Die meisten Stellenanzeigen lesen sich auf dem ersten Blick alle gleich. Erst das Lesen der Stellenanzeigen zwischen den Zeilen schlüsselt auf, was der Arbeitgeber sich von seinen Bewerbern wünscht. Erfahre in diesem Artikel, wie du erkennst, worauf es dem Personaler ankommt und was die genannten Anforderungen zu bedeuten haben. 

Der Aufbau einer klassischen Stellenanzeige

Die klassische Stellenanzeige ist in fünf Teilen gegliedert. Diese bestehen aus Titel, Einleitung, Beschreibung der Aufgaben, Anforderungen an den Bewerber und dem Schlussteil. Jeder einzelne Teil der Stellenausschreibung beinhaltet wichtige Informationen, welche einzeln aufgeschlüsselt werden müssen. Wer versteht, wie die Informationen aus einer Stellenausschreibung zu interpretieren sind, hat den Schlüssel zu der perfekten Bewerbung gefunden. 

Der Titel einer Stellenausschreibung

In dem Titel einer Stellenanzeige wird für gewöhnlich die konkrete Bezeichnung der zu vergebenen Stelle beschrieben. Schon hier wartet der erste Fallstrick auf potenzielle Bewerber. Vorrangig international agierende Unternehmen verwenden hier Fremdwörter oder die englische Bezeichnung für die angebotene Stelle. 

Sollte dir nicht klar sein, was hinter der ausgeschriebenen Stelle steckt, kannst du in Suchmaschinen nach der Bezeichnung suchen. Ist die Websuche erfolglos, hilft oft ein Blick in die weitere Stellenbeschreibung. Im Zweifel kann ein Anruf bei der Personalabteilung für Aufklärung sorgen. 

Die Einleitung einer Stellenanzeige

In der Einleitung stellt sich das Unternehmen dem Bewerber vor. Aus diesem Teil der Stellenanzeigen kannst du entnehmen, worauf sich die Firma spezialisiert hat und welche Leitsätze von dem Unternehmen verfolgt werden. Häufig werden außerdem die Größe des Unternehmens und die Stadt des Hauptfirmensitzes genannt. 

Diese Informationen kannst du an geeigneter Stelle in deinem Bewerbungsschreiben aufgreifen. Erkläre der Firma, weshalb du speziell bei diesem Unternehmen beschäftigt sein möchtest. Überlege, worauf die Firma besonders stolz ist. Die Einleitung der Stellenausschreibung bietet hierauf in der Regel genügend Hinweise.

Die Beschreibung der Aufgaben

In der Aufgabenbeschreibung wird beschrieben, welche Aufgaben zu übernehmen sind. Auch hier treten vereinzelt englische Bezeichnungen oder Fremdwörter auf. Die Bedeutung der Fremdwörter können eigenständig über Suchmaschinen übersetz oder telefonisch erfragt werden. 

Auf Erfahrungen in konkreten Aufgabenbereichen sollte in dem Bewerbungsschreiben hingewiesen werden. Gerne können entsprechende Kenntnisse oder Schulungen im Lebenslauf durch bunte oder fette Schrift hervorgehoben werden. 

Die Anforderungen an den Bewerbern

Das Kernstück von Stellenanzeigen sind die Anforderungen an den Bewerbern. Hier geht der Personaler konkret auf gewünschte Qualifikationen und Persönlichkeitsmerkmale ein. 

Diese Anforderungen lesen sich in der Regel zunächst abschreckend. Für die meisten Bewerber wirkt dieser Teil der Stellenanzeigen so, als suche der Personaler nach der Eier legenden Wollmilchsau. Entmutigt bewerben sich viele Bewerber nicht auf solche Stellenausschreibungen, da sie davon ausgehen, nicht geeignet zu sein. Dabei reicht es oft aus, nur 70 % der Anforderungen zu erfüllen. Entscheidend ist, ob es sich um eine Muss- oder eine Kann-Anforderung handelt.

Was sind Muss-Anforderungen?

Die Muss-Anforderungen werden von dem Personaler an den Bewerber vorausgesetzt. Erfüllst du diese Anforderungen nicht, lohnt sich in der Regel auch das Bewerben auf diese Stelle nicht. 

An folgenden Sätzen kannst du eine Muss-Anforderung erkennen:

⁃ „… ist zwingend erforderlich.“

⁃ „Sie sind / haben…“

⁃ „… wird vorausgesetzt.“

⁃ „Sie besitzen…“

Was sind Kann-Anforderungen?

Kann-Anforderungen werden nicht zwingend von dem Arbeitgeber gefordert. Sie erhöhen die Chancen für den Bewerber jedoch erheblich. Kannst du diese Kenntnisse oder Qualifikationen nicht vorweisen, kann sich eine Bewerbung dennoch lohnen. Solltest du die Kann-Anforderungen einer Stellenausschreibung erfüllen, kannst du dies explizit in deiner Bewerbung hervorheben. 

Kann-Anforderungen erkennst du an folgenden Sätzen:

⁃ „Idealerweise…“

⁃ „Wünschenswert ist…“

⁃ „… ist von Vorteil.“

Der Schlussteil von Stellenanzeigen

Im Schlussteil werden wichtige Informationen zum allgemeinen Bewerbungsprozess gegeben. Beispielsweise wird hier der Ansprechpartner genannt. Dieser sollte in dem Bewerbungsschreiben persönlich angesprochen werden. In dem Schlussteil von Stellenanzeigen wird außerdem die gewünschte Bewerbungsform angegeben. Diesem Wunsch sollte in jedem Fall nachgekommen werden. Wer bereits bei der Abgabe seiner Unterlagen beweist, dass ihm die Wünsche des Unternehmens egal sind, verringert sich die Chancen auf ein Bewerbungsgespräch deutlich. 

Gehalt und Gegenleistungen in Stellenanzeigen

In einigen Stellenausschreibungen wird um eine konkrete Angabe der Gehaltsvorstellung gebeten. Es ist davon abzuraten, sich mit einer unterdurchschnittlichen Summe interessant zu machen. Dies führt zu dem Eindruck, dass deine Fähigkeiten und Qualifikationen minderwertig sind. Ein zu hoch angesetztes Gehalt macht jedoch auch unattraktiv. 

Informiere dich über das Durchschnittsgehalt in der Branche und orientiere dich bei deinen Gehaltsvorstellungen hieran. Schlage eventuell noch einen kleinen Puffer auf die Summe auf. In späteren Gehaltsverhandlungen wird der Arbeitgeber versuchen, das Gehalt herunterzuhandeln. Es ist unwahrscheinlich, dass du im Nachgang ein höheres Gehalt aushandeln kannst. Bei dem Wortlaut „leistungsorientierte Bezahlung“ ist Vorsicht geboten. Mit dieser Formulierung wird oft versucht, ein geringes Gehalt zu kaschieren.

Anrufe sinnvoll nutzen

Bei Rückfragen sollte der Ansprechpartner persönlich telefonisch kontaktiert werden. Hierdurch kann ein persönlicher Bezug aufgebaut werden, auf welchem im Anschreiben hingewiesen werden kann. Es kann sich beispielsweise für das freundliche Gespräch bedankt werden. Falls dir unklar ist, ob sich eine Bewerbung bei deinen Qualifikationen lohnt, kann ein Anruf ferner schnelle Aufklärung geben. Wirst du bei diesem Telefonat dazu aufgerufen, dich dennoch zu bewerben, ist dies ein gutes Zeichen. Sollte in der Stellenanzeige explizit darum gebeten werden, auf einen Anruf zu verzichten, solltest du dieser Bitte selbstverständlich nachkommen. Wie bereits erwähnt, spricht es nicht für den Bewerber, wenn er sich bereits im Bewerbungsprozess nicht an Vorgaben hält.

Fazit

Die meisten Stellenanzeigen sind standardisiert und beinhalten entsprechend viele Floskeln, die es zu verstehen gilt. Bewerber sollten sich nicht von den vielen Anforderungen der Arbeitgeber abschrecken lassen. Oft sind diese nur optionale Fähigkeiten, welche auch im Laufe des Arbeitsverhältnisses erlernt werden können. Persönliche Nachfragen helfen nicht nur dabei, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, sondern auch dabei einen ersten Kontakt zu dem Personaler zu bekommen.

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