Unser täglich Stress gib uns heute

Unser täglich Stress gib uns heute

Früher war es der Säbelzahntiger, gegen den sich unsere Vorfahren verteidigen mussten, heute sind es Termindruck, Zeitmangel, Reizüberflutung, große Verantwortung, Perfektionismus oder beliebige andere Situationen aus unserem Berufs- und Privatleben. Einen kleinen, aber feinen Unterschied gibt es allerdings: Die Begegnung mit einem Säbelzahntiger konnte schnell eine ungesunde Wende nehmen, denn ein Steinzeitmensch diente dem Vierbeiner im besten Fall als Appetitanreger, im schlimmsten Fall als vollwertige Mahlzeit. Unsere heutigen Begegnungen mit stressauslösenden Faktoren – auch als Stressoren bezeichnet – sind sicher nicht ganz so dramatisch. Stress kann sich körperlich zum Beispiel durch Herzklopfen, zitternde Hände, weiche Knie oder Schweißausbrüche bemerkbar machen. Emotional reagieren wir auf Stress vielfach durch Nervosität, durch Gereiztheit oder durch die Angst vor Versagen. Unser Verstand spielt uns unter Stress vielleicht einen Streich, wenn sich die Gedanken im Kreis drehen oder wenn wir wegen einer Denkblockade keinen klaren Gedanken mehr fassen können. 

 

Stress ist erstmal etwas Gutes

Lebensgefährlich sind solche Symptome allerdings nicht, insofern geht es uns in stressigen Situationen objektiv betrachtet besser als unseren Vorfahren. Trotzdem gibt es eine ganze Reihe von Ereignissen, die für den modernen Menschen gleichbedeutend sind mit dem lebensbedrohenden Stress, den die Begegnung unserer Vorfahren mit einem Säbelzahntiger ausgelöst hat. Für viele Menschen ist zum Beispiel der Tod des Partners, eine Scheidung oder eine Trennung, eine Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes ein einschneidendes Ereignis, das massiven Stress auslöst. Während positiv empfundener Stress – der sogenannte Eustress – die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit auch ohne größeren Schaden über einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau halten kann, führt negativ empfundener Stress – der Dysstress – häufig zu gesundheitlichen Beschwerden ganz unterschiedlicher Art.

 

Die Realität von Stress 

Solange auf eine vorübergehende Phase mit negativem Stress eine Zeit der Ruhe und Entspannung folgt, sollten sich die körperlichen und gesundheitlichen Folgen in der Regel in einem überschaubaren Rahmen halten. Doch die Realität sieht leider anders aus. Psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen haben in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Verursacht werden sie nicht selten von anhaltendem Stress in seiner negativen Form. Die Deutsche Rentenversicherung und die privaten Versicherungsunternehmen stellen seit vielen Jahren fest, dass die Rentenzahlungen wegen Erwerbsminderung, wegen Erwerbsunfähigkeit und wegen Berufsunfähigkeit aufgrund von psychischen Erkrankungen wie Burnout und Depressionen stetig zunehmen. Rund 30 Prozent der neu genehmigten Renten wegen Berufsunfähigkeit sind durch psychische Beschwerden begründet, die den Betroffenen für mehrere Monate so belasten, dass er seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann. Damit entsteht ein erschreckender Zusammenhang: Unser Sozialversicherungssystem wird durch psychische Erkrankungen unmittelbar finanziell belastet. Damit hat Stress nicht mehr nur individuelle Auswirkungen! Er wird zur Bedrohung für unser Sozialversicherungssystem und damit für unsere gesamte Volkswirtschaft. 

Modekrankheit Burnout

Was in Deutschland unter anderem von der Deutschen Rentenversicherung bestätigt wird, findet sich auch im internationalen Kontext. Die Weltgesundheitsorganisation – kurz WHO genannt – hat Stress deshalb zu einer der größten gesundheitlichen Gefahren im 21. Jahrhundert erklärt. Trotzdem erkennen auch heute weder Politik noch Öffentlichkeit an, dass unsere auf Leistung ausgerichtete Gesellschaft die Wurzel des Übels ist, das sich Burnout oder Depressionen nennt. Hinzu kommt, dass auch die moderne Medizin oft nicht in der Lage ist, einen drohenden Burnout oder eine Depression zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern. Gerade das vollständige Ausgebranntsein äußert sich durch sehr vielfältige Symptome, die nicht eindeutig zu interpretieren sind. Dazu kommt außerdem, dass man diesen Zustand durch Medikamente sehr lange verschleiern kann, so dass selbst dem nächsten Umfeld nicht deutlich wird, in welcher Gefahr der Betroffene schwebt. Außerdem trifft ein Burnout sehr häufig Menschen, von denen wir dies niemals denken. Da ist zum Beispiel die ambitionierte Kollegin, die Beruf, Familie und Eltern immer perfekt unter einen Hut zu bekommen scheint, bis sie eines Tages zusammenbricht. Aufgrund der sehr schwierigen Diagnose, der langwierigen Therapie und der zunehmenden Zahl der Fälle haftet gerade dem Burnout der Ruf der Modekrankheit an. Bedenkt man dann noch, dass Burnout und Depressionen strikt voneinander abzugrenzen sind und dass psychische Leiden die Lebenserwartung deutlich stärker verkürzen als körperliche Krankheiten, wird klar, wie groß der Handlungsbedarf für Politik und Gesellschaft, aber auch für den Einzelnen ist. 

 

Bestnoten und Auszeichnungen sind doch selbstverständlich

Übrigens ist Stress keinesfalls ein Phänomen, das nur ältere Berufstätige betrifft, die mit dem Fortschritt am Arbeitsplatz nicht mehr mithalten können. Immer häufiger werden Burnout und Depressionen schon bei ganz jungen Menschen festgestellt. Selbst Schüler, Auszubildende oder Studierende klagen zunehmend über die enormen Belastungen, die der moderne Alltag in der Schule oder an der Universität mit sich bringt. Die Reduzierung der Schulzeit auf nur noch 12 Jahre bis zum Abitur, wie sie in vielen Bundesländern gängig ist, dürfte dafür ebenso eine Ursache sein wie der immense Druck, der während des Studiums auf die jungen Menschen ausgeübt wird. Das Studium muss in Rekordzeit durchlaufen sein, Bestnoten bei Examen, Diplom und Co. sind sowieso selbstverständlich, mehrere Auslandssemester sind eher die Regel als die Ausnahme, und am Ende dürfen die jungen Studenten nicht älter als 25 Jahre sein, wenn sie ihren Masterabschluss in den Händen halten. Die Messlatte wird also schon in jungen Jahren sehr hoch gelegt. Die Folge liegt auf der Hand, denn die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Überlastung nimmt unter jungen Leuten enorm zu. 

Dem gegenüber steht eine interessante Beobachtung, die in den USA im Rahmen einer Studie veröffentlicht wurde. Dort wurde belegt, dass die früheren US-amerikanischen Präsidenten keinesfalls eine kürzere Lebenserwartung hatten oder verstärkt unter psychischen Beschwerden litten als andere Menschen – obwohl das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika sicherlich ein höchst anspruchsvolles Amt ist! Damit wird deutlich, dass Stress ein ganz persönliches Empfinden ist, das zu sehr individuellen Auswirkungen führt. 

Die Wissenschaftler Thomas Holmes und Richard Rahe entwickelten die sogenannte Social Readjustment Rating Scale, eine Skala mit 43 Ereignissen, um das Ausmaß von Stress messen zu können. Positive wie negative Lebensereignisse werden einem Stresswert von null bis 100 zugewiesen.

Zu den Top Ten des Social Readjustment Rating Scale (Stressranking) gehören:

  1. Tod des Ehepartners (100)
  2. Scheidung (73)
  3. Trennung vom Ehepartner (65)
  4. Haftstrafe (63)
  5. Tod eines Familienangehörigen (63)
  6. Eigene Verletzung oder Krankheit (53)
  7. Heirat (50)
  8. Verlust des Arbeitsplatzes (47)
  9. Aussöhnung mit dem Ehepartner (45)
  10. Pensionierung (45)

Weitere arbeitsbezogene Lebensereignisse:

18. Berufswechsel (36)

22. Veränderung im beruflichen Verantwortungsbereich (29)

30. Ärger mit dem Vorgesetzten (23)

31. Änderung von Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen (20)

41. Urlaub (13)

42. Weihnachten (13)

 

Du hast nun etwas mehr zum Thema „Stress“ und seine Auswirkungen erfahren. Du weißt, dass es sich um ein ernstes Problem handelt, das nicht nur für die Gesundheit des Einzelnen eine Bedrohung sein kann. Natürlich kämpft jeder mit seinen ganz persönlichen Säbelzahntigern – den Stressoren – und jeder reagiert auf Stress auf seine eigene Weise. Doch gerade weil eine ständige Dauerbelastung eben auch zu ernsthaften gesundheitlichen Folgen bis hin zu Depressionen und zum Burnout führen kann, lohnt es sich, diesem Thema etwas auf den Grund zu gehen. Vielleicht interessiert dich, wie gestresst du eigentlich selbst bist? Dann wirf einen Blick in den nächste Blogartikel, dort erfährst du mehr zu deinem persönlichen Stresslevel. 

 

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