Wie entsteht aus Feel Good Management ein wertorientiertes Arbeitsumfeld?

Wie entsteht aus Feel Good Management ein wertorientiertes Arbeitsumfeld?

Feel Good Management ist nicht nur Teil der Unternehmenskultur und eine Vision für das ganze Unternehmen – es steht auch für ein verändertes Werteverständnis. Werte wie Fairness, Zusammenarbeit und Offenheit geraten in den Mittelpunkt, wobei es von großer Bedeutung ist, diese Werte auf den einzelnen Mitarbeiter individuell zuzuschneiden und zu leben. Der Begriff des Mitarbeiters steht hier für alle Mitarbeiter eines Unternehmens, unabhängig davon, ob es sich um Führungskräfte, Sachbearbeiter oder Auszubildende handelt. 

 

Verändertes Verständnis von Führung

In der praktischen Umsetzung könnte ein verändertes Werteverständnis zum Beispiel dadurch manifestiert werden, dass Vorgesetzte mehr und mehr zum Coach werden, aber auch zum Motivator und zum Mediator. Das erfordert eine partnerschaftliche Kooperation zwischen Mitarbeiter und Teamleiter oder Abteilungsleiter, die absolut auf Augenhöhe stattfindet. Ein offener und fairer Austausch ist dazu unbedingte Voraussetzung, wobei die Art und der Umfang von dem jeweiligen Mitarbeiter abhängt. Gerade ältere Mitarbeiter mögen unter Umständen noch an der Rolle einer starken Führungskraft orientiert sein und eine fast autoritäre Führung suchen, wenn sie dies nach vielen Jahren in einem Unternehmen gewohnt waren. Wer von heute auf morgen Freiheiten und Verantwortung bekommt, die er bisher nicht gewohnt war, muss zuerst lernen, diese wahrzunehmen und auszuüben. Das kann in der ersten Zeit sehr ungewohnt sein und zu Konflikten führen, wenn die Führung plötzlich nicht mehr so ausgeübt wird, wie man sie bisher kannte. Auch für Berufseinsteiger mag es schwierig sein, sich auf eine partnerschaftliche Führung durch den Teamleiter oder den Abteilungsleiter einzulassen, denn gerade in der Anfangszeit nach der Ausbildung oder nach dem Studium sind klare Ansagen häufig noch erforderlich, damit sich ein junger Mitarbeiter in die Abteilung und ins Unternehmen einfügt und die geltenden Regeln verinnerlicht. Für etablierte Fachkräfte in den besten Jahren, die es bisher gewohnt waren, eigenverantwortlich zu arbeiten und die ein hohes Maß an Selbständigkeit genießen, mag die Rolle der Führungskraft als Coach dagegen sehr willkommen sein. Für diese Mitarbeiter erhöht sich in einem wertorientierten Arbeitsumfeld die Arbeits- und Lebensqualität vermutlich unmittelbar, so dass Feel Good Management mit seinen positiven Auswirkungen auf diese Gruppe direkt wirkt. Somit hat jede Führungskraft die Verantwortung, in ihrem Alltag einer neuen Führungsrolle gerecht zu werden, indem sie einerseits mehr und mehr zum Coach, zum Motivator und zum Mediator wird und andererseits dabei auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen im Team eingeht. Obwohl dieser Ansatz sehr erstrebenswert sein mag, sind Führungskräfte damit durch das ganzheitliche Konzept des Feel Good Managements und durch die Einführung von wertorientierten Unternehmensstrukturen in einer ganz anderen Form gefordert, als dies heute in viele Unternehmen der Fall ist. Gerade vor diesem Hintergrund setzt eine erfolgreiche Einführung und Umsetzung des Feel Good Managements im betrieblichen Alltag stark an einem veränderten Verständnis von Führung an, das von allen Führungskräften verinnerlicht und täglich gelebt werden muss. 

 

Wertorientierte Unternehmensstruktur durch eine verbesserte Zusammenarbeit

Auf der Ebene der Mitarbeiter könnte eine wertorientierte Unternehmensstruktur durch eine verbesserte Zusammenarbeit auf gemeinschaftlicher und harmonischer Ebene sichtbar werden, in der es weniger Konkurrenzkampf und Wettbewerbsdruck der Mitarbeiter untereinander gibt. Dazu sind einerseits gegenseitige Wertschätzung, Vertrauen und Offenheit unbedingt erforderlich. Andererseits müssen aber auch neue Strukturen der Zusammenarbeit geschaffen werden, um dieses harmonische Miteinander zu ermöglichen. Dazu gehört zum Beispiel die immer neue und themenabhängige Zusammensetzung von Teams und Arbeitsgruppen. So könnten sich je nach Aufgabe und Thema zeitlich begrenzt Projektgruppen bilden, die mit einer gemeinsamen Zielsetzung an Projekten arbeiten. Die Zusammenarbeit im Projektteam greift über die gängigen Phasen des Projektmanagements von der Analyse der Problemstellung über die Entwicklung von neuen Lösungen bis zur Umsetzung im Betrieb und der Betreuung nach der Inbetriebnahme. Sobald ein Projekt erfolgreich eingeführt ist und stabil läuft, löst man die Projektgruppe auf und bildet neue Teams für die nächste Aufgabe. So löst man sich Schritt für Schritt von der alten funktionsbezogenen Ablauforganisation, in der einzelne Funktionen wie Forschung und Entwicklung, Marketing, Vertrieb und Verkauf, Finanzen und Controlling und Personalmanagement nebeneinander bestehen. Die Organisation verändert sich hin zu interdisziplinär besetzten Teams, die für einen vorgegebenen Zeitraum zusammenarbeiten, um sich danach wieder aufzulösen und neu zu finden. 

 

Synergien schaffen

In einem weiteren Schritt eines wertorientierten Arbeitsumfelds könnten Synergien zwischen Abteilungen und Funktionen geschaffen werden, die unmittelbar in das Feel Good Management involviert sind. Dazu gehören zum Beispiel das betriebliche Gesundheitswesen, das Human Resources Management und der Betriebsrat. Wie diese Synergien aussehen und welche Auswirkungen das für die dort beschäftigten Mitarbeiter hat, ist im Einzelfall zu betrachten. Allerdings gibt es Aufgabenstellungen, die sowohl im Gesundheitswesen wie auch im Human Resources Management verankert sein können und verantwortet werden können. Typische Beispiele sind die Entwicklung und Einführung von spezifischen Untersuchungen für einzelne Mitarbeitergruppen oder die Durchführung von Seminaren und Schulungen zu Themen wie „Gesunde Ernährung am Arbeitsplatz“, „Ausgewogene Ernährung im Schichtdienst oder auf Reisen“ oder „Rückschule für Bürokräfte“. Um diese Synergien zu schaffen, müssen die Tätigkeiten der involvierten Abteilungen transparent gemacht werden. Sie müssen aufgezeigt und am besten schriftlich dokumentiert werden. Mit dieser Transparenz ist es möglich, doppelte Tätigkeiten zu identifizieren und sie dort anzusiedeln, wo sie aufgrund des vorhandenen Wissens der Mitarbeiter am besten und am schnellsten ausgeführt werden. Sind doppelt ausgeführte Aufgaben identifiziert und zusammengelegt, verringert man bei den betroffenen Mitarbeitern die Arbeitsbelastung oder man schafft neue Kapazitäten und Freiraum, um andere Aufgaben zu übernehmen. 

 

Kontinuität und kleine Schritte

Es gibt also mehrere Ansätze und Wege, um wertorientierte Strukturen in einem Unternehmen einzuführen. Es ist wichtig zu verstehen, dass solche Strukturen nicht aus einer einzigen großen Umorganisation entstehen, wie sie vor allem in Großkonzernen im Abstand von wenigen Jahren durchgeführt werden. Vielmehr geht es darum, kontinuierlich viele kleine Schritte zu gehen. Meistens ist es sinnvoll, zuerst auf der Ebene der einzelnen Abteilungen zu beginnen. Zunächst identifiziert man Synergien und reduziert dadurch im besten Fall die Arbeitslast für einzelne Mitarbeiter. In einem zweiten Schritt bietet sich eine Umstellung der Abteilungsstrukturen an, indem man von der funktionalen Zuordnung zu Abteilungen zu projekt- und themenbezogene Arbeitsgruppen wechselt. Damit einher gehen kann die Veränderung des Leitbildes der Führungskräfte zu einer Coachingfunktion. Allerdings wird diese Umstellung nicht innerhalb kurzer Zeit durchzuführen sein. Es handelt sich hier um einen längerfristigen Prozess, der gerade bei etablierten Unternehmen mehrere Jahre dauern kann. 

 

Geduld und Vertrauensvorschuss

Neben den strukturellen Voraussetzungen für den wertorientierten Ansatz sind Rahmenbedingungen zu schaffen, die eher unter dem Stichwort „Mindset“ zusammenzufassen sind. Geduld und ein gewisser Vertrauensvorschuss sind unbedingt erforderlich, um dem Feel Good Management eine Chance zu geben. Hinzu kommen Messmethoden, um die ersten Erfahrungen nach der Einführung zu messen und um Erfolge zu kontrollieren. Vor allem bei gestandenen Unternehmen ist es unbedingt erforderlich, dieses Mindset über alle Führungskräfte, Mitarbeiter und Auszubildende hinweg immer wieder zu fordern und zu fördern. Das gelingt nur, indem die Geschäftsleitung den Wertewandel konsequent vorlebt und ins Tagesgeschäft implementiert. Ein erfahrener Feel Good Manager, der die Entwicklung, die Einführung und die Weiterentwicklung des Feel Good Managements in seinem Unternehmen kontinuierlich voran treibt, ist dazu fast zwingend erforderlich. 

 

Der größte Benefit

Der größte Benefit einer wertorientierten Unternehmenskultur besteht letztlich aus nachhaltigem Wachstum, aus anhaltenden Profitsteigerungen und aus der Zunahme von Innovationen und Kreativität für das Unternehmen und aus einer höheren Lebenszufriedenheit für den einzelnen Mitarbeiter. Die Anstrengungen, die es von allen Beteiligten fordert, Feel Good Management einzuführen und zu leben, sind nicht zu unterschätzen. Es handelt sich hier um einen ständigen Prozess, der niemals aufhört und der kontinuierlich verfolgt werden will. Auch kleine Anstrengungen führen auf Dauer zum Erfolg, wenn man stetig bei der Sache bleibt. 

 

Übermäßigen Fluktuation und sinkende Arbeitsleistung

Diesen Vorteilen stehen die Nachteile gegenüber, wenn man einem effektiven Feel Good Management keine Chance geben will. Ohne wertorientierte Strukturen besteht die Gefahr einer übermäßigen Fluktuation und einer sinkenden Arbeitsleistung. Die Kosten lassen sich in der Regel leichter beziffern als der Benefit, den ein Unternehmen aus Feel Good Management zieht. Dennoch lohnt es sich, wie Unternehmen aller Branchen und Größen immer wieder betonen, die diesen Versuch bereits gestartet haben und bei denen Feel Good Management schon in der Kultur verankert ist. 

Menschen nennen mich manchmal Freak. Ob 250km Wüstenmarathon laufen, 1.200km den Rhein mit einem SUP Board paddeln, 1 Jahr mit einem 2 Stundenschlaf auskommen oder bei -15Grad in Sibirien einen Marathon in Badehose laufen - ich habe in zahlreichen Selbstexperimenten das Wissen getestet und spreche aus eigener Erfahrung. Zu mir kommen vor allem die Spezialfälle: Bandscheibenvorfall, 200Kilo, Diabetes mit schwarzen Löchern, die mit Krücken, im Rollstuhl, 80 Jahre oder VIPs. Als Motivationstrainer helfe ich dir dabei ein fitteres, gesünderes und schöneres Leben zu führen. Schreib mir einfach! DEIN LEBEN. DEIN ZIEL. UNSERE CHALLENGE.

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