Menschen begeistern // Jos Donners

Menschen begeistern // Jos Donners

Jos Donners ist Geschäftsführer der Management Akademie NRW und heute im Interview

Bevor wir starten: Was macht ihr? Wer kommt zu euch? 

Das ist ganz unterschiedlich. Wir haben kleinere Firmen mit rund um die 20 Mitarbeitern, gleichzeitig aber auch Konzerne, wie zum Beispiel Siemens oder HBC Europe. Das ist die Kette, die Kaufhof übernommen hat. Es ist sehr abwechslungsreich. Und was wir so bieten, das ist auch sehr unterschiedlich.

Führung, Kommunikation und Vertrieb

Führung, Kommunikation und Vertrieb. Das sind die drei großen Gebiete in Firmen. Natürlich haben wir auch andere Abteilungen, wie HR, Finanzen, oder Qualitätsmanagement. Nur wir konzentrieren uns auf Führung, Kommunikation und Vertrieb. Führung, in dem Sinne: Wie führe ich die Mitarbeiter? Letztendlich so, dass es der Firma gut geh, und dass es den Mitarbeitern gut geht. Kommunikation – wie geht das Ganze untereinander. Das geht vom Kommunikations- Training, bis hin zu bestimmten Moderations- Workshops. Und das letzte ist der Vertrieb. Wie komme ich an die Kunden heran? Wie kann ich dafür sorgen, dass unserer Mehrwert auch an die Kunden kommuniziert wird?

Leistungsdruck, Stress und Motivation auch auf der Führungsetage

Welche Alltagsprobleme haben die Führungskräfte heute? Womit kämpfen sie?

Das sind immer zwei Sachen, die man immer wieder hört. Das erste ist der Druck, zu leisten – also der Leistungsdruck – den sie von oben bekommen. Die andere Seite ist gleichzeitig die Motivationsherausforderung, die wir bei den Mitarbeitern haben. Das sind die beiden Stresspunkte, in welche sich Führungskräfte begeben. Es gibt ein niederländisches Buch, da geht es um den dreifachen Spagat von Führungskräften: der ist meistens zwischen der eigenen Führungskraft, zwischen den Mitarbeitern und zwischen den Kunden. Das spiegelt das Buch wieder und das sind auch die Bemerkungen, die ich von Führungskräften bekomme.

Die Arbeit der Trainer mit dem „Kernquadrat“

Jeder Trainer hat mehrere Werkzeuge, mit denen er tatsächlich arbeitet. Das Kernquadrat kommt aus den Niederlanden. Mir gefällt das Modell so sehr, weil es ein leeres Modell ist. Man hat hier in Deutschland viele Modelle, so wie das Reiss Profile, Thomas International, Insights Modell – das sind alles Persönlichkeitsmodelle. Wobei man eine Frageliste ausfüllt und dann eine Bewertung bekommt, wie man ist. Das Kernquadrat ist etwas Anderes. Es ist ein leeres Modell, ich kann es überall machen, an der Theke auf der Rückseite eines Bierdeckels oder auf einer Serviette. Das ist das Charmante des Kernquadrats. Wenn ich ein Werkzeug oder Tool benutze, hat ein Tool bestimmte Ziele. Für mich sind die Ziele eines Tool, für welche ich es benutzen kann, dass ich dadurch schwierige Situationen besser verstehen, kann daraus neue Erkenntnisse bekomme, letztendlich mehr Verantwortung übernehmen kann, um besser mit diesen Situationen umzugehen. Und dazu ist das Kernquadrat ganz gut geeignet, denn es ist einfach zu verstehen, ich kann es immer und überall anwenden und daraus kriege ich automatisch mehr Einblicke in die eigene Persönlichkeit. Aber gleichzeitig auch darin, wie ich ich jemandem gegenüber verhalten habe und was ich beim nächsten Mal anders machen oder so lassen könnte. Das ist es, was mir so gefällt am Kernquadrat.

Das Kernquadrat-Modell als Führungstool – auch für dich selbst

Was wird in die vier Felder eingetragen, um die Reflexion zu bekommen?

Das ist ganz einfach. Ich habe vier Felder. Ich kann auch auf jedem dieser vier Felder einsteigen. Zum Beispiel:

Ich habe ein Feld, das geht über meine eigenen Qualitäten. Wo bin ich gut drin? Bei mir ist zum Beispiel eine meiner Qualitäten die Kreativität. Das bedeutet nicht, dass ich schön male, aber das bedeutet, wenn ich ein Problem habe, habe ich immer mindestens drei Lösungen. Und dafür brauche ich noch nicht einmal Ahnung vom Thema zu haben. Das ist wie ich ticke, wie ich denke. Das ist eine Qualität, ein Teil des Quadrats.

Wenn ich mit dieser Qualität zu weit durchschieße, wenn ich damit übertreibe – was manchmal passieren kann, dass ich zu viel Kreativität habe und nicht mehr bodenständig bin – lande ich im Chaos. Das ist meine Falle.

Was viele Modelle oder auch viele Trainer sagen: Versuch, nicht so chaotisch zu sein!

Das sagen wir mit dem Kernquadrat nie. Denn Chaos ist ein Teil von mir. Je schneller ich lerne, das zu akzeptieren, desto besser kann ich damit umgehen. Das lerne ich auch mit dem Kernquadrat.

Denn auch die Herausforderung einer Führungskraft ist es, in Balance zu sein. Die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit; zwischen dem Druck von oben und den Menschen von unten. Das Kernquadrat geht auch über Balance. Wenn ich meine Qualität „Kreativität“ habe, kann ich mir die Frage stellen: Welche andere Qualität kann mich in die Balance bringen, sodass ich nicht so schnell chaotisch werde? Bei mir könnte dies zum Beispiel Disziplin sein, also dass ich ab und zu etwas disziplinierter arbeite.

Das ist eine Erkenntnis, die man dann bekommt. Also wie kann es mir jetzt Spaß machen, diese Disziplin anzuwenden, also die Motivation darin zu finden. Und dann hat man schon eine ganz andere Perspektive, als wie wenn ein Externer dir sagt: Du musst disziplinierter Arbeiten! Das funktioniert nicht bei mir. Wenn ich etwas selbst herausfinde dann funktioniert das. Aber wenn mir jemand sagt: „Du musst!“ – höre ich schon fast nicht mehr zu.

Management & Menschen begeistern

Management & Menschen begeistern

Menschen begeistern

Wie kann man am besten Menschen von seiner Idee überzeugen?

Vielleicht kann man diese Frage besser an Politiker stellen. Aber diese Frage stellen auch oft Führungskräfte, die sich fragen, wie sie dafür sorgen können, dass ihre Mitarbeiter sie mehr mögen. Oder, dass sie eigentlich tun, was ich von ihnen verlange?

Es ist immer wichtig authentisch, sich selbst, zu bleiben. Denn wenn ich Menschen für mich gewinnen möchte, muss ich mich zeigen, wie ich bin. Wenn ich versuche, mich anzupassen, sodass ich Menschen für mich gewinne – für wen gewinne ich diese Menschen dann? Für mich selbst, oder für jemanden, den ich spiele? Authentisch sein ist der allererste, wichtigste Schritt. Wenn eine Führungskraft ziemlich direkt ist mit seiner Aussage, aber authentisch, muss man auch hier eine Balance finden! Nicht Authentizität als Ausrede benutzen, um alles zu tun. Authentisch und wertschätzend bleiben. Ich denke, dass das eine gute Balance ist, denn damit erreiche ich automatisch Menschen, die auf der gleichen Wellenlänge sind. Und mit diesen Menschen kann ich meine Ideen durchführen. Wenn ich versuche jemanden anders zu spielen, kriege ich Menschen, die interessiert sind, an dem, den ich spiele. Und wenn es jetzt jemand ganz anderes ist, als derjenige, der ich selber bin, kriege ich Schwierigkeiten meine Ideen zu realisieren.

Suche dir die Menschen aus, die auf der gleichen Wellenlänge sind. Wenn man dann zusammen arbeitet, soll man Energie bekommen. Lass sie keine Energie kosten.

Das ist das allerwichtigste. Und Menschen, die nicht mit dir auf einer Wellenlänge sind, sind vielleicht nicht die richtigen Menschen – würde ich fast sagen.

Das sage ich auch bei mir. Ich kann nicht jeden Kunden gut betreuen. Manche Kunden sind nicht auf der gleichen Wellenlänge, das sind nicht meine Kunden. Wenn ich da eine top Leistung liefern muss, muss ich dafür sorgen, dass ich eigentlich in meiner besten Form bin – und das bin ich, wenn ich ich selber bin.

Die zweite Antwort die ich dazu gebe ist: Schau, dass ich Menschen besser werden lassen kann. Wie kann ich Menschen für eine Idee gewinnen? Wenn ich sie etwas tun lasse, wodurch sie sich selber weiterentwickeln, wo sie sich selber gut fühlen, wodurch sie mehr Spaß haben. Das versuche ich immer zu kombinieren. Das authentisch sein und gleichzeitig etwas anbieten für Menschen, was nicht unbedingt eine Herausforderung ist, aber etwas, wo sie sich selber versprechen können: das würde mir jetzt Spaß machen, wenn ich das erreiche.

Das sind die beiden Punkte, die ich nehme, wenn ich versuche, Menschen für etwas zu gewinnen.

Das ganze Leben ist Entwicklung – benutze deine Intelligenz

Ich bin jetzt 57 Jahre alt, ich habe viele Führungsjobs gehabt, ich habe bei vielen Firmen Training und Beratungen gegeben, aber auch ich bin noch nicht ausentwickelt. Ich lerne auch jeden Tag dazu. Und das Schöne ist, ich begegne immer den Menschen, die mir helfen, mich weiterzuentwickeln. Manchmal sind es Herausforderungen, manchmal sind es auch Menschen, die mir richtig viel Energie geben, wovon ich auch viel lerne.

Das ist auch eine Gefahr, auf die ich Führungskräfte hinweise: Ja, du hast jetzt 10 Jahre Erfahrung als Führungskraft; Nein, du bist noch längst nicht fertig.

In dem Moment, wo du das sagst, lernst du nicht mehr. Jemand der sagt, er habe jetzt genug Erfahrung, lernt nicht mehr und das ist schade. Dann kann ich keinen Menschen mehr für mich gewinnen, denn der soll sich letztelendes weiter entwickeln. Wenn ich mich selbst nicht weiter entwickle, kann ich andere Menschen nicht dabei begleiten, sich weiter zu entwickeln.

Literatur – Tipps zum Thema Management und Menschen begeistern

Bücher lesen! Ich kann ein paar Autoren sagen.

Einer ist Seth Godin. Das ist ein bekannter amerikanischer Marketing- Autor, der immer sehr interessante Ideen aufschreibt. Er hat Bücher geschrieben wie „The Idea of … „ oder „Tribes“ oder „all marketers are liars“. Der schreibt sehr provokativ, das mag ich.

Weiter gibt es natürlich, was ich für ein geniales Buch halte ist „Business Model Generation“. Das ist – wenn ich eine Idee habe, wie kann ich die Idee so umsetzen, dass ich sie realisieren kann? Für eine Idee ist es einfach, es ist visuell und es macht Spaß so etwas zu machen. Da finde ich das ganz gut.

Weiter würde ich auch ganz andere Sachen ausprobieren, außerhalb von Büchern, zum Beispiel „Hallo, ich da!“, das ist ein schönes Buch, das ich lesen kann, um selber etwas zu lernen. Aber was ich so als Tipps geben könnte: Mache drei Tage eine Wanderung durch die Eifel. Höre mal, was in dir passiert. Menschen haben viel Wissen in sich, aber manchmal sind die zu viel beschäftigt mit den Impulsen von draußen, um dieses Wissen zu benutzen. Wenn man drei Tage wandert, oder fünf Tage, oder man macht den ganzen Eifelsteig, dann begegnet man sich selber, man begegnet auch viel Wissen bei sich selber, wovon man dachte, dass man das nicht hat.

Macht man ganz andere Sachen. Was ich dieses Jahr zum Beispiel schon gemacht habe ist ein „Clown- Workshop“. Den kann man ganz einfach hier beim Kulturzentrum der  alten Post machen, dort ist ein buddhistischer Clown mit jüdischen Wurzeln, eine super Kombination, hat auch schon in verschiedenen Spielfilmen mitgespielt. Oder man macht einen Improviationsworkshop, einen Theatherworkshop, ganz andere Sachen.

Lerne eine Sprache. Zum Beispiel mit der App „Duo Lingo“, da kann man Sprachen lernen, kostenlos -genial. Meine achtjährige Enkelin hat damit angefangen Englisch zu lernen.

Und was sich immer anbietet ist udemy. Das ist eine online Plattform, wo man viele Sachen lernen kann, auch für visuelle Impulse.

Veröffentlichungen von Jos Donners

Ich habe noch kein komplettes Buch, aber ich habe in Büchern mit veröffentlicht. 

Handbuch der Persönlichkeitsanalyse über das Kernquadrat und da steht beschrieben, wie ich das Kernquadrat auf  Führungskräfte anwenden kann.

Über Verkauf, denn wir liefern auch Verkaufstraining. Im Verkaufstraining schrieb ich viel über die menschlichen Elemente. Das bedeutet viele Verkaufstrainings gehen über Strukturen und Prozesse, das mache ich auch ein bisschen, aber wir richten uns viel mehr auf die persönliche und soziale Ebene.

Das ist ein altes Modell von Plato, man hat drei Ebenen, das „Ich- wir- es“ Modell. Plato nannte das „Das Gute, das Schöne und das Wahre“. Und wir nutzen das auch in unseren Trainings, speziell in unseren Verkaufstrainings lehren wir Verkäufern: Wie kann ich den Menschen im Kunden ansprechen. Denn wir glauben noch immer, egal wie viel mehr die Gesellschaft sich versachlicht, dass wenn ich einen persönlichen Kontakt mit Menschen habe, ich auch das meiste erreichen kann. Und wenn ich das meiste erreichen kann, dann verkaufe ich auch das meiste. Das ist ganz einfach. Das ist ein Buch, wo ich einen Beitrag mit geliefert habe und diesen menschlichen Aspekt auch beschrieben habe – auch Hunde sind nur Menschen.

Dann habe ich noch in einem Handbuch mitgeschrieben, das Handbuch der Persönlichkeitsanalyse über das Kernquadrat und da steht beschrieben, wie ich das Kernquadrat auf Führungskräfte anwenden kann.

Weitere Empfehlungen von Experten

Da fallen mir direkt drei Menschen ein.

Einer ist Markus Brand. Er leitet gemeinsam mit seinen Kollegen das Institut für Persönlichkeit. er bringt auch die Reissprofile nach Deutschland. Ich habe Bewunderung für ihn als Mensch aber auch als Trainer und daher möchte ich auch ihn gerne empfehlen.

Die zweite Person hier Rainer Krumm. Der hat die neuen Levels- Systeme nach Deutschland gebracht. Ich begegne ihm auch immer auf Messen, wir haben immer ein kurzes Gespräch und ich mag ihn. Ich finde es richtig gut, was er macht.

Die dritte Person, die ich empfehle, hat gar nicht so viel mit den normalen Trainer-Szene zu tun, hat mehr mit einer anderen Szene zu tun. Das ist eine Sängerin, eine Jazz und Gospel Sängerin. Und sie bringt Menschen zum Singen. Sie gibt auch Events für Firmen, wo ganze Firmen singen und das ist Adrienne Morgan Hammond. Sie ist eine Amerikanerin, wohnt in Köln, eine super Frau, super Stimme und sie weiß immer eine super Stimmung zu machen. Die möchte ich auch gerne empfehlen.

Als Motivationstrainer helfe ich dir dabei, deine Ziele deutlich schneller zu erreichen. Was mir machen, ist kein Schakka Motivationstraining, nein, wir gehen gemeinsam in die Umsetzung, an deine Fitness, deinen Erfolg, deine Ziele, deine Motivation und dein wundervolles Leben. Schreib mir einfach!

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