Warte kurz… Ähhh – Nein!

Warte kurz… Ähhh – Nein!

Deine Anleitung einfach mal Nein zu sagen

Den Schreibtisch voll mit Arbeit, keine Ahnung, wie du das Tagespensum schaffen sollst, zu Hause warten Familie, Hund, Katze, Haushalt und der Rasen müsste auch mal wieder gemäht werden. Dazu solltest du natürlich auch noch fit sein, viel Sport machen, dich gesund ernähren und bitte auf jeden Fall glücklich, zufrieden und stressfrei durch dein Leben gehen!
Kurz vor Feierabend kommt dann zu guter Letzt auch noch dein Kollege oder Chef ins Büro, um dich zu bitten doch noch mal eben schnell ein oder zwei Sachen fertig zu machen, weil du ja so fleißig bist und die Kollegen ja alle so viel zu tun haben.

Die Kollegen, die den ganzen Tag damit beschäftigt sind, zu erzählen, wie viel Stress sie haben und dabei keine Ahnung, wie sie die ganze Arbeit überhaupt schaffen sollen und eigenglich gefühlt auch nichts Anderes tun?

Genau jetzt ist der Punkt an dem du die Möglichkeit hast so weiterzumachen wie bisher und die Arbeit zähneknirschend zu übernehmen, um keinem auf die Füße zu treten oder einfach mal Nein zu sagen. Doch was ist bei aller Motivation vor der Durchführung deines Plans zu beachten?

 

Warum sagst du so häufig „Ja“?

Die Angst davor Nein zu sagen, beziehungsweise das schlechte Gewissen, anderen möglicherweise nicht zu helfen, obwohl man es könnte, resultiert meist aus der Angst vor Ablehnung und fehlender Anerkennung. Um dieser Angst nicht zu verfallen ist es wichtig, dass du selbstbewusst bist und für dich klar definierst, wie viel du leisten kannst und was wichtig für dich ist.

Setze Prioritäten

Du und deine Arbeit sind nicht weniger wert als die deiner Kollegen oder diese selbst. Du musst dir dessen bewusst werden und einsehen, dass du nicht immer alles übernehmen musst. Du bist wichtig, deine Gesundheit ist wichtig, deine Arbeit ist wichtig und je öfter du dich traust auch mal Nein zu sagen, umso eher wachsen Anerkennung und Respekt deiner Kollegen.

Auf das Wie kommt es an

Hier ist zu beachten, dass es wichtig ist, das Nein auf die richtige Art und Weise zu kommunizieren. Wenn du bisher immer sparsam mit den Neins umgegangen bist, könnte es passieren, dass deine Mitmenschen etwas überrascht über deine plötzliche Klarheit und Deutlichkeit sind. Deshalb bekommst du heute eine kostenlose Anleitung, wie du es ohne Ärger schaffst, einfach mal Nein zu sagen und dich damit gut fühlst.

 

1. Zu wem möchtest du da eigentlich „Nein“ sagen?

Die erste Frage, die für dich wichtig ist, bevor du dich dafür entscheidest Nein zu sagen ist die, mit wem du es eigentlich zu tun hast. Ist es dein Chef, ein Kollege, eine Frau oder ein Mann? Wie gut ist euer Verhältnis und wie viel arbeitet ihr zusammen?

Diese Analyse ist für dein weiteres Vorgehen sehr wichtig. Denn anhand dieser Faktoren kannst du eine erste Einschätzung vornehmen, wie du das Nein kommunizieren solltest und welche möglichen Konsequenzen es geben könnte.

2. Braucht jemand Hilfe oder will er dir nur Arbeit aufdrücken?

Je nachdem wie gut du denjenigen kennst, der dich bittet weitere Aufgaben zu übernehmen, kannst du gut einschätzen, ob wirklich Hilfe benötigt wird oder ob es eher darum geht ungeliebte Arbeit auf dich abzuwälzen. Wahrscheinlich hast du hier bereits Erfahrungen gemacht, wer sich in deinem Büro immer wieder in der gleichen Art und Weise verhält und wer wirklich nur fragt, wenn Not am Mann ist.

3. Lohnt es sich „Nein“ zu sagen?

Ist es dir möglich die Mehrarbeit schnell und ohne große Verzögerung deiner eigenen Arbeit zu erledigen oder müsstest du deine eigene Arbeit dadurch vernachlässigen, beziehungsweise Überstunden machen? Welcher Vorteil entsteht dir dabei? Weißt du, dass du dann einen Gefallen bei deinem Gegenüber guthast, den du beizeiten gerne einlösen würdest oder handelt es sich um eine sinnlose Zeitverschwendung, die dich ärgert?

Mit diesen Überlegungen kannst du abwägen, ob du einen Nutzen aus der Situation ziehen kannst oder nicht und ob es sich lohnt ein Nein hervorzubringen.

4. Welche Konsequenzen könnte ein „Nein“ für dich haben?

Je nachdem wem gegenüber du dein Nein äußerst, auch wenn du es noch so schonend rüberbringst und gut argumentierst, kann es passieren, dass derjenige sich angegriffen fühlt. Deshalb musst du dir gut überlegen, was im schlimmsten Falle passieren könnte, wenn du dich einmal traust Nein zu sagen. Steht die Beziehung zu jemandem auf dem Spiel? Möchtest du Chef oder Kollegen gegen dich aufbringen? Riskierst du negative Stimmung im Team oder Lästereien hinter deinem Rücken? Oder kennst du denjenigen so gut, dass du weißt, dass dein Gegenüber deine Entscheidung einfach akzeptiert, versteht und damit ganz souverän umgeht?

Diese Überlegungen sind ein Schutz, der nicht dazu genutzt werden soll, eine Entschuldigung zu suchen, dein Nein doch nicht zu kommunizieren, sondern dazu, dich vor unüberlegten Entscheidungen zu bewahren.

5. Wie sagst du am besten „Nein“?

Nach all den Eventualitäten, die du durch die oben beschriebenen Fragen für dich abklären konntest, bleibt nun die wichtigste Frage des Wies.

Sobald du dich dazu entschieden hast wirklich ein klares Nein zu kommunizieren ist es wichtig, dass du darauf achtest wie du es deinem Gegenüber mitteilst. Häufig wird ein einfaches und deutliches Nein schnell negativ aufgefasst und kann zu Diskrepanzen führen. Deshalb ist es hilfreich, was viele Motivationstrainer in ihren Seminaren raten, wenn du ein positives Selbstvertrauen ausstrahlst und dich nicht davor scheust, deinem Gegenüber zu erklären, wieso du die Arbeit diesmal nicht übernehmen kannst. Optimal ist es, wenn du deinem Gegenüber das Gefühl gibst, dass du gerne helfen würdest und in Zukunft auch wieder zur Verfügung stehst.

Hier sind einige Beispiele:

  • Leider kann ich dir die Arbeit heute nicht abnehmen, da ich selber so viel zu tun habe. Beim nächsten Mal, wenn ich mehr Luft habe, helfe ich dir aber natürlich gerne.
  • Ist es dringend oder wäre es in Ordnung, wenn wir später darüber sprechen? Gerade ist es nämlich schlecht bei mir.
  • Oh, bei dem Thema/Kunden/Projekt/usw. bin ich momentan gar nicht so involviert, sprich doch vielleicht besser mit …
  • Kann ich dir da auch in den nächsten Tagen ein Feedback zu geben?

Diese Beispiele zeigen, wie du deutlich und ohne unhöflich zu sein, dein Nein aussprechen kannst. Dabei ist es wichtig, dass du auf deine Körpersprache achtest und auch hier Selbstbewusstsein ausstrahlst und für dein Nein einstehst.

6. Was machst du, wenn dein Gegenüber dein „Nein“ negativ auffasst?

Es kann immer passieren, dass aufgrund verschiedener Faktoren jemand trotz all deiner Einschätzungen und Überlegungen negativ auf dein Nein reagiert. Dann ist es wichtig, dass du zu deiner Entscheidung stehst und keine negativen Gedanken aufkommen lässt. Die folgenden Muster helfen dabei.

  • Schuldgefühle bringen mich nicht dazu, die Arbeit doch zu übernehmen
  • Ich stehe ein für mein Nein, es bedeutet mir etwas
  • Ich bin mir wichtig und mein Wille kommt vor dem der anderen
  • Ich entscheide selbst, wofür ich meine Zeit und Energie einplane

Sei stark und trau dich einfach mal „Nein“ zu sagen! Du wirst sehen, es funktioniert…

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