Du hattest so viel Motivation für diese eine Sache, diese eine Vision. Schon in der Früh bist du voller Freude aufgestanden, am Abend bist du mit dem glücklichen Gefühl eingeschlafen, morgen wieder für diese eine Sache brennen zu dürfen. Doch irgendwie ist diese Sache im Sand verlaufen. Irgendwie ist deine Leidenschaft dafür geschrumpft. Der Erfolg hat auf sich warten lassen und jetzt glaubst du nicht mehr daran. Manche werden sich vielleicht dabei ertappen, einfach so zu tun, als würden sie noch mit Leidenschaft für diese eine Vision brennen. Doch irgendwann wirst du feststellen, dass es nun andere Dinge gibt, die dich mehr begeistern.

Was willst du eigentlich? 

Immer wieder begegnet uns diese Frage im alltäglichen Leben. „Was will ich eigentlich?“ Neben belanglosen Entscheidungen, wie „Was koche ich heute Abend?“ oder „Was ziehe ich an?“, gibt es weitaus schwerwiegendere Fragen zu beantworten. Bestimmt hast du dir schon des Öfteren die wirklich wichtigen Fragen gestellt: „Was will ich eigentlich in meinem Leben?“ oder „Was erwarte ich von meinem Leben?“. Dann hast du bestimmt gemerkt, dass das gar nicht so einfach zu beantworten ist. Deshalb hast du dich auch diesem Buch gewidmet. Denn wenn man nicht weiß, was man will, dann ist die Frage nach dem Sinn des Lebens auch nicht weit. Diese Fragen gehen oft Hand in Hand ineinander über. 

Wir wissen, was wir nicht wollen

Meist wissen wir, was wir nicht wollen. Mal ist es zu heiß, mal zu kalt. Mal regnet es zu viel, manchmal zu wenig. Eigentlich möchtest du heute Abend mit deinen Freunden ein kühles Bier zischen, aber eigentlich bist du zu müde und liegst doch lieber auf deiner Couch. Aber bist jetzt mit deiner Entscheidung unzufrieden. Dabei hat es sich doch so gut angefühlt, als du dich dazu entschieden hast, heute die Füße still zu halten.  

Aber weißt du was? Wenn wir wissen, was wir nicht wollen, dann ist das Wissen nach dem „Was wir wollen“ gar nicht mehr so weit entfernt. Dazu machen wir nun eine kleine Übung.

Übung: Was-will-ich-Liste 

Nimm dir Papier und Stift zur Hand. Mach auf deinem Blatt zwei Spalten. Auf der einen Seite schreibst du alle Dinge auf, die du nicht willst. Zum Beispiel: Ich will mich nicht langweilen. Ich will nicht, wenn jemand zu spät kommt. Ich möchte nicht immer mit der Bahn zur Arbeit fahren. Die Liste kannst du endlos lang gestalten. Bis dir nichts mehr einfällt. Das kann ein Blatt füllen, aber auch ganz viele Blätter beschriften. Wenn die Liste fertig ist, formulierst du genau die Gegenteile in der anderen Spalte. Also in diesem Fall wäre das: Ich mag Unterhaltung. Ich mag Pünktlichkeit. Ich möchte mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Siehst du, du weißt eigentlich schon, was du willst. 

In dieser einen Spalte deiner Liste stehen nun deine kleinen Zwischenziele, deine Zwischenetappen, die dich zu deinem großen Ziel führen werden. Auf jeden Fall kannst du dir diese Liste zu Nutze machen. Lies sie dir oft genug durch, um deine Wünsche zu festigen. Vielleicht steht auf der Liste auch ganz versteckt schon dein großes Ziel, dein Endziel. Vielleicht musst du es nur entziffern. Aber das werden wir im Laufe des Buches noch erlernen, wie das funktioniert. Hebe dir deine Liste gut auf.

Übrigens …

Das große Phänomen ist sowieso, dass man immer das haben möchte, was man nicht hat oder haben kann. Ich erinnere mich an die Schulzeit, in der ich unbedingt mit einem Mädchen ausgehen wollte, bis genau zu diesem Zeitpunkt, als das Mädchen auch mit mir ausgehen wollte. Da waren dann meine Freunde doch plötzlich viel interessanter. Und so hat sich das im Laufe meines Lebens auch weiterentwickelt. Ich wollte oft das, was ich nicht haben konnte. Bis ich zu dem Punkt in meinem Leben kam, an dem ich beschloss, genau das zu wollen, was ich auch tatsächlich will. Du musst im Endeffekt bei einer Sache bleiben, von der du überzeugt bist. Eine Sache, die deinen Werten entspricht. Eine Sache, für die du brennst. Aber was ist, wenn sich diese eine Sache verändert und plötzlich eine andere wird?

Trainiere deinen Willen 

Man kann einen starken Willen trainieren. Wenn du erst einmal weißt, was du willst, kannst du dieses Ziel verfolgen. Doch bedenke: Genau wie dein Sinn des Lebens sich verändert, so verändern sich auch deine Wünsche und Ziele. Und das ist okay. Denn deine Ziele, deine Wünsche und deine Erwartungen ändern sich mit ihren Aufgaben. Sie müssen nicht statisch und unbeweglich auf ihre Erfüllung warten. Genau wie der Sinn des Lebens. Vielleicht möchtest du im Regen gern wieder die Bahn zur Arbeit nehmen, denn das ist praktischer als das Auto und komfortabler als das Fahrrad. Dann würde es im Umkehrschluss heißen, dass du nur bei gutem Wetter mit dem Fahrrad fahren möchtest. Deine Was-will-ich-Liste kann sich verformen und detaillierter werden. Umso genauer du weißt, was du willst, umso einfacher kannst du die Verantwortung darüber übernehmen, so zu handeln, wie du es selbst willst.

Der Sinn des Lebens ändert sich mit seinen Aufgaben

Erinnerst du dich an meinen Vergleich mit der Speisekarte? Dein Sinn des Lebens ist wie ein Kompass oder eine Speisekarte. Er verändert sich mit der Richtung, in die du läufst, oder mit dem Gang, den du wählst. Wenn du in die eine Richtung läufst und dir dafür einen Weg ausgewählt hast, können dort ganz andere Hindernisse und Situationen am Wegrand erscheinen, als es sie auf einem anderen Weg geben könnte. Doch das Leben ist kein Konjunktiv. Und so werden genau diese Hindernisse oder auch Situationen, negativ wie positiv, deinen selbstgewählten Weg formen. Diese Hürden werden auch deine weiteren Entscheidungen formulieren, die sich im Optimalfall dann an deinen Wünschen orientieren.

Läufst du zum Beispiel auf einem steinigen Weg, wirst du vermutlich ein gutes Schuhwerk benötigen. Du möchtest dann eine gute Sohle und vernünftige Schuhbänder. Wenn es regnet, ziehst du dir eine Regenjacke an, aber wenn die Sonne scheint, holst du vermutlich deinen Sonnenschutz hervor. Wenn du auf einem schneebedeckten Pfad gehst, brauchst du aber vielleicht ganz andere Utensilien, die dich deinem Ziel ein Stückchen näher bringen. Diese Utensilien werden dir auch helfen, deinen Weg interessanter und angenehmer zu gestalten. Wenn du zum Beispiel einen Schlitten hast, macht ein Schneeweg vielleicht doppelt so viel Freude als ohne. 

Was ich dir damit sagen will, ist, dass du im Grunde genommen weißt, was zu tun ist. Du weißt genau, was du entlang deines Weges willst. Wenn du dich für eine Richtung entschieden hast, weißt du auch, welche Utensilien du für deinen Weg brauchst. Wenn du diese Erkenntnis auf deiner Suche nach dem Sinn des Lebens anwendest, dann weißt du, dass sich deine Zwischenziele, die sich auf deinen Sinn des Lebens fokussieren, verändern können, sobald sich die äußeren Umstände ändern. Wenn an deinem Wegrand plötzlich unvorhersehbare Hindernisse auftauchen, kann sich der Wunsch nach anderen Utensilien ändern. 

Ein einfaches Beispiel wäre, dass du mit deinem Schlitten auf einem schneebedeckten Weg fährst und du jemandem begegnest, mit dem du gerne gemeinsam weitergehen möchtest. Dein bisheriger Schlitten wäre nun aber zu klein, um die Reise gemeinsam fortzusetzen. Entweder du wirst genau wie dein neuer Partner auch auf Schneeschuhe umsteigen, oder ihr werdet gemeinsam einen größeren Schlitten organisieren, um darauf gemeinsam zu fahren. Passe deine Utensilien an deinen Weg an.

Während deines Lebens passieren viele unvorhersehbare Dinge. Manche sind positiv, manche negativ. Du könntest im Lotto gewinnen, aber du könntest auch sehr krank werden. Dein Weg ist ein unvorhersehbares Konstrukt aus äußeren Einflüssen und Begegnungen. Deine Aufgabe ist es, deinen Sinn im Leben beweglich zu halten. Du musst zwar eine Richtung wählen, wenn du aber in deiner Wahl etwas elastisch bleibst, tust du dich im Leben leichter. Das soll nicht heißen, dass du dein Ziel aus den Augen verlieren, sondern lediglich nicht zu verkrampft nur die eine gefundene Lösung als richtig ansehen sollst. Deine Utensilien entlang des Weges spielen dabei eine wichtige Rolle. Es ist an dir, diese richtig auszuwählen. 

Mit dieser Erkenntnis ist das ganze Sinn-des-Lebens-Konstrukt gar nicht mehr nur auf eine einzige Sinnfrage bezogen. Es gibt mehrere Sinne, die sich im Laufe deines Lebens ändern, da sich auch die Richtung deines Weges ändern kann. Wie das eben auch ein Kompass oder eine saisonale Speisekarte tun. 

Formuliere deine Ziele und Wünsche

Doch um erst einmal loszulaufen, brauchst du eine Richtung. Wenn du nicht weißt, in welches Restaurant du willst, wirst du keine Speisekarte vor dir liegen haben. Wie du nun bestimmt erkannt hast, gibt es Folgendes zu tun: Zuerst musst du ein Ziel vor Augen haben. Dieses Ziel kann sich selbstverständlich ändern. Doch beachte, dass es sich nicht zu häufig ändern sollte. Wenn du dieses Ziel formuliert und vor deinen Augen hast, dann weißt du, welche Utensilien du für den Weg brauchst, um dein Ziel zu erreichen. Du musst dich also zunächst für eine Richtung entscheiden, um dir dann deine Utensilien für den Weg zu suchen. 

Wenn du zum Beispiel ein fittes und gesundes Leben haben möchtest, wäre es dann nicht komisch, wenn du dir im gleichen Atemzug eine Zigarette anzünden würdest. Wäre es nicht verantwortungsvoller, für ein gesundes und fittes Leben viel Sport zu treiben, sich um die Ernährung zu kümmern und den Geist zu füttern? Wenn du weißt, was du willst, kannst du deine Handlungen besser definieren, um so im Endeffekt auch glücklich zu sein. Nur so kannst du selbst die Verantwortung für dein Leben übernehmen. Denn wenn du nicht weißt, was du willst, kann es dir passieren, dass du im Leben herumgeschubst wirst. Dann definieren deine Arbeit, deine Mitmenschen oder andere Situationen das, was du tust. Aber sobald du die Verantwortung über deine eigenen Wünsche übernimmst, bekommst du auch die Macht über dein Leben. Es ist sehr wichtig, sich darüber bewusst zu sein. Um sein Handeln selbst zu bestimmen, muss man wissen, was man will.

Alte Visionen, neue Ziele?

Du weißt nicht mehr, ob du für deine Vision brennst? Deine Leidenschaft ist kleiner geworden, oder du bist dir nicht mehr sicher, ob deine Idee einen Sinn ergibt? Doch bevor du deinem Projekt den Rücken zukehrst, solltest du deine Vision einmal aus einer anderen Perspektive betrachten. Nur so erfährst du, ob dein Projekt noch deine Leidenschaft wert ist. Vielleicht brauchst du lediglich einen neuen Anlauf, einen kleinen Kurswechsel. Möchtest du weiter an deiner Idee festhalten? Oder hast du bereits andere Dinge im Visier? Hierbei können dir Mitmenschen, Freunde oder Coaches helfen, einen anderen Blickwinkel auf deine Idee zu werfen. Ich helfe dir gerne, deine Vision auf Glaubhaftigkeit zu prüfen. Als Coach habe ich eine gute Sicht auf Ziele, Träume und Wünsche, ich sehe aber auch, welche Träume eigentlich bereits zerplatzt sind. Sind es deine Träume wert, daran festzuhalten?

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