Stress mal nicht so rum hier

Stress mal nicht so rum hier

Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen. (Mahatma Gandhi)

 

Frankfurt, Unternehmenszentrale, Ende März 2016 

04.30 Uhr am Morgen, der Wecker reißt mich unerbittlich aus dem Schlaf. Die Nacht war wieder einmal zu kurz, denn heute stand die wichtigste Pressekonferenz des Jahres an. Damit bei der heutigen Präsentation alles perfekt läuft, war eine penible Vorbereitung nötig. Für mich hieß das, die letzten Zahlen mussten gestern am späten Abend noch adjustiert werden. Die eine oder andere Folie wollte noch angepasst werden, hier war eine kleine Optimierung erforderlich, dort konnte man sprachlich noch präziser formulieren. Vor solchen Veranstaltungen wurde es regelmäßig hektisch, denn natürlich wollte die Geschäftsführung einen optimalen Eindruck vor den Vertretern der Presse hinterlassen. Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter waren gleichermaßen gespannt auf die aktuellen Ergebnisse, die wir vor der regionalen und nationalen Presse vorstellen würden. Da musste jeder Pinselstrich sitzen, jedes Wort wollte wohl überlegt werden. Als Vortragender wollte und musste ich natürlich den besten Eindruck hinterlassen. Dass ich dadurch erst um Mitternacht den PC ausschaltete, verstand sich fast von selbst. Trotzdem quälte ich mich aus dem Bett, um noch vor dem ersten Kaffee mit meinem täglichen Sportprogramm zu beginnen. 

 

Morgenstund hat Gold im Mund

So sagt es der Volksmund. Morgens um 04.30 Uhr konnte ich dieser Weisheit noch nicht viel abgewinnen. Trotzdem zog ich mir Jogginghose und Schuhe an und machte mich auf den Weg. Knapp 30 Minuten genügten mir für die tägliche Fitness, danach war die erste Müdigkeit verflogen. Unter der kühlen Dusche wurde ich endgültig munter. Nach dem Anziehen blieben noch ein paar Minuten Zeit, um die neuesten Mails zu lesen und zu beantworten und um einen schnellen Kaffee zu trinken. Das Frühstück musste wieder einmal ausfallen, ein Croissant auf dem Weg zur Arbeit sollte reichen. Um 06.30 Uhr betrat ich das Gebäude unserer Firmenzentrale in der Frankfurter Innenstadt. Morgens um diese Zeit waren die Autobahnen noch leer, und auch in den Büros war es noch ruhig und beschaulich. Jetzt hieß es, wichtige Unterlagen zu lesen, sich auf die Termine des Tages vorzubereiten und meiner Assistentin noch ein paar Anweisungen für das Abendessen mit dem neuen Kunden aufzuschreiben. In den kommenden Stunden würde dazu keine Zeit mehr bleiben. 

 

Im Hamsterrad gefangen

Viel zu schnell war die ruhige Phase zwischen 06.30 Uhr und 08.30 Uhr vorbei. Um 08.30 Uhr stand das letzte Meeting vor der Pressekonferenz an. Schnell wurden die letzten Vorbereitungen getroffen, ich wurde mit Mikrofon und Laserpointer ausgestattet, die Techniker prüften Lautstärke und Beleuchtung. Nach der großen Veranstaltung blieb kaum eine Minute Zeit zum Verschnaufen, denn es ging ohne Pause in die folgenden Termine. Das Mittagessen bestand aus einem kleinen Brötchen und einem Kaffee. Nach dem Ende des letzten Meetings um 18.00 Uhr stand noch eine Stunde Korrespondenz auf dem Plan. E-Mails wollten beantwortet werden, meine Assistentin wartete auf Anweisungen für den nächsten Tag, Verträge mussten gelesen werden. Um 19.00 Uhr durfte ich schließlich die Führungskräfte eines potenziellen Neukunden begrüßen und zum Abendessen einladen. Als ich kurz vor 23.00 Uhr endlich zu Hause war, fragte ich mich, was ich eigentlich die letzten Stunden getan hatte – wohl wissend, dass der Wecker am kommenden Morgen pünktlich um 04.30 Uhr klingeln würde und das mein morgiger Tag ebenso wie die nächsten Tage, Wochen und Monate ähnlich verplant sein würden… 

 

Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Panikattacken, Schweißausbrüche

Du fühlst dich beim Lesen dieser kleinen Geschichte an eine Person erinnert, die du gut kennst – an dich selbst? Du hast das Gefühl, dass dir jemand einen Spiegel vorhält? Vielleicht kannst du sogar nachempfinden, wie sich diese Führungskraft wohl fühlt? Möglicherweise ahnst du, dass es nicht allzu lange dauert, bis sich erste körperliche Auswirkungen bemerkbar machen? Du denkst an Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Rückenprobleme, Panikattacken, Schweißausbrüche und diffuse Beschwerden, die du bisher noch nie festgestellt hast? Unter Umständen hast du sogar schon über einen Termin bei einem Arzt nachgedacht, um deine Blutwerte kontrollieren zu lassen, weil du dich ständig schlapp und erschöpft fühlst? Leider sind ähnliche Tagesabläufe nicht nur bei Topmanagern an der Tagesordnung. Immer häufiger sehen sich auch Führungskräfte im mittleren und im unteren Management einem ähnlichen Wahnsinn ausgesetzt. Es sind nicht einmal die erfahrenen und gestandenen Führungskräfte, die durch einen so durchgeplanten Arbeitsalltag auffallen. Vor allem angehende Team- und Gruppenleiter oder neue Abteilungsleiter sehen sich ähnlichen Problemen gegenüber. Gerade wer eine Führungsposition neu übernommen hat oder wer kürzlich erst in ein anderes Unternehmen oder eine andere Abteilung gewechselt hat, will und muss sich profilieren. 

Klar macht dir deine Arbeit Spaß

Hinzu kommt in den meisten Unternehmen eine zunehmende Arbeitsverdichtung. Gepaart mit den Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt entsteht eine verhängnisvolle Kombination. Auf der einen Seite sind wir mit Smartphone und Laptop so gut ausgestattet, dass wir uns überall virtuell mit unserem Unternehmen vernetzen können. Wir können an jedem Ort der Welt arbeiten, ein oder zwei Tage im Homeoffice wird von vielen Betrieben heute schon angeboten. Selbst Führungskräfte im mittleren Management der Großkonzerne gönnen sich den einen oder anderen Tag, an dem sie zu Hause arbeiten. Auf der anderen Seite wird es dadurch immer schwerer, nach der Arbeit abzuschalten. Arbeit und Freizeit vermischen sich zunehmend, als Mitarbeiter ist man ständig erreichbar und hat kaum noch Zeit, sich zu erholen. Kommen dann noch häufige Dienstreisen innerhalb Deutschlands oder sogar international hinzu, gerät man schnell in eine Situation, in der Körper und Geist kaum noch zur Ruhe kommen. 

Das Fatale daran ist: Wenn du erst einmal in diesem Hamsterrad gefangen bist, findest du den Weg heraus nicht mehr ohne fremde Hilfe. Du läufst immer schneller und immer weiter, ohne dir darüber klar zu werden, wie sehr du dir selbst schadest. Vielleicht begründest du dein Verhalten sogar damit, dass es dir ja Spaß macht, dich beruflich einzubringen und zu engagieren! Schließlich verdienst du gutes Geld, und der tolle Sportwagen vor deiner schicken Penthousewohnung zieht regelmäßig den Neid deiner Nachbarn auf sich. 

 

Du bist ein toller Hecht

Als wäre dein beruflicher Stress noch nicht genug, willst du natürlich auch privat zeigen, was für ein toller Hecht du bist. Vor der Arbeit gehst du zum Joggen, am späten Abend gehst du zum Krafttraining ins Fitnessstudio. Am Wochenende bleibt noch ein wenig Zeit für deine Freunde oder deine Familie, aber auch hier gilt die Maxime „Höher, schneller, weiter!“. Natürlich bist du mit deiner Einstellung nicht allein auf der Welt. Begriffe wie „Leistungsgesellschaft“ und „Stress“ sind mehr als Modewörter. Sie stehen für einen beängstigenden Trend: Wer etwas gelten will, muss Leistung bringen. Ein bis auf die Minute durchgeplanter Tagesablauf ist die logische Konsequenz, weil wir beruflich erfolgreich sein wollen, weil wir viel Geld verdienen wollen, weil wir uns mit Statussymbolen umgeben wollen, weil wir gesund und sportlich sein wollen, und weil wir ein perfektes Familienleben führen wollen. Du glaubst, das alles ist gar nicht so schlimm, weil es dir doch gut geht und weil du dich gar nicht gestresst fühlst? In den nächsten Blogartikeln erfährst du, welche Auswirkungen Stress haben kann.

 

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