Angst hält uns oft ab, etwas zu tun, was wir eigentlich tun wollen. Der Mensch hat ein großes Bedürfnis nach Sicherheit. Dieses Bedürfnis hat die Wurzeln in deiner Angst. Prinzipiell ist daran erst einmal nichts verkehrt. Die evolutionären Gedanken, sich zu verteidigen und zu beschützen, ist einer der Instinkte, die unser Überleben über viele Jahrhunderte gesichert haben. Doch dieser Urinstinkt kann dir auch im Weg stehen. Sobald Angst dein Leben diktiert, bist du nicht mehr frei das zu tun, was du eigentlich tun willst. Denn deine Angst hält dich davon ab, deine Ziele zu verfolgen und präsent am Leben teilzunehmen. Mit der Angst im Rücken wirst du deine Komfortzone nicht verlassen. Und das, wie wir bereits wissen, bringt dich bei deiner Suche nach dem Sinn des Lebens nicht weiter. 

Finde eine Technik, deine Ängste zu überwinden

Selbstverständlich kann alles schiefgehen. Bevor du deine Komfortzone verlässt, solltest du einen Plan haben, wohin dein Weg geht. In welcher Richtung befindet sich dein Ziel? Blind aus deiner sicheren Zone rennen ist keine Option. Wenn du nicht weißt, wohin die Reise geht, ist es schwierig, eine Rechtfertigung dir selbst gegenüber zu finden, warum du aus deiner Komfortzone entweichen solltest. 

Wenn du aber ein Ziel vor deinen Augen hast, kannst du dich guten Gewissens auf den Weg aus der sicheren Zone herausmachen. Wenn du beschließt, etwas Neues anzufangen, dann solltest du an die guten Dinge, die dir passieren können, denken. Es ist ganz wichtig, deine Zeit nicht mit Horrorszenarien zu verplempern. Negative Zukunftsvorstellungen bestärken deine Komfortzone und so wirst du sie dann auch nicht verlassen wollen. Wenn du aber an das Gute denkst, das kommen kann, fällt es dir leichter, deine Ängste zu kontrollieren und zu überwinden. Denke an das Mindset, das wir weiter vorn im Buch besprochen haben. Positive Gedanken führen zu positiven Handlungen.

Ich verrate dir nun zwei Techniken, wie du deine Ängste überwinden kannst. Du kannst die beiden Techniken bei allen Arten von Ängsten nutzen, um diese zu vertreiben. Ich stelle dir jetzt also zwei Wege vor, die dich aus deiner Angstspirale herausbringen können: Du kannst deine Angst mit noch mehr Angst oder aber mit Mut vertreiben. Im Folgenden erfährst du, wie das geht.

Ich kann dir an dieser Stelle nicht versprechen, dass nichts Schlimmes eintreten wird, wenn du deine Komfortzone verlässt. Katastrophen sind unvorhersehbar. Aber ich kann dir sagen, dass der, der nicht wagt, auch nicht gewinnt. Dein ganzes Leben in einer Komfortzone zu sitzen und nach dem „Was wäre, wenn …“ zu fragen, hat noch niemanden weitergebracht. Nimm deine Persönlichkeit bei der Hand und rede ihr gut zu. Ich bin ehrlich zu dir: Du wirst in deinem Leben immer Angst haben. Doch wenn du sie in eine richtige Richtung lenkst, kann sie dir im Leben vielleicht sogar helfen.

Angst mit Angst besiegen

Du kannst deine Angst mit Angst bekämpfen! Das klingt unlogisch? Wenn du deine Angst in die richtige Richtung kanalisierst, dann kannst du dir deine Angst zu Nutze machen. Stell dir vor, du rauchst seit vielen Jahren Zigaretten. Deiner Gesundheit wegen möchtest du nun aber Nichtraucher werden. Aber du hast große Angst davor, das Rauchen aufzugeben. Du hast zum Beispiel Angst davor, deine Routine zu verlieren, da deine Tage ohne das Rauchen ganz anders ablaufen werden. Außerdem kannst du dich als Nichtraucher nicht mehr mit Zigaretten belohnen oder in Raucherpausen mit anderen Menschen ins Gespräch kommen. Der vielleicht größte Faktor deiner Angst ist jedoch, dass du bei dem Versuch aufzuhören scheitern könntest. 

Machen wir uns einmal Gedanken. Was könnte dich mehr zum Aufhören motivieren? Das positive Ziel, gesünder zu sein? Oder die Angst vor einem Herzinfarkt? Du wirst mit Sicherheit schnell die zweite Option gewählt haben. Richtig, du hast Angst vor einem Herzinfarkt. Du kannst deine Angst vor etwas mit der noch größeren Angst vor negativen Konsequenzen bekämpfen. In diesem Fall hast du zwar Angst, beim Versuch, das Rauchen aufzugeben, zu scheitern, doch hast du noch mehr Angst vor einer negativen, gesundheitlichen Konsequenz, wenn du weiterhin rauchst. Diese Angst kannst du vergrößern, indem du der Angst vor gesundheitlichen Schäden mehr Aufmerksamkeit als der Angst vor dem Scheitern schenkst. 

Diese Technik kannst du auch beim Verlassen des Hamsterrades anwenden. Zwar hast du Angst, dein sicheres Umfeld zu verlassen, dennoch hast du zum Beispiel noch mehr Angst davor, dein ganzes Leben zu verpassen. Wenn du deine Komfortzone niemals verlässt, kannst du den Sinn des Lebens nicht finden. Aber weil du dieses Buch liest, möchtest du auch deinen Sinn des Lebens finden. Hast du nicht Angst davor, ihn nicht zu finden? Sei offen, deine Komfortzone zu verlassen!

Angst mit Mut überwinden 

Wovor hast du eigentlich Angst? Hast du Angst, Fehler zu machen? Hast du Angst zu versagen? Du kannst trotz deiner Angst handeln, das nennt man mutig. Mutig bezeichnet denjenigen, der trotz Angst handelt. Mut ist also der Schlüssel, deine Angst links liegen zu lassen und an ihr vorbeizugehen.

Wusstest du, dass die meisten bereits scheitern, wenn es darum geht, groß zu träumen? Die meisten Menschen werden bereits von ihrem Mut verlassen, wenn es ans Pläneschmieden geht. Mut haben bedeutet auch, seine eigenen Potenziale zu erkennen und auszuschöpfen. Da du dir erst einmal vorstellen musst, Erfolg zu haben, musst du auch dich in der Position des Erfolgreichen sehen können. Bereits das erfordert Mut. Du brauchst genügend Selbstüberzeugung, um dir gewisse Dinge zuzutrauen. Du musst dir den Erfolg also auch zumuten können. 

Als ich jünger war, war ich mit einem Freund auf Reisen unterwegs. Wir hatten alles geplant. Leider wurde mein Freund von Heimweh überfallen und er brach den Trip frühzeitig ab. Nun konnte ich genau wie er mit nach Hause fliegen. Ich konnte aber auch mutig sein und den Trip alleine fortsetzen. Natürlich hatte ich Angst, allein in einem fremden Land zu reisen. Damals war die Welt noch nicht so gut verbunden und man hatte nicht an jeder Ecke Instagram, Skype und Co., um schnell mal nach Hause zu telefonieren. Ich hatte Angst, aus meiner Komfortzone auszubrechen. Ich hatte Angst, dass ich allein nicht so viel Spaß haben würde, dass ich mich nicht zurechtfinden würde und dass ich vielleicht sogar einsam werden könnte. Ich setzte meinen Trip dennoch fort. Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Ich begegnete zahlreichen anderen Backpackern, Menschen, die genau wie ich alleine auf der Reise waren und die mich herzlich aufnahmen. Ich war niemals einsam, ich hatte eine Menge Spaß und ich fand auch meistens den richtigen Weg. Mein Mut, alleine weiterzureisen, eröffnete mir eine ganz neue Welt. Diese Erfahrung möchte ich nie missen müssen.

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