Sprecht miteinander!

Sprecht miteinander!

Kleine und große Missverständnisse aus dem Alltag verbannen

Kennst du das auch? Du kommunizierst den ganzen Tag über mit vielen verschiedenen Menschen und alles klappt wunderbar, aber zwischendurch gibt es immer mal wieder Situationen, in denen du dich mit deinem Gesprächspartner nicht verstehst. Es kommt zu Missverständnissen und es folgen häufig unschöne Situationen, weil dich dein Gegenüber anders verstanden hat, als du es gemeint hast. Oder aber, weil du etwas ganz anders aufgefasst hast, als es die Absicht war.

Diese Kommunikationsprobleme sind nichts Ungewöhnliches. Sie basieren auf einem ganz einfachen Prinzip. Dem Sender-Empfänger-Modell.

Dieses Modell wurde in den 70er Jahren vom jamaikanischen Soziologen Stuart Hall entwickelt. Es zeigt in 7 verschiedenen Stufen, wie eine Nachricht zwischen zwei Menschen übermittelt wird und wieso diese Nachricht, die du mit einer bestimmten Absicht an dein Gegenüber sendest, möglicherweise komplett anders ankommt.

Die erste und wichtigste Voraussetzung für die Anwendung dieses Models ist der Gebrauch derselben Sprache, sowie eine Übereinstimmung über die Begrifflichkeiten, die im Gespräch genutzt werden.

Klingt zunächst einmal sehr theoretisch, aber du wirst das auch kennen, wenn Menschen aus Fachgebieten in Job, Sport, Gastronomie oder Ähnlichem sich untereinander unterhalten, ist man als Laie raus. Ebenso geht es dir, wenn du nur Hochdeutsch sprichst und auf einmal von Menschen umgeben bist, die Kölsch oder Bayrisch sprechen. Auch dann merkst du, wie wichtig es ist, sich auf demselben Level der Sprache, des Dialektes oder der Fachtermini zu verständigen.

Gehen wir nun davon aus, dass du auf Hochdeutsch kommunizierst und dein Gegenüber dieselben Fachbegriffe etc. verwendet wie du. Wie kann es jetzt noch zu einer fehlerhaften Kommunikation kommen?

In den nächsten sieben Schritten erfährst du wieso so etwas passieren kann und natürlich auch, was du dagegen tun kannst.

Wir nehmen im Folgenden einfach einmal an, dass du der Sender bist und mit dem Empfänger deiner Nachricht in einem direkten, persönlichen Dialog stehst. Kommunizierst du per Mail oder Telefon, ändern sich einige Faktoren.

 

Kommunikationsregeln für eine bessere Kommunikation

1. Der Sender (Übermittler) in diesem Falle du, hat eine Nachricht erhalten. Diese kann von einem anderen Sender an dich übermittelt worden sein und das auf jede erdenkliche Weise, per Telefon, Email, WhatsApp, Fernsehen, Internet usw.

Oder es kann eine Idee oder ein Gedanke von dir selbst sein. So oder so, diese Information ist dir so wichtig, dass du sie teilen möchtest.

2. Die Information wird nun übersetzt. Du musst nun also die richtigen Worte finden, um deinem Gegenüber, dem Empfänger deiner Nachricht, mitzuteilen, was du gehört, gesehen oder überlegt hast.

Hierbei können bereits die ersten Probleme entstehen. Denn die Information, die du im Kopf hast, wird in den meisten Fällen nicht eins zu eins in der Sprache wiedergegeben, da deine Subjektivität hier natürlich eine große Rolle spielt. Versuche deshalb deine Gedanken so konkret es geht im Kopf in Worte zu fassen. Wähle deine Worte also mit Bedacht, wie es so schön heißt.

3. Deine gedachten Worte werden ausgesprochen. Hier zeigt sich nun, wie gut du deine Worte gewählt hast. Denn davon hängt ab, ob der Empfänger deiner Nachricht diese versteht oder nicht. Achte hierbei darauf, dass auch jemand deine Worte versteht, der dich vielleicht nicht so gut, bzw. gar nicht kennt. Dies ist vor allem im Geschäftsleben wichtig. Außerdem solltest du immer darauf achten, dass deine Worte authentisch und nicht angreifend oder verletzend sind.

4. Deine Nachricht wird versandt. Wie bei einer Email drückst du quasi auf senden, sobald du die Worte aussprichst, die die Information beschreiben, die du an dein Gegenüber weiterleiten möchtest. Hierbei spielen vor allem dein Tonfall sowie Mimik und Gestik eine wichtige Rolle.

Der Empfänger deiner Nachricht analysiert dich ganz automatisch während du sprichst. Denk also daran, dich auf das Gesagte zu konzentrieren. Denn vor allem dann, wenn du Dinge schnell mal eben zwischen Tür und Angel sagst, passieren die meisten Fehler in der Kommunikation. Dies sind die Situationen in denen du nicht darauf achtest, ob du dein Gegenüber möglicherweise verletzt oder verärgerst, weil du im Kopf mit anderen Dingen beschäftigt bist.

Zusätzlich können Störfaktoren, wie laute Geräusche, Telefonklingeln oder das plötzliche Auftauchen anderer Personen das Senden deiner Nachricht stören.

Sei also achtsam und konzentriere dich auf das Senden deiner Nachricht.

5. Dein Gegenüber (Empfänger) erhält deine Nachricht, er hört sie. Dieser Teil ist der unspektakulärste Teil der gesamten Kommunikation. Hier gelangt die Nachricht, die du gesendet hast einfach nur in den Gehörgang des Empfängers bevor sie weiterverarbeitet wird. In dieser Phase ist darauf zu achten, dass das Empfangen der Nachricht nicht durch Geräusche oder Ähnliches unterbrochen wird und die Informationen dadurch möglicherweise nur bruchstückhaft ankommen.

6. Der Empfänger übersetzt deine Nachricht in seine eigenen Worte, um zu verstehen, was du sagen möchtest. Hier wird deutlich, dass je klarer du dich beim Senden deiner Nachricht ausgedrückt hast, umso leichter wird es für dein Gegenüber dich zu verstehen.

Allerdings ist an diesem Punkt auch der Empfänger gefragt, welcher genau zuhören muss ohne direkt schon an eine Antwort zu denken.

Denn das ist der häufigste Fehler, den Menschen in der Kommunikation machen. Sie hören nicht genau und nicht zu Ende zu, weil sie nur zuhören, um zu antworten.

Achte also darauf, dass dein Gegenüber aufmerksam ist. Hast du das Gefühl, dass er abgelenkt ist oder mit seinen Gedanken woanders, sprich ihn ruhig darauf an und bitte ihn dir zuzuhören, bevor es zu einem Missverständnis zwischen euch kommt.

7. Der Empfänger interpretiert deine Nachricht. Wenn du und dein Gesprächspartner alles richtiggemacht habt und deine Informationen ohne Störungen übermittelt worden sind, dann kommt nun der Teil, in dem der Empfänger deine Nachricht verarbeitet. Er hat deine Worte wahrgenommen und überlegt sich nun, was er mit den empfangenen Informationen anfangen soll. Hierbei spielen natürlich auch bei ihm die subjektive Wahrnehmung sowie sein aktueller Gemütszustand eine große Rolle.

Handelt es sich z.B. um eine Information, wann und wo euer nächstes Meeting mit dem Chef stattfinden soll, wird dies als wichtig abgespeichert und der nächste Schritt wäre, dir zu danken und sich den Termin in den Kalender einzutragen, beziehungsweise mit dir dort hinzugehen.

Handelt es sich beispielsweise um Kritik, ist die Frage, wie diese gesendet wurde. Hast du es als harsche Kritik gesendet, kann es sein, dass der Empfänger wütend wird und entsprechend darauf reagiert. Hast du die Kritik aber konstruktiv gesendet und mit Lob verknüpft, wird der Empfänger beginnen darüber nachzudenken und der Anstoß für einen Änderungsprozess ist gegeben.

Somit wird deutlich, dass speziell du als Sender darauf achten solltest, sowohl deine Worte, als auch Tonfall sowie Mimik und Gestik an die jeweilige Absicht, die du mit der Nachricht verfolgst, anzupassen. So verringerst du die Gefahr von Missverständnissen.

Außerdem sollten Störungen und Unkonzentriertheit weitestgehend vermieden werden. Trotzdem ist festzuhalten, dass auch der Empfänger eine Verantwortung für das Gelingen der Kommunikation trägt und dieses durch gutes Zuhören und weitestgehend objektive Interpretation sichert.

Klappt dies einmal nicht, sollten beide Gesprächspartner durch Nachfragen und Absicherung probieren, die Absicht der Nachricht richtig zu verstehen.

Du kannst dir also merken…zu einer guten Konversation gehören immer Zwei.

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