Selbstbewusste Menschen kennzeichnet sich dadurch, dass sie sich selbstbewusst artikulieren. Das bedeutet nicht, dass du von deinen gewohnten sprachlichen Mustern abweichen oder gar eine Fremdsprache erlernen musst. Bestimmte Formulierungen deuten darauf hin, dass du in diesem Moment nicht aus einer Haltung des Selbstbewusstseins heraus gesprochen hast. Das werden andere Menschen erkennen, du aber sprichst ganz unterbewusst.

Typische Merkmale in unserer Sprache für mangelndes Selbstbewusstsein sind:

  • Füllwörter
  • Indirekte Anspielungen
  • Ausschweifende Beschreibungen, die vom Wesentlichen ablenken
  • Erklärungen und Rechtfertigungen
  • Sofortiges Abschwächen des soeben dargestellten Sachverhaltes

Das kannst du direkt verändern

Verwendest du viele Wörter wie eigentlich, vielleicht, möglicherweise, eventuell, theoretisch? Welchen Wert fügen diese Wörter deinem Satz hinzu? Formuliere diese Sätze noch einmal neu, aber lass solche Wörter dieses Mal weg. Hat sich der Sinn verändert? Eher nicht. Vielmehr wurde dadurch die Aussage klarer. Mit solchen Füllwörtern outest du eine wenig selbstbewusste Haltung. Würdest du hinter deiner Aussage stehen, würdest du sie auch so und ohne Umschweife treffen.

Komm‘ direkt auf den Punkt

Typisch ist auch fehlende Direktheit durch lange Ausschweifungen und indirekte Anspielungen. Du sagst nicht, was Sache ist, sondern beschreibst es. Anstatt klar zu formulieren, was du sagen möchtest, tust du das auf indirektem Wege. Beispiel: „Ich will ja nicht sagen, dass keiner außer mir in der Büroküche etwas macht. Jedenfalls gelegentlich machen andere etwas. Aber es nervt schon ein wenig, wenn ich mir einen Kaffee machen will, und es hat schon wieder jemand die Bohnen nicht nachgefüllt. Oder die leere Milch steht noch im Kühlschrank. Könnte man die denn nicht einfach wegwerfen?“ Hinter dieser Aussage verbirgt sich ein Kern: ich traue mich nicht, mein Problem anzusprechen. Selbstbewusster formuliert würde dieses Beispiel lauten: „Bitte entsorgt leere Milchpackungen und füllt die Bohnen nach, wenn nötig.“

An diesem Beispiel ist dir sicherlich auch aufgefallen, wie die Person ihre Aussage sofort wieder abgeschwächt hat. Zunächst lautete sie: Niemand kümmert sich um die Büroküche. Das wird sofort wieder revidiert und es heißt, gelegentlich kümmere sich ja doch jemand darum. Auch wird erklärt und gerechtfertigt. Es ist eine Selbstverständlichkeit, eine leere Milchpackung zu entsorgen. Es muss nicht erklärt werden, dass es nervt, wenn das nicht passiert.

Sprachliche Merkmale & Selbstbewusstsein

Doch genug von negativen Beispielen. Sehen wir uns an, welche sprachlichen Merkmale auf Selbstbewusstsein hindeuten.

  • Direktheit
  • Klare Artikulation auf der Sachebene
  • Aufrichtige Begründung
  • Klare Appelle, ohne Umschweife

Selbstbewusste Personen formulieren unmissverständlich, was sie möchten. Sie bewegen sich dabei auf der Sachebene und arbeiten mit Appellen. Auf der Sachebene drücken sie ohne Umschweife aus, was sie sagen möchten. Füllwörter ohne Mehrwert, Umschreibungen, Rechtfertigungen haben bei ihnen keinen Platz. Das verwirrt nur. Sie fügen diesen Aussagen gerne eine Begründung an, wenn sie notwendig und aufrichtig ist. Dabei werden sie auch deutlich, wenn es sein muss, aber ohne andere persönlich anzugreifen. Eine selbstbewusste Aussage beinhaltet auch einen starken Appell. Dem Empfänger dieser Botschaft ist klar, was damit bewegt werden soll. Der Sender traut sich nämlich, das zu sagen, auch wenn es dem Empfänger nicht gefällt.

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