Menschen beeinflussen  für Showmaker

Menschen beeinflussen für Showmaker

 

 

„Magie versteckt sich in der Sprache, die wir sprechen. Die Netze, die du knüpfen und lösen kannst, sind dir zu deinen Diensten, wenn du nur darauf achtest, welche magische Sprache du bereits anwendest und welche Struktur der Beschwörungen du noch brauchst, um dich weiterzuentwickeln.“

Bandler und Grinder, 1975, S 19

Es war einmal ein junger Prinz, der an alles glaubte, außer an drei Dinge.
Er glaubte nicht an Prinzessinnen, er glaubte nicht an Inseln und auch nicht an Gott.
Sein Vater, der König sagte Ihm, diese Dinge existieren nicht. Und da es im Reich seines
Vaters keine Prinzessinnen und Inseln und kein Anzeichen von Gott gab, glaube der
Prinz seinem Vater.
Aber eines Tages lief der Prinz vom väterlichen Palast fort. Er kam in das Nachbarland.
Dort sah er zu seiner Verwunderung von jeder Küste aus Inseln und auf diesen Inseln
seltsame und verwirrte Geschöpfe, die er nicht zu benennen wagte. Während er sich
nach einem Boot umsah, kam ihm an der Küste ein Mann im Frack entgegen.
„Sind das wirklich Inseln?“ fragte der junge Prinz.
„Natürlich sind das wirkliche Inseln“, sagte der Mann im Frack.
„Und diese seltsamen und verwirrten Geschöpfe?“
„Das sind echte Prinzessinnen“
„Dann muss Gott auch existieren!“ rief der Prinz.
„Ich bin Gott“, erwiderte der Mann im Frack und verbeugte sich.
Der junge Prinz kehrte so schnell er konnte nach Hause zurück.
„Vater, ich habe Inseln gesehen, ich habe Prinzessinnen gesehen und ich bin Gott
begegnet“, sagte der Prinz vorwurfsvoll.
Der König war ungerührt: „Es gibt weder wirkliche Inseln, noch wirkliche Prinzessinnen,
noch einen wirklichen Gott“
„Ich habe sie aber gesehen“
„Sage mir, wie Gott gekleidet war“
„Gott war festlich gekleidet, im Frack“
„Waren die Ärmel seines Mantels zurückgeschlagen?“
Der Prinz erinnerte sich, dass es so war. Der König lächelte:
„Das ist die Uniform eines Magiers. Du bist getäuscht worden“.
Darauf kehrte der Prinz wieder in das Nachbarland zurück und ging an dieselbe Küste, wo
ihm der Mann im Frack wieder entgegen kam.
„Mein Vater, der König, hat mir gesagt, wer du bist“, sagte der junge Prinz entrüstet.
„Du hast mich letztes Mal getäuscht, aber dieses Mal falle ich nicht auf dich herein. Ich weiß jetzt, dass keine wirklichen Inseln und keine wirklichen Prinzessinnen sind, denn du
bist ein Zauberer.“
Der Mann an der Küste lächelte: „Nein, du bist getäuscht worden, mein Junge. In deines
Vaters Königreich gibt es viele Inseln und viele Prinzessinnen. Aber du bist von deinem
Vater verzaubert, darum kannst du sie nicht sehen.“
Der Prinz kehrte nachdenklich nach Hause zurück. Als er seinen Vater erblickte, sah er
ihm in die Augen.
„Vater, ist es wahr, dass du kein wirklicher König bist, sondern nur ein Zauberer?“
„Ja, mein Sohn, ich bin ein Zauberer“
„Dann war der Mann an der Küste Gott?“
„Der Mann an der Küste war ein anderer Zauberer“
„Ich muss aber die wirkliche Wahrheit wissen, die Wahrheit jenseits der Zauberei.“
„Es gibt keine Wahrheit jenseits der Zauberer“, sagte der König.
Der Prinz war von Traurigkeit erfüllt. Er sagte: „Ich werde mich umbringen“.
Der König zauberte den Tod herbei. Der Tod stand in der Tür und winkte dem Prinzen.
Den Prinzen schauderte. Er erinnerte sich der wundervollen, aber unwirklichen Inseln und
unwirklichen, aber herrlichen Prinzessinnen!
„Nun gut“, sagte er, „ich kann es ertragen…“
„Du siehst, mein Sohn“, sagte der König, „dass du im Begriff bist, selbst ein Zauberer zu werden…“ Aus: John Fowles, The Magus, München 1969

 

Zauberer 3.0: Mentalisten 

Früher brachte man Menschen mit kleinen Kartentricks zum Staunen. Im digitalen Zeitalter lassen wir uns vom Mentalisten beeindrucken. Dieser Illusionist ist die moderne Version des Hellsehers.

„Wie konnte er im Vorhinein wissen, was ich tun würde? Wie konnte er mich so beeinflussen, dass ich seine Meinung vertrete? Wie konnte er wissen, was ich denke?“

Das ist ein Auszug an Fragen, die sich Leute stellen, die von einem Mentalisten „bezaubert“ wurden.

Mentalismus ist eine Entertainment-Kunst, die nicht nur zur Unterhaltung auf Parties reges Interesse weckt. Es ist eine Art, die Illusion von Gedankenlesen oder Zukunftsdeutung zu erzeugen. Dazu benutzt der Mentalist die Sprache als mächtiges Werkzeug und die Beobachtungsgabe als Fertigkeit. Wer diese Werkzeuge und Fertigkeiten beherrscht, weiß erst, welche Wirkung von Worten und Symbolen ausgehen kann. Nach dieser Anleitung wirst auch Du zum Sprach-Magier.

Psyche = Magie

Schon C.G. Jung sagte, dass die praktische Anwendung von Psychologie den magischen Traditionen nahestehe. Das Wort „psychisch“ hielt er für ein verwandtes Wort von „magisch“. Im Buch „Die Struktur der Magie“ von Richard Bandler und John Grinder wird das Erfolgs-Axiom 8, „Die Karte ist nicht das Gebiet“ folgendermaßen erklärt:

Wir handeln nach unserer „Weltkarte“, unserem „Weltbild“. 

Das ist auch der ausschlaggebende Punkt, warum Sprache magische Wirkung hat. Sie funktioniert, weil Du mit Deiner Sprache das Modell der Welt des Zuhörers verändern und ihn damit von deinem Standpunkt überzeugen kannst. Unser Weltbild beeinflusst unser Denken, unsere Gefühle, unsere Überzeugungen, unsere Erfahrungen, unsere Persönlichkeit. Und durch Dein Weltbild kannst Du Dich transformieren.

„Bezaubern“: Die Magie der Worte anwenden

Unser Alltag in Teams, Cliquen, Gemeinschaften, Organisationen, Nationen und Kulturen wird von Konflikten mitbestimmt. Konflikte beeinflussen weite Felder unseres täglichen Lebens. Sie sind zwischen Individuen, Gruppen, Organisationen bis hin zu Nationen und Kulturen präsent. Man kämpft ständig – sowohl beruflich als auch privat – um Standpunkte, steuert Gespräche oder handelt Kompromisse aus, um sich bei Diskussionen, Konferenzen, politischen Inszenierungen oder internationalen Verhandlungen durchzusetzen oder zu einigen. Dabei geht es in erster Linie auch immer um die Kraft der Überzeugung.

Der Mentalist bedient sich verschiedenster Techniken zur Beeinflussung von Menschen. Hier findest Du die Wichtigsten.

 

Inhalt: Menschen beeinflussen für Showmaker

  1. Cold Reading 
  2. NLP
  3. Weitere Techniken

  1. Mit Cold Reading (Kalte Deutung) Menschen überzeugen

Beim Cold Reading gibt der Deuter vor, etwas über sein ihm fremdes Gegenüber zu wissen. Dabei bedient er sich bestimmter Dialog-Techniken und „subtiler Interviews“, die dazu dienen, das Gegenüber zu beeinflussen. Im Grunde ist es nichts anderes als ein Denkspiel. Hypnotiseure, Verkäufer und Werbeprofis setzen dabei auf unsere Neigung, einer Situation mehr Bedeutung zuzumessen, als sie eigentlich verdient UND auf ihre eigene Beobachtungsgabe. Der Mensch ist im Kern zunächst immer egozentrisch und schafft sich ein unrealistisches Bild von sich selbst. Wenn der Mentalist es schafft, dieses Bild von der Persönlichkeit, die das Gegenüber zu vermitteln versucht, zu spiegeln, hat er ihn schon für sich gewonnen. Die meisten Menschen akzeptieren allgemeine, positive Aussagen über sich, weil diese Aspekte auf sie zurückstrahlen.

Folgende Techniken sind besonders beliebt:

Triviale Aussagen wie beispielsweise: „Ich kann in Ihren Gedanken eine Frau sehen.“ Der Mentalist erwartet sich daraufhin eine Reaktion des Gegenübers, wie beispielsweise ein Nicken oder ein klares „Ja“. Hat er mit seiner ohnehin vagen Aussage noch nicht ins Schwarze getroffen, wird er weiterhin Aussagen dieser Form machen, bis er ein positives Feedback erhält. Es kann auch sein, dass er gleich mehrere Auswahlmöglichkeiten anbietet, wie zum Beispiel: „Ich kann in Ihren Gedanken eine Frau sehen. Es könnte Ihre Mutter sein, oder aber eine Freundin.“

Außerdem ist der Mentalist darin geübt, Zeichen der nonverbalen Kommunikation zu deuten. Dadurch, sowie durch den Akzent seines Gegenübers, die Wortwahl, das Alter, die Körpersprache, das Geschlecht, den Kleidungsstil oder durch andere Besonderheiten ist der geübte Menschenleser in der Lage, bereits vorab Schlüsse zu ziehen, welche es erlauben, das Gegenüber aufzuschlüsseln. Lies mehr dazu weiter unten im Text.

Der Barnum-Effekt

Der Barnum-Effekt beschreibt die Verwendung von generalisierten Aussagen, die auf fast jeden passen oder schon aufgrund der Bewegungen oder des Aussehens der Person getroffen werden können. Laut Barnum-Effekt neigen Menschen dazu, allgemeingültige Aussagen über ihren Charakter und ihre Persönlichkeit als zutreffend wahrzunehmen.

Hier findest Du eine Beschreibung von Dir selbst.

Obwohl ich Dich nicht kenne, habe ich beim Schreiben dieser Worte an Dich gedacht und folgendes über Dich herausgefunden:

Menschen in Deiner Umgebung haben Deine Ehrlichkeit ausgenutzt. Deshalb hast Du damit aufgehört, Fremden gegenüber zu offen zu sein. Du bist stolz darauf, die Aussagen anderer nicht einfach ungeprüft zu akzeptieren. Du liest gerne Artikel, um Dich zu informieren. Du hast einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Manchmal sind Deine Ziele unrealistisch.


Fishing

Die „Fishing-Technik“ kann sehr individuelle, charakterisierende Aussagen treffen, auf die man ohne diese Technik nicht gekommen wäre. Fishing eignet sich besonders für Cold Reading-Auftritte in einer Gruppe von Menschen.

Beispiel:

„Es gibt hier jemanden, der in nächster Zeit Arbeit wechseln wird.“ 

„Hier im Raum ist jemand, der einmal an einem Autounfall beteiligt war.“

„Es gibt hier jemanden, der in der Kindheit vom Vater getrennt wurde.“

Triff dabei immer eine Aussage und stelle keine Frage. Greife auf Aussagen zurück, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen in der Gruppe zutreffen werden. Wenn sich niemand meldet, kannst Du die „Out“-Technik verwenden.

„Outs“ anwenden

Wenn der Mentalist etwas erwähnt, was das Gegenüber verneint, kann er auf die, im Magier-Jargon „Out“ genannte Strategie zurückgreifen. Er lässt sich blitzschnell eine Erklärung für die falsche Aussage einfallen.

Beispiel: Die Verantwortung auf das Gegenüber schieben

Um das Gesicht zu wahren, kann der Mentalist seinem Gegenüber die Verantwortung für die nicht funktionierende Deutung zuschieben. Er tut dies, indem er nebenbei angibt, dass die Aussage, die er getroffen hat, stimme, aber vom Gegenüber nicht richtig verstanden werden würde.

Beispiele:

„Das wirst du zu einem späteren Zeitpunkt verstehen.“ 

„Du solltest später daran denken.“ 

„Du solltest deine Großmutter danach fragen.“

„Gehe dem nach.“

Sollte das Gegenüber mit subtilem, negativem Feedback gegen die Aussage reagieren, kann der Mentalist beispielsweise mit folgenden Sätzen reagieren:

„Sei offen für die Botschaft, die dahintersteckt.“

„Du musst versuchen, diese Nachricht zu verstehen.“


Muskel lesen

Muskel lesen ist die Interpretation unbewusster Körperreaktionen von Menschen, die vor allem dann vom Mentalisten wahrgenommen werden können, wenn er die Person berührt. Es genügt ein Hände halten oder „in den Arm einhängen“, um bestimmte Muskelreaktionen des anderen wahrzunehmen.

Der Carpenter-Effekt (Ideomotorischer Effekt)

Gedanken kann man anhand schwacher, unbewusster Muskelimpulse lesen. Dieser Effekt erklärt viele okkulte Praktiken wie beispielsweise das Pendeln oder das Befragen des Ouija-Bretts. Aber auch Hypnotiseure wissen um diesen Umstand und nutzen ihn in ihren Settings, um ihre Klienten in Trance mit hilfreichen Suggestionen auszurüsten.

Wenn man ein Pendel locker in der Hand hält und sich vorstellt, dass es in eine bestimmte Richtung pendelt, dann wird das Pendel der Vorstellung folgen. Auch dann, wenn der Deuter versucht, das Pendel nicht bewusst beeinflussen zu wollen.

Unsere Gedanken beeinflussen unsere Bewegungen. Dieser Effekt bezieht sich rein auf das Spiegeln von Bewegungen bzw. die Modifikation von Gedanken zu Bewegungen und ist neurowissenschaftlich bewiesen.

Je intensiver sich ein Beobachter in eine Situation hineindenkt, desto stärker ist der Nachahmungs-Effekt. Beispiel: Der Beifahrer bremst im Auto mit. Während einer Meditation oder einer Hypnosesitzung, in der man sich in einem tranceähnlichen Zustand befindet, intensivieren sich die körperlichen Effekte. Es können in diesem Zustand auch Gefühle und Gedanken zu den Bewegungs-Spiegelungen auftauchen.

Die Erweiterung des Carpenter-Effektes ist das Ideo-Realgesetz des Humanmediziners und Psychologen Willy Hellpach: „Jeder subjektive Erlebnisinhalt schließt einen Antrieb zu seiner objektiven Verwirklichung an.“  Das heißt: Nicht nur die Bewegung wird gespiegelt, sondern dadurch auch die Gefühle und Vorstellungen.

Jeder Mensch hat seine eigene individuelle Grundausprägung, die sich von Person zu Person in seinem Ausmaß unterscheidet. Während der Carpenter-Effekt bei manchen Menschen stark ausgeprägt ist, kann man ihn bei anderen überhaupt nicht beobachten.

Durch Suggestionsübungen können die Ausprägungen verbessert/intensiviert werden. Wer jedoch schon sehr intensiv mit seinem Gegenüber mitfühlt, sollte dies nicht noch intensivieren. Es kann nämlich nur sehr schwer wieder abtrainiert werden. Beispiel: Das intensive Mitfühlen von Gewalt- oder Trauerszenen im TV.

 

  • Expertenwissen: Die Hebbsche Lernregel

Der kanadische kognitive Psychobiologe und Professor für Psychologie Donald Olding Hebb stellte folgende Lernregel auf:

„What fires togehter, wires together.“

(„Was gemeinsam zündet, verdrahtet sich.“)

Wenn zwei verschiedene Neurone immer wieder gleichzeitig aktiv sind, werden diese beiden Neuronen intensiver auf- und miteinander reagieren.

 

Der Carpenter-Effekt lässt sich je nach Situation zwar unterdrücken, jedoch kommt es dabei wieder auf die individuelle Ausprägung an. Stark mitfühlende Menschen können den Effekt nicht gänzlich verbergen.

 

  • Expertenwissen:

Das Gehirn bildet, um sein Gegenüber besser zu verstehen, dessen Bewegungen möglichst realitätsnah ab. So entstehen gespiegelte Bewegungen, die dazu dienen, die Gefühle des Gegenübers am eigenen Körper „erfühlen“ zu können. So kann das Gehirn den Körper als Werkzeug benutzen, um sich Fragen wie „Was wird die Person als nächstes tun?“ oder „Könnte diese Person eine Gefahr für mich darstellen?“ zu beantworten.

Beispiele:

Der Fan eines Fußballspieles stößt den imaginären Fußball mit seinem eigenen Fuß in das imaginäre Tor.

Der Zuschauer eines Theaterstückes kneift unbewusst die Augen zusammen, als ein Schauspieler während des Aktes an einem Auge verletzt wird.

 

 

Gestik und Mimik richtig deuten

In unserer Kommunikation erhalten wir 80 Prozent der Information über den Gesichtsausdruck. Beispielsweise fehlen bei einem aufgesetzten Lächeln die Lachfältchen rund um das Auge. Wenn einem Lügner die Lüge abgenommen wird, sieht man in seinem Gesicht für den Bruchteil einer Sekunde Freude. Auch der Griff in den Nacken deutet auf Unsicherheit hin – es kann eine Unsicherheit aufgrund einer Lüge sein – muss es aber nicht.

Wie Du bestimmt bereits bemerkt hast, ist dieses Thema zu komplex, um es nur mit Worten zu beschreiben, um aus ihnen zu lernen. Hier ist vor allem Deine Intuition gefragt. Deine Intuition sitzt übrigens in der rechten Gehirnhälfte. Sie ist der Teil des Gehirns, der zufällig, subjektiv, visuell denkt und sich auf das große Ganze fokussiert.

Subtiles Feedback: Körpersprache – Bewegung decodieren

Jeder von uns setzt bewusst und unbewusst Körpersprache ein. Mimik und Gestik sagen oft etwas ganz anderes, als das, was aus dem Mund des Gegenübers kommt. Was Worte nicht sagen, verrät oft der Körper. Ein Mentalist kann aufgrund seines Trainings die Körpersprache des Gegenübers deuten.

Lifehack-Technik: Aussagen über eine unbekannte Person treffen:

  • Geschlecht
  • Alter
  • Körperliche Erscheinung
  • Trainiert / untrainiert?
  • Ethnizität
  • Gewicht
  • Körperpflege
  • Geschminkt / Ungeschminkt
  • Narben
  • Hautunreinheiten
  • Kleidung

Die Kleidung beim Mann sagt in erster Linie etwas über seinen Status aus. Wenn jemand Markenklamotten trägt, kann man davon ausgehen, dass ihm Mode wichtig ist. Das wird die Person nicht verneinen können. Auch dann nicht, wenn seine Frau das Outfit gekauft hat. Ein Mann mit schönen, gepflegten Händen ist mit großer Wahrscheinlichkeit kein Bauarbeiter. Hemd / T-Shirt? Stoff- / Jeanshose? Besondere Knöpfe am Jackett? Welche Marken trägt das Gegenüber? Jack Wolfskin sagt etwas anderes aus, als Camp David. Aeronautica Militare sagt etwas anderes aus, als Diesel. Bei Frauen sagt die Kleidung zusätzlich zum Status etwas über ihre Gefühlswelt aus: Stöckelschuhe / Sportschuhe? Kleid, Rock oder Hose? Rot, rosa, weiß oder schwarz? Markenklamotten? Welche Marke? Kleidung von Guess sagt etwas anderes aus als Kleidung von Ralph Lauren Women.

  • Frisur

Bei einem Mann sagen die Haare oft etwas über seine Lebenseinstellung aus, während die Frisur bei der Frau oft etwas über ihre Lebenseinstellung aussagt: Kurz / lang? Rasierte Glatze? Rasta? Dreadlocks? Natur oder gefärbt? Natürlich wirkende Farbe oder unnatürliche wirkende? Blond gefärbt? Schwarz gefärbt?

  • Schmuck

Moderner oder klassischer Schmuck? Der Ehering sagt für sich selbst schon viel aus. Wenn am rechten Ringfinger die Haut an der Stelle, an der ein Ring getragen wird, heller ist, hat das wieder eine ganz andere Aussagekraft. Trägt er / sie ein Lederband? Das könnte, je nachdem, wie er/sie sonst gekleidet ist, einen Hinweis auf seine/ihre Lebenseinstellung geben.

  • Tätowierungen
  • Piercings
  • Akzent
  • Tonhöhe
  • Sprachtempo
  • Sprachmodulation
  • Vokabular

Beobachte die subtilen Aussagen und Antworten des Gegenübers.

 

Mikroexpression

Während der Interaktion mit einem anderen Menschen wird für einen Bruchteil einer Sekunde die wahre Gefühlslage im Gesicht abgebildet, bevor die gewünschte „Maske“ aufgesetzt wird. Mikroexpressionen können nicht gezielt beeinflusst werden. Als Basis der Mikroexpression dient die Annahme, dass es sieben universelle Emotionen gibt, nämlich Überraschung, Verachtung, Traurigkeit, Ärger, Angst, Ekel und Freude. Der Gehirnforscher Wolf Singer geht davon aus, dass Menschen, welche die Meditation beherrschen, besonders gut darin sind, Mikroexpressionen zu erkennen.

Das Verhalten des anderen einschätzen lernen

Wenn Du in der Lage bist, all Deine Beobachtungen zu verknüpfen, wirst Du sehr wahrscheinliche Vermutungen über das Gegenüber aussprechen können.

Die Pupillen beobachten

Die Pupillen verraten sehr viel darüber, wie angenehm uns der Gesprächspartner im Moment ist. Dann weiten sie sich nämlich.  Das wirkt wiederum auf das Gegenüber sympathisch. Obendrein verraten die Augenbewegungen einiges über die Gedanken des Gegenübers. Im NLP sind sie ein Hinweis auf bestimmte Gedächtnisareale. Danach blicken 80 Prozent der Menschen bei wahren visuellen Erinnerungen nach rechts oben. Der Blick in die Fantasiewelt, also in eine ausgedachte Situation, schweift hingegen nach links oben. So können Lügen erkannt werden.

Bei der Körperhaltung wiederum ist es gar nicht die Haltung per se, die Details über unser Gefühlsleben preisgibt. Das nämlich ist eher der Moment, in dem sich die Körperhaltung ändert. Der geübte Mentalist weiß die Änderung dieses sehr individuellen Verhaltens zu deuten.

Zu Deiner weiteren Recherche besuche meine Homepage zum Thema „Attentional Blink-Experiment“.

  • Expertenwissen: Das Wizards-Projekt

Paul Ekman fand in einem Experiment mit 20.000 Probanden genau 50 Menschen, die sogenannten „Wahrheits-Wizards“, welche die Fähigkeit besaßen, eine Lüge zu entlarven. Sie bedienen sich unter anderem der Deutung von Mikroexpressionen ihres Gegenübers.

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Werde ein Experte in Cold Reading

Dein Erfolg hängt davon ab, wie geschärft Deine Beobachtungsgabe und wie trainiert Deine Menschenkenntnis, Sprachkompetenz und Dein schnelles Denken ist. Ein Mentalist wirst Du nicht von heute auf morgen. Übe Deine Fähigkeiten täglich. Lies Menschen durch ihre augenscheinlichen und subtilen Feedbacks. Abschließend soll auch der wichtigste Aspekt des Gedankenlesens genannt werden: Die Interaktion. Nur, wer mit dem Gegenüber in Beziehung tritt und sich voll auf ihn einlässt, kann intuitiv die Gefühle des Anderen erspüren und die Geheimnisse seines Gesprächspartners lüften.

 


2. Mit NLP Menschen beeinflussen

Mit den Techniken des NLP bist Du in der Lage, Menschen zu durchschauen und zu beeinflussen. Neurolinguistisches Programmieren arbeitet neben anderen effektiven Methoden auch mit hypnotischen Techniken.

Durch bestimmte Worte und Metaphern kann der Mentalist sein Gegenüber für sich einnehmen. Um Vertrauen aufzubauen spiegelt er sein Gegenüber (siehe dazu Punkt 1) und hält Augenkontakt.

Folgende NLP-Techniken kannst Du nutzen, um Menschen zu beeinflussen.

Der Rapport / Das Pacing / Das Leading 

Der Rapport ist die Basis, die zwischen zwei Menschen geschaffen wird, um die Kommunikation zu verbessern. Im Rapport lassen sich Menschen beeinflussen und führen. Dazu wird die Körpersprache, die Mimik, Gestik und der Sprachstil des Gegenübers so gut wie möglich gespiegelt (=Pacing). Mit dem Angleichen Deiner Körpersprache an Dein Gegenüber signalisierst Du Vertrauenswürdigkeit. Sobald Dir der andere vertraut, kannst Du dazu übergehen, die Person zu führen (= Leading) übergehen.

Pacing

Beim Pacing wird die Körpersprache des Gegenübers übernommen, um den Rapport zu fördern. Befinden sich die Verhaltensmuster beider Personen im Gleichklang, ist der Rapport hergestellt.

Lifehack-Technik: Gesagtes des Gegenübers wiederholen 

Der Cold Reader ist ein Genie der Speicherung gesagter Worte und Sätze seines Gegenübers. Im richtigen Moment wiederholt der Mentalist gehörte Worte oder Sätze. Das verblüfft das Gegenüber. Wir neigen dazu, oft zu vergessen, was wir schon gesagt haben. Auf diese Weise kann der Mentalist dem Gegenüber gewisse Dinge zu einem späteren Zeitpunkt sagen.

Leaden

Das Gegenüber führen, indem man die gepacten Verhaltensweisen verändert, sodass das Gegenüber mit einer Verhaltensänderung folgt.

Trance

In Trance nimmt man seinen Bewusstseinszustand verändert wahr. Diesen Zustand kann man durch Tranceinduktionen erreichen. In diesem Zustand wird die Aufmerksamkeit konzentriert auf eine Person, ein Objekt oder einen Prozess gelenkt während alle anderen Eindrücke eingeschränkt wahrgenommen werden.

Suggestion und Eingebettete Befehle

Viele der hier genannten NLP-Techniken funktionieren deshalb so gut, weil sie auf das Unterbewusstsein wirken. Dazu gehört die Technik der Suggestion. Die Technik ist verwandt mit der Hypnose.

Ein einfacher eingebetteter Befehl ist beispielsweise: „Was wäre, wenn…“: „Was wäre, wenn Du dein Leben dadurch verbessern könntest?“ 

Ein etwas komplexerer eingebetteter Befehl wird in einem Satz versteckt eingebaut: „Es ist nicht notwendig, Ihre Augen zu schließen, aber es hilft beim Entspannen.“

Metaphern

Metaphern erzeugen Bilder. Deshalb sind Menschen durch den Einsatz von Metaphern leichter beeinflussbar.

„Diese Matratze ist der Ferrari unter den Matratzen.“

„Dieses Getränk ist ein Jungbrunnen.“

 

Lifehack: Die passende Metapher aufbauen

Problemerhebung: Welches Problem besteht gerade? Welche Rolle oder Wichtigkeit nehmen sie ein? Wie handelt und denkt das Gegenüber?

Lösung festlegen: Was möchte ich mit der Metapher erreichen?

Passende Analogie bestimmen: Welche Analogie erscheint als eine Art der Spiegelung des Problems? Die Analogie muss für den Adressaten passend sein. z.B.: Märchen, Fabeln, Science-Fiction, Geschichtliches.

Problem und Lösung der Metapher müssen die Realität spiegeln. Das Gefüge der Geschichte muss dem Gefüge des Problems ähnlich aufgebaut sein. Die Geschichte muss die Lösung des Problems beinhalten.

Tun, als wäre die Geschichte nur eine Wiedergabe.

Ein Auge auf subtiles Feedback haben.

Die Geschichte deuten lassen – nicht selbst deuten.

 

Verneinende Fragen stellen

Ein verbaler Trick, der oft Verwendung findet, ist das Stellen einer Frage in der Negativform. Egal, wie das Gegenüber antwortet, der Mentalist behält dabei immer Recht.

„Du hast keinen Bruder, nicht wahr?“

„Sie sind nicht in Wien aufgewachsen, nicht wahr?“

„Du hast nicht vor kurzem einen Brief an deinen Vater geschrieben, nicht wahr?“

Wenn das Gegenüber mit „Nein“ antwortet, erwidert der Mentalist „Dachte ich mir nicht“. Wenn die Antwort „Doch“ lautet, dann erwidert der Mentalist „Dacht ich mir“.

Aussage umkehren – Reframing

Wenn eine Aussage vom Gegenüber als nicht zutreffend bewertet wird, kann sich der Mentalist damit behelfen, dass er die getroffene Aussage um- bzw. verdreht:

„Dein Vater war ein stattlicher Mann.“

„Naja. Er war klein und hinkte.“

„Aber er hat immer alles dafür getan, um trotz seinem Handicap stattlich zu wirken.“

„Ja, das kann sein.“

oder:

„Du hast Probleme mit einem Haus.“

„Ich habe kein Haus.“

„Du hast nicht vor, dir eines zu kaufen, oder?“

„Nein.“

„Dachte ich mir. Es könnte eine Erbschaft sein.“

„Ich erbe kein Haus.“

„Du wirst das zu einem späteren Zeitpunkt verstehen.“

 

Lifehack-Technik: Beende Deine Deutung mit einer Zusammenfassung

Am Ende der Deutung fasst der Mentalist alle Punkte zusammen, die zugetroffen haben.

 


4. Andere Techniken

 

Lifehack-Technik: Sherlock Holmes Technik:

  • Übe gründliches und genaues Beobachten.
  • Trainiere, einzuschätzen, welche Details wichtig sein könnten.
  • Benutze dabei vor allem drei Sinne: sehen, hören und riechen.
  • Sollten die Details, die Du beobachtest, keine brauchbaren Informationen liefern, beachte andere Details.
  • Teile Deine Erkenntnisse in unmöglich und unwahrscheinlich ein.

Schlussfolgerungen

Als Sherlock das erste Mal seinen Gefährten, den Humanmediziner Dr. Watson kennen lernte, stellt er fest: „Hier ist ein Gentleman der medizinischen Sparte, aber mit der Haltung eines Soldaten. Also offenbar ein Arzt der Armee. ER ist kürzlich aus den Tropen gekommen, denn sein Gesicht ist dunkel und das ist nicht seine normale Hautfarbe, seine Handgelenke sind nämlich hell. Er hat Mühsal und Krankheit durchgestanden, wie sein abgezehrtes Gesicht verrät. Sein linker Arm ist verletzt worden. Er hält ihn unnatürlich steif. Wo in den Tropen könnte ein englischer Armeearzt viel Mühsal erlebt haben und am Arm verletzt worden sein? Natürlich in Afghanistan.“

 

Lifehack-Technik: Schlussfolgerungen treffen wie Sherlock Holmes

  • Auf das Bildungsniveau über Sprache und Wortschatz schließen.
  • Auf Wohlstand über Kleidung und Schmuck schließen.
  • Auf Interessen über T-Shirts, Schmuck, Frisur etc. schließen.
  • Bekannte Stereotypen erkennen und richtig deuten lernen

 

Lifehack-Technik: Training für mehr Menschenkenntnis

  • Lies mehr über ein typisches Menschenleben unterschiedlicher Gesellschaftsschichten vor 30, 40, 50 oder mehr Jahren
  • Lerne so viel wie möglich über verschiedene Kulturen und ethnischen Gruppen.


ÜBE, ÜBE, ÜBE!

Entertaining für Verkaufsprofis: Emotionen hervorrufen

Erfolgreiche Verkäufer und Werbeprofis wissen es schon lange: Emotionen verkaufen ein Produkt. Sie sind nicht nur Verkäufer, sondern auch Motivationstrainer. Sie motivieren den Interessenten zum Kauf. Und zwar durch Emotionen.

„Diese Matratze bringt mehr Lebensqualität, weil der Schlaf darauf viel gesünder ist.“

„Viele Matratzen sind nicht an das Gewicht des Besitzers angepasst. Das fördert den ungesunden Schlaf und ist schlecht für Muskeln und Gelenke. All das führt dazu, dass der Besitzer unausgeschlafen in den Tag geht und seinen Tag nur schlecht bewältigt.“

Wichtig: Halte Dich nicht allzu lange mit dem Negativen auf und schwenke gleich wieder auf positive Emotionen um: „… könntest Du verlieren, wenn Du jetzt nicht handelst. Du kannst das aber leicht abwenden, indem Du … handelst.“

Die Identität des Gegenübers ansprechen

Wie sich ein Mensch selbst wahrnimmt ist ein wichtiges Werkzeug, um Einfluss auf ihn auszuüben. Dazu musst Du so viel Menschenkenntnis besitzen, um zu wissen, was diese Identität in welcher Situation tun würde. Menschen haben jedoch nicht nur eine Identität, sondern mehrere Rollen, die sie in der Gesellschaft, in der Arbeit, im Privatleben, in der Familie, in der Clique, im Verein spielen. Davon gibt es universell gültige wie: Der gute Vater, die gute Freundin, der Workaholic, …

Die Werte des anderen kennen und zu seinem Vorteil einsetzen

Nutze die allgemein gültigen Werte. „Was ist dir wichtiger? Ein paar Euro mehr oder das Lachen ihrer Kinder?“

Als Motivationstrainer helfe ich dir dabei, deine Ziele deutlich schneller zu erreichen. Was mir machen, ist kein Schakka Motivationstraining, nein, wir gehen gemeinsam in die Umsetzung, an deine Fitness, deinen Erfolg, deine Ziele, deine Motivation und dein wundervolles Leben. Schreib mir einfach!

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