Ein Mangel an Fachkräften aus Deutschland auf der einen Seite, ambitionierte und gut ausgebildete junge Leute mit Migrationshintergrund auf der anderen Seite: Diese Situation ist kennzeichnend für viele Branchen in Deutschland. Die IT-Branche gilt als einer der Vorreiter auf dem Gebiet der Integration von ausländischen Fachkräften, denn viele Unternehmen arbeiten hier schon heute mit Mitarbeitern aus Indien, aus den USA und aus der ganzen Welt zusammen. Digitalisierung und Automation erfordern nicht mehr zwingend die Anwesenheit an einem Arbeitsplatz in Deutschland, denn durch Internettelefonie, Videokonferenzen und Co. kann man sich sehr gut online vernetzen.

Trends auf dem Arbeitsmarkt

Doch diese Trends auf dem Arbeitsmarkt machen es mehr denn je erforderlich, ausländische Fachkräfte aus unterschiedlichsten Kulturen zu integrieren. Hier hat sich in den letzten Jahren ein Schwerpunkt des Diversity Managements herausgebildet, das ein maßgeblicher Bestandteil von Feel Good Management ist. Unternehmen, die das verstanden haben und denen es gelingt, ihre ausländischen Mitarbeiter optimal zu integrieren, leben nicht nur den Feel Good Gedanken. Sie verschaffen sich einen Vorteil gegenüber anderen Firmen und dürften im Wettbewerb untereinander langfristig die Nase vorne haben. Aber warum funktioniert Feel Good Management auf Dauer kaum ohne die Integration von Mitarbeitern aus anderen Kulturen, und wie kann Feel Good Management in der Praxis dazu aussehen? 

Sprache, Wohnung, Behörden und andere Herausforderungen

Wer als Arbeitnehmer aus einer anderen Kultur nach Deutschland kommt, hat nicht nur das Problem, sich sprachlich eingliedern zu müssen, eine Wohnung finden zu müssen, Behördengänge zu erledigen und seinen Platz im sozialen Leben zu finden. Es geht auch darum, sich an das Arbeitsleben in Deutschland zu gewöhnen, das vermutlich ganz anders aussieht als alles, was man von zu Hause aus gewohnt ist. Bei solchen Fragen kann ein Feel Good Manager steuernd eingreifen und viel dazu beitragen, dass sich ein Mitarbeiter aus dem Ausland schnell rundherum wohlfühlt an seinem neuen Arbeitsplatz. 

Sprache lernen, dann Kenntnisse ausbauen

Ein wichtiger Schritt ist es, sich zunächst um die Sprachkenntnisse des neuen Mitarbeiters zu kümmern. Wer noch nicht genügend Deutsch spricht, um sich hier zu verständigen, muss seine Kenntnisse sehr zügig ausbauen. Dabei helfen Sprachkurse, die eine Firma entweder selbst anbieten und durchführen kann oder mindestens vermitteln kann. Es ist hilfreich, wenn in solchen Kursen auch fachspezifische Begriffe vermittelt werden, die in einem Betrieb gebräuchlich sind. Auch eine Wohnung ist nötig, damit man sich am neuen Standort innerhalb kurzer Zeit zu Hause fühlt.

Ein Feel Good Manager kann dazu beitragen, in den lokalen Internetportalen oder in den Zeitungen nach Wohnungen zu suchen. Viele Unternehmen mieten für ihre neuen Mitarbeiter dauerhaft oder vorübergehend Wohnraum zur Miete zu vernünftigen Preisen an und schaffen so die Basis für ein schönes wohnliches Umfeld nach Feierabend. Unterstützung bei Behördengängen ist eine weitere Leistung, die ein Feel Good Manager anbieten kann. Vielleicht steht er bereits in Kontakt mit den Ausländerbehörden vor Ort und ist dadurch gut vernetzt. Dadurch ist er in de Lage, einem neuen Mitarbeiter tatkräftig zu helfen und Behördengänge zu beschleunigen und zu vereinfachen. 

Was ist mit der Kultur?

Ein ganz wichtiger Punkt bei der Integration von Fachkräften aus dem Ausland ist es, auf die veränderte Kultur Rücksicht zu nehmen. Auf der einen Seite sollen diese Mitarbeiter gut in Deutschland integriert sein, auf der anderen Seite sollen sie ihren eigenen Hintergrund nicht vergessen. Ein erfahrener Feel Good Manager stellt sich darauf ein. Vielleicht bietet man im Unternehmen die Möglichkeit an, dass Mitarbeiter aus einem Kulturkreis einen gemeinsamen Bereich im Büro haben, in dem sie arbeiten und sich austauschen. Eine eigene Ecke für indische Kollegen, eine weitere Ecke für die US-amerikanischen Vertreter und die eine oder andere Insel für Mitarbeiter aus anderen Ländern lässt sich schon optisch sehr schön herrichten durch die Nationalfarben, durch kleinen Fähnchen auf den Tischen und Schränken oder durch andere sichtbare Highlights, die den Mitarbeitern das Gefühl geben, mit ihrer Kultur und ihrer Andersartigkeit willkommen zu sein.

Schon kleine Gesten tragen viel dazu bei, dass sich jemand aus einem anderen Kulturkreis schnell in seiner neuen Heimat wohlfühlt. Auch eigene Treffen von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund sind ein schöner Zug eines Unternehmens, der Diversität Rechnung zu tragen und die Möglichkeiten zum gegenseitigen Austausch zu fördern. Ergänzt man solche Runden um weitere Treffen mit den einheimischen Mitarbeitern, unterstützt man so die Vernetzung mit dem Rest der Belegschaft. Vielleicht bietet man einen zweiwöchigen Stammtisch auf freiwilliger Basis an, vielleicht kommen sportliche und kulturelle Veranstaltungen zum gegenseitigen Kennenlernen in Frage. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wobei der Feel Good Manager immer einen wichtigen Aspekt beachten sollte: Jede Maßnahme sollte zum Bedarf der Mitarbeiter passen. Dabei ist wichtig zu betonen, welchen Profit der Einzelne aus der Teilnahme an solchen Veranstaltungen hat. Nur dann besucht man einen Stammtisch in der Freizeit und tauscht sich gerne mit den Kollegen aus.

Bereitschaft und Engagement

Nicht zu vernachlässigen ist außerdem, dass jeder Teilnehmer die Offenheit mitbringen muss, um sich auf die Kommunikation mit anderen einzulassen. Das ist besonders wichtig, wenn es sprachliche Barrieren gibt, die es zu überwinden gilt. Unter Umständen verständigt man sich in der ersten Zeit auf Englisch, doch gerade dann ist es ausschlaggebend, dass beide Seiten die Bereitschaft mitbringen, sich aufeinander einzustellen. Es bedarf einer gewissen Offenheit, aber auch einer großen Toleranz und einem hohen Maß an Vertrauen, um sich aufeinander einzustellen und um sich zu bemühen, in Zukunft gut miteinander zu arbeiten. 

Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen

Die Integration von ausländischen Fachkräften ist auch beim Recruiting schon wichtig. Der Feel Good Manager kann darauf Einfluss nehmen, wie Vorstellungsgespräche ablaufen und wie man schon beim ersten Treffen mit dem potenziellen Mitarbeiter darauf einwirkt, eine entspannte Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Im Idealfall achtet man schon beim Vorstellungsgespräch darauf, dem Feel Good Aspekt Rechnung zu tragen und der Unterschiedlichkeit von Mitarbeitern aus verschiedenen Kulturkreisen gezielt zu begegnen. Wer das bereits während der Personalauswahl berücksichtigt, erhöht die Attraktivität als Arbeitgeber und wird dadurch als Unternehmen für Fachkräfte vieler Nationen interessant. In Zeiten eines zunehmenden Fachkräftemangels verschafft Diversity Management schon bei der Personalauswahl Vorteile im Wettbewerb, die global agierende Firmen unbedingt nutzen sollten. 

Diversity Management

Das sich verändernde Umfeld in der Berufswelt macht es heute nötig, Mitarbeiter aus allen Altersgruppen und aus unterschiedlichen Kulturen schnell in den Betrieb zu integrieren. Das Diversity Management setzt hier an und zielt darauf ab, ein Umfeld zu schaffen, in dem das gelingt. Damit hat Diversity Management einen enormen Anteil daran, eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, in dem jeder Mitarbeiter sein volles Potenzial ausschöpft und sich gerne voll in die tägliche Arbeit einbringt. Diversity Management kann ohne Feel Good Management im Betrieb bestehen – doch Feel Good Management entfaltet seine volle Wirkung nur mit Diversity Management. 

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