem wir abschalten und entspannen können. Weil wir uns sicherer fühlen, wenn Dinge vertraut und bekannt sind, verfügen wir auch über den Mechanismus, Muster zu erkennen und Reize sofort einzuordnen. Die Gestaltpsychologie befasst sich eigens damit, wie wir Sinneseindrücke ordnen und strukturieren. Denn klare Strukturen und Gewohnheiten machen die Welt für uns erst begreiflich und überschaubar. Trotzdem können Gewohnheiten sich auch manchmal gegen uns richten, denn unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen guten und schlechten Gewohnheiten. Das musst Du mit Deinem Bewusstsein tun und wenn Du Deinen inneren Schweinehund schon einmal herausgefordert hast, weiß Du, wie schwierig das sein kann!

Trainingsmethoden, um Gewohnheiten zu ändern

Du siehst also, dass Dein Gehirn Dir einen Gefallen tun will, wenn es Gewohnheiten installiert, die Dir helfen, Energie zu sparen. Der Mechanismus an sich ist praktisch, das Resultat aber manchmal weniger. Wenn Du Dich daran gewöhnst, Dich ausschließlich von Fast Food zu ernähren, wird Dein denkfaules Gehirn Dich nur noch fragen, ob Du Pommes oder Pizza möchtest. Es wird nicht auf die kreative Idee kommen, Dir mal einen gemischten Salat vorzuschlagen. Und irgendwann wird Deine Waage Dich darüber aufklären, dass Du schlechte Ernährungsgewohnheiten angenommen hast, nicht Dein Gehirn.

Du brauchst also effektive Trainingsmethoden, um Gewohnheiten zu ändern, denn Deine natürliche Trägheit möchte Dich vor ungewohnten Situationen bewahren und wird Dich daher vor jeder Verhaltensänderung warnen. Diese Warnung ist nett gemeint, vergiss das nicht. Trotzdem solltest Du Dich gegen Dich selbst durchsetzen und schlechte Gewohnheiten ablegen. Das fällt Dir immer leichter, wenn Du es Dir zur Gewohnheit machst, Gewohnheiten zu ändern! Beginne damit, Routine zu durchbrechen. Gewöhne Dir an, andere Wege zu gehen, ungewohnte Speisen zu essen, automatische Handgriffe mal mit der anderen Hand zu machen. So programmierst Du Dein Gehirn darauf, wieder wacher und kreativer zu arbeiten. Denke auch daran, Dein Gehirn für gelungene Aktionen zu belohnen, es liebt Belohnungen! So machst Du Dich fit dafür, auch größere Veränderungen in Angriff zu nehmen und neue Gewohnheiten zu installieren, die gut für Dich sind!