So tun als ob oder so tun, als sei man schon so weit und damit weiter kommen. 

Immer wieder treffe ich auf große Vorbehalte oder große Widerstände dazu. Zumal Fake in Verbindung mit News gerade in aller Munde ist. Eine Vielzahl meiner Klienten macht Aussagen wie „nicht authentisch“, „was vorgemacht“, „geschauspielert“, „betrügen“, „das tut man nicht“, „das kann ich nicht“, etc.. 

Dabei hat Henry Ford schon vor über 100 Jahren festgestellt:

Ob du glaubst, du kannst es, oder du glaubst, du kannst es nicht, du wirst immer Recht behalten. 

Und das bringt es genau auf den Punkt, es geht um unsere innere Haltung und unseren Glauben an uns selbst und unsere Fähigkeiten. 

Ich vermute, dass bei den Menschen, die diesen Ansatz so stark ablehnen, die innere Haltung von Angst geprägt ist: „Das stimmt ja nicht, ich Lüge und was ist, wenn ich dabei erwischt werde.“ 

Doch genau darum geht es eben nicht. Es geht nicht darum, etwas zu machen, dass man nicht beherrscht, also vorgeben Arzt zu sein und eine OP durchzuführen. Es geht nicht darum, dass der Metzgergeselle behaupte er sei Herzchirurg, obwohl er von allen Handwerksberufen noch die meisten Kenntnisse hat. 

Sondern es geht um diesen überaus wichtigen Schritt davor, um das Denken. Kann ich mir denn vorstellen, kann ich es denken, Arzt zu sein. Kann ich es visualisieren, kann ich einen Film in meinem Kopf kreieren, wie ich mit einem Skalpell im OP stehe, ja oder nein? 

Das führt wieder zu Henry Ford und seiner treffenden Feststellung: Ob du glaubst, du kannst es, oder du glaubst, du kannst es nicht, du wirst immer Recht behalten. 

Das bedeutet, die Grenzen meiner Gedanken sind die Grenzen meiner Welt und bestimmen mein Schicksal. Das ist jetzt keine wirklich neue Erkenntnis. Die Frage ist, bin ich, mit dem wo ich stehe zufrieden, ja oder nein? Wenn ich mit mir und meinem Umfeld im Reinen bin, und das was ich tue mich erfüllt, dann bin ich am Ziel. Erkennbar an Zufriedenheit und Gelassenheit. 

Doch schauen wir auf die Zahlen, zum Beispiel der oft zitierten Gallup Studie, dann lesen wir, das 85 % aller Arbeitnehmer mit ihrem Job eben nicht zufrieden sind. Zudem wird die aktuelle Situation dafür sorgen, dass sehr viele Menschen sich grundlegend neu orientieren werden müssen. Neuorientierung bedeutet aber immer, das Vertraute, die so genannte Komfortzone zu verlassen und in unbekanntes Gebiet vorzudringen. 

Doch wenn wir etwas zum ersten Mal tun, dann fühlen wir uns oft unerfahren, wackelig und unsicher. Das nur zu menschlich und nur zu normal – und dennoch liegt genau hier der Grundstein des Scheiterns. 

Ludwig  Wittgenstein war der Meinung, dass wenn ich wissen will, was ich wirklich will, dann muss ich beobachten, was ich tue. Und wenn mir nicht gefällt was ich tue, dann muss ich meine Handlungen ändern. Und die Brücke über diesen tiefen Graben zwischen dem was ich tue und dem, was ich will, heißt „als ob“. Ich tue so, als ob ich eine Fähigkeit schon habe, und ändere darüber meine Handlungen. 

Wow, unglaublich! Vor 100 Jahren wurde „Fake it till you make it“ von Ludwig  Wittgenstein in Österreich begründet. 

Somit hat Amy Cuddy im TED Talk – Fake it Till You Make it – wohl Wittgenstein gelesen. 

Die Frage ist auch grundsätzlich nicht zielführend: Was muss ich können, damit ich anfangen kann? Man muss anfangen und dann eben lernen, was gelernt werden muss.  

Das große Problem am Konzept „Fake it till you make it“, ist das Wort Fake und seine negative Bedeutung. 

Doch die wunderbare Umdeutung in „Believe it till you achieve it“ macht es kraftvoller, bedeutungsvoller aber auch verantwortungsvoller. 

Warum verantwortungsvoller? Denn jetzt ist wieder unmissverständlich klar, dass ich für mein Wachstum meinen Veränderungs- u. Entwicklungsprozess persönlich verantwortlich bin, nur ich. Jetzt darf aufhören, zu jammern, und ins handeln kommen. 

Was wiederum Henry Ford wunderbar auf den Punkt gebracht hat mit:

„Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern.“ 

Peter Mörs

Das Fazit ist nun: Ich kann und muss mein Leben und mich selbst gestalten und bestimmen. Ich kann mich entscheiden, etwas zu tun und in meine eigene Entwicklung zu investieren.  

Tun ist wie wollen, nur krasser! Also, Fake it till you make it! 

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Peter Mörs
Peter Mörs, Dipl.-Ing. Maschinenbau und Systemischer Coach, Vater von drei Kindern, hat viele Jahre als Manager, Geschäftsführer, Gesellschafter und Aufsichtsrat in Unternehmen in Deutschland, USA und Schweden gearbeitet. Als Karrieremechaniker verfügt er über das Handwerkszeug, das für die Karriere unerlässlich ist. Wir sind verpflichtet, das zu entfalten was in uns steckt, und eine Karriere, in ihrem positiven Sinne, zu machen. Es ist die persönliche Laufbahn eines Menschen in seinem Leben, die gestaltet werden will. Je besser wir die Werkzeuge dazu beherrschen, die zu uns Verfügung stehen, umso bedeutender ist das Ergebnis. Es geht um nichts Geringeres als um ein gelungenes Leben.