Erfolgsfaktor Feel Good Management

Erfolgsfaktor Feel Good Management

Ich erinnere mich noch genau an einen Tag vor rund fünf Jahren – an einen Tag, den ich bis heute als den schlimmsten Tag in meinem Berufsleben bezeichne. Es war der Tag, als ich mit meinem eigenen Unternehmen Konkurs anmelden musste. Ich musste meine Mitarbeiter entlassen, von heute auf morgen standen rund 20 Leute ohne Einkommen auf der Straße. Darunter waren Familienväter, alleinerziehende Mütter und Auszubildende, die alle plötzlich keine berufliche Perspektive mehr hatten und den bitteren Gang zum Arbeitsamt antreten mussten.

 

Ich glaube das Team war zufrieden

Bis zu diesem Tag war ich Geschäftsführer eines wie ich glaubte recht erfolgreichen kleinen Unternehmens aus der Lebensmittelbranche. Unser Kernkompetenz bestand darin, als Großhandel italienische Lebensmittel in Italien einzukaufen und an die Restaurants in der näheren und weiteren Umgebung zu verkaufen. Wir waren also im klassischen Stil die Schnittstelle zwischen den Herstellern und den Endverbrauchern. Meine Mitarbeiter kamen gerne zur Arbeit, die Mannschaft bestand aus Akademikern in gehobener Position, Sachbearbeitern mit unterschiedlicher Qualifikation und ein bis zwei Auszubildenden. Wir waren in bewährter Manier funktional aufgestellt mit kleinen und schlagkräftigen Teams für Produktion, Vertrieb und Verkauf, Marketing, Finanzen und Personal. Unsere Firma hatte sich in unserer kleinen Stadt einen guten Namen gemacht. Wir waren als Arbeitgeber beliebt und geschätzt und konnten unseren Teil zur lokalen Wertschöpfung beitragen. Über den häufig zitierten Mangel an Fachkräften konnten wir uns kaum beklagen. Wir übernahmen unsere Auszubildenden und stellten in regelmäßigen Abständen neue Mitarbeiter ein. Zwar lagen die Gehälter etwas unter dem branchenüblichen Durchschnitt, aber – so glaubte ich – das Team war zufrieden, so dass man jeden Tag gerne zur Arbeit ging. 

 

Meilenstein im negativen Sinne

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Geschäftszahlen aus der Buchhaltung längere Zeit nicht im Auge behalten, wusste ich doch, dass meine Buchhalterin außerordentlich zuverlässig war und ihren Job beherrschte. Zwar stand der Jahresabschluss in absehbarer Zeit an, doch noch hatte ich ein wenig Luft, bevor ich mich mit dem unbeliebten Thema beschäftigen musste und in mehreren Besprechungen mit meinem Steuerberater Rede und Antwort stehen musste zu allem, was im vergangenen Jahr passiert war. Viel wichtiger waren mir in diese Phase diverse Expansionspläne, denn ich hatte mit meinem Unternehmen noch eine Menge vor. Auf dem Plan stand der Aufbau von weiteren Filialen in der näheren Umgebung. Ich wollte mehrere zusätzliche Büros eröffnen und das Einzugsgebiet erweitern. Am liebsten hätte ich unser Liefergebiet von bisher rund 50 Kilometern im Umkreis unseres Firmenstandorts auf etwa 200 Kilometer ausgebaut. Dazu war es natürlich nötig, zusätzliche Büros zu eröffnen, um eine schnelle Belieferung sicherzustellen. Doch es kam anders, denn dann kam er – der bewusste Tag Ende Januar, der zu einem Meilenstein im negativen Sinn werden sollte, wie ich ihn bis dahin noch nie erlebt hatte. 

 

Wie alles begann

Es begann mit einem Anruf meiner Sekretärin. Sie wies mich darauf hin, dass unsere Buchhalterin heute ein wenig nervös erschien, hatte sie doch Einblick in die neuesten Bankauszüge bekommen. Dort stand gut sichtbar ein negativer Saldo in einer Höhe ausgewiesen, der Schlimmes erahnen ließ. Als wäre ein überzogenes Geschäftskonto nicht schon unangenehm genug, warf sie einen weiteren Blick auf das zweite Konto, das leider auch keine Besserung verhieß. Es war also Anfang des Jahres, und unsere beiden Geschäftskonten wiesen einen Stand mit einem dicken Minus aus. Im ersten Augenblick konnte mich das nicht aus meiner Euphorie herausreißen, denn schließlich malte ich mir gerade aus, wo ich meine Filiale in der Nachbarstadt ansiedeln wollte und wie ich sie einrichten wollte. Doch am nächsten Tag holte mich ein Telefonat mit meiner Hausbank aus dem siebten Himmel auf den Boden der Tatsachen zurück. Als ich mich dann nämlich dazu durchrang, zum Telefonhörer zu greifen und meinen langjährigen Berater anzurufen, machte dieser mir schnell klar, dass es allerhöchste Zeit war für ein persönliches Gespräch. 

 

Meine Firma war bankrott

So stand ich also noch an diesem Nachmittag ein wenig beunruhigt in der Filiale meiner Bank, ohne allerdings den Ernst der Lage vollständig zu begreifen. Im Gespräch mit meinem Berater wurde mir dann mit aller Brutalität klar: Meine Firma war bankrott, wir waren überschuldet und mussten Konkurs anmelden. Schon einen Tag später stand ich also vor meinen Mitarbeitern und musste ihnen die Lage erklären. Nie werde ich den Blick in ihren Augen vergessen, denn viele von ihnen arbeiteten seit vielen Jahren bei mir und hatten meine Firma aufgebaut. Sie standen von heute auf morgen ohne Einkommen da, so dass ihnen nur der Weg zum Arbeitsamt blieb. In den nächsten Wochen schlief ich schlecht, ich konnte kaum essen und erlebte alles, was in meinem Unternehmen passierte, wie durch eine Nebelwand. Meine Mitarbeiter wurden entlassen, die Firma wurde abgewickelt, am Ende kam ich noch mit einem blauen Auge davon, weil die Forderungen meiner Gläubiger weitgehend bezahlt werden konnten. 

 

Dann tauchte ich für eine Weile ab

Nachdem diese schlimme Zeit vorüber war, tauchte ich für eine Weile ab. Ich musste mich beruflich völlig neu orientieren und hatte keine Ahnung, wohin mich mein Weg in Zukunft führen sollte. Erst Schritt für Schritt fasste ich den Mut, mich näher mit meinem Scheitern zu beschäftigen und begann, die Gründe für meinen Misserfolg zu analysieren. Was war passiert, dass ich mit meinem kleinen Unternehmen Schiffbruch erlitten hatte? Was hätte ich besser machen können? Und vor allem – was sollte ich beruflich in Zukunft machen? Würde ich mir erneut zutrauen, eine Firma aufzubauen, um es mir noch einmal zu beweisen? Würden mir junge und ambitionierte Mitarbeiter und erfahrene Führungskräfte überhaupt die Kompetenz zutrauen, ein Unternehmen zu führen? Hatte ich vielleicht wegweisende Trends und Entwicklungen am Markt übersehen, die mir helfen konnten, den Konkurs abzuwenden? Im Nachhinein muss ich sagen, es war eine spannende Zeit, denn in dieser Phase dachte ich viel nach und beschäftigte mich mit unzähligen neuen Ideen, die alle ein gemeinsames Ziel hatten: Ich wollte in Zukunft ein besseres Arbeitsleben für mich und meine Mitarbeiter. 

 

Die unangenehme Realität

Rückblickend musste ich mir nämlich eines eingestehen: So sehr ich meine Aufgabe als Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens liebte, so sehr hatte sie mich gefordert. Morgens um 07.00 Uhr war ich vor allen anderen im Büro, am Abend löschte ich das Licht und schloss die Tür ab, als alle anderen schon lange zu Hause waren. Zeit für eine Familie oder für Privatleben blieb deshalb kaum, und ich hatte mich gesundheitlich schon länger nicht mehr sehr wohl gefühlt. Ich hatte den Eindruck, erschöpft und antriebslos zu sein, daran hatten auch die hochfliegenden Pläne vom Ausbau meiner Firma nichts geändert. Was also wäre, wenn ich in Zukunft mehr auf meine Gesundheit und auf meine Mitarbeiter achten könnte und dafür sorgen könnte, dass sie sich rundherum wohlfühlen? 

 

Feel Good Management als Trend in der Arbeitswelt

Ich begann, mich mit neuen Trends in der Arbeitswelt zu beschäftigen. Es dauerte nicht lange, bis ich über den Begriff „Feel Good Management“ stolperte! Schon die Kernbotschaft hörte sich interessant an, unterstellte man doch einen direkten Zusammenhang zwischen dem Engagement der Mitarbeiter, der Unternehmens- und Führungskultur und der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens! Zwar mutete das Konzept ein wenig sophisticated an – aber das war es zu diesem Zeitpunkt auch, denn Feel Good Management ist für viele Unternehmen bis heute State-of-the-Art und lange noch nicht überall etabliert. Schritt für Schritt stieg ich etwas tiefer in das Thema ein und lernte schon bald, was man unter Feel Good Management versteht, was ein Feel Good Manager im täglichen Arbeitsleben tut und wie Unternehmen von der Einrichtung einer entsprechenden Stelle profitieren. 

 

Ich will es nochmal wissen

Auf den folgenden Blogs möchte ich dich gerne mitnehmen auf meiner Reise durch diese moderne und zukunftsweisende Arbeitswelt. Ich selbst habe übrigens beschlossen, noch einmal den Neustart zu wagen und mit einem Start-up auf den Markt zu gehen. Nach reiflicher Überlegung kam ich zu dem Schluss, dass ich „es“ noch einmal wissen will – und mir selbst beweisen will, dass ich „es“ schaffe. Was „es“ ist? Mit einer vielversprechenden Geschäftsidee und einem topmotivierten Team an den Start zu gehen! Dieses Mal allerdings habe ich eine Menge anders gemacht als beim letzten Mal. Vor allem habe ich dem Konzept „Feel Good Management“ den Raum eingeräumt, der ihm gebührt. Begleite mich auf einem sehr spannenden Weg in die Arbeitswelt von morgen und lasse dich inspirieren, wie auch dein Team und dein Unternehmen von diesem neuen Ansatz profitieren. 

 

Diversity Management, Recruiting und Employer Branding

Dazu werden wir uns auf den nächsten Seiten zuerst mit dem Begriff des Feel Good Managements beschäftigen. Du erfährst, was man darunter versteht und was ein Feel Good Manager in seinem Arbeitsalltag macht. Wir beleuchten, welche Rolle die Persönlichkeitsentwicklung in diesem Konzept spielt und warum eine positive Psychologie ein Kernbaustein des Feel Good Managements ist. Du lernst, was es mit der internen und externen Kommunikation im Unternehmen auf sich hat und wie man Visionen für eine Firma entwickelt – und diese auch den Mitarbeitern vermittelt, denn selbst eine vielversprechende Vision ist nichts ohne das ambitionierte Team, das sie mit Leben füllt. Selbstverständlich werfen wir einen umfassenden Blick auf das Konfliktmanagement, das im Arbeitsalltag eines Feel Good Managers so etwas wie ein ständiger Begleiter ist. Du erfährst, welche Methoden es für die konstruktive Bearbeitung von Konflikten im Arbeitsalltag gibt, so dass alle Beteiligten davon profitieren. Gesundheit am Arbeitsplatz ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Feel Good Managements, deshalb soll dieses Thema ebenfalls angerissen werden. Diversity Management, Recruiting und Employer Branding sind Schlagworte, die in manchen Unternehmen heute schon Bestandteil der Personalstrategie sind. Dennoch liegt hier ein Potenzial, das vor allem kleine und mittlere Unternehmen noch lange nicht in vollem Umfang nutzen. Abschließend beschäftigen wir uns mit der Erfolgsmessung, denn auch das beste Konzept will in den Arbeitsalltag integriert werden und muss dort Tag für Tag gelebt werden. Ein Blick auf die Arbeitswelt von morgen rundet diesen Einstieg in das Feel Good Management ab, den du für ein großes Unternehmen übrigens ebenso nutzen kannst wie für deine Mittelstandsfirma oder dein Start-up. Letzteres habe ich an meinem eigenen Projekt übrigens mit Erfolg bewiesen, denn mein Start-up hat die erste Sturm- und Drangzeit gut überstanden und ist auf dem besten Weg, sich einen festen Platz am Markt zu erobern. 

Menschen nennen mich manchmal Freak. Ob 250km Wüstenmarathon laufen, 1.200km den Rhein mit einem SUP Board paddeln, 1 Jahr mit einem 2 Stundenschlaf auskommen - ich habe in zahlreichen Selbstexperimenten das Wissen getestet und spreche aus eigener Erfahrung. Zu mir kommen vor allem die Spezialfälle: Bandscheibenvorfall, 200Kilo, Diabetes mit schwarzen Löchern, die mit Krücken, im Rollstuhl, 80 Jahre oder VIPs. Als Motivationstrainer helfe ich dir dabei ein fitteres, gesünderes und schöneres Leben zu führen. Schreib mir einfach! DEIN LEBEN. DEIN ZIEL. UNSERE CHALLENGE.

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