Klima retten auf den letzten Drücker

Klima retten auf den letzten Drücker

 

„Ich warne davor, zu glauben, dass der Markt die Umwelt alleine in den Griff bekommt – dies ist geradezu ein Paradebeispiel für öffentliche Verantwortung.“ Willy Brandt

 

Auszug der Übersetzung des Montrealer Protokolls:

Abgeschlossen in Montreal am 16. September 1987. Von der Bundesversammlung genehmigt am 6. Dezember 1988. Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 28. Dezember 1988. In Kraft getreten für die Schweiz am 1. Januar 1989.

(Stand am 1. März 2012)

„Die Vertragsparteien dieses Protokolls, als Vertragsparteien des Wiener Übereinkommens zum Schutz der Ozonschicht4, eingedenk ihrer Verpflichtung aufgrund des Übereinkommens, geeignete Maßnahmen zu treffen, um die menschliche Gesundheit und die Umwelt vor schädlichen Auswirkungen zu schützen, die durch menschliche Tätigkeiten, welche die Ozonschicht verändern oder wahrscheinlich verändern, verursacht werden oder wahrscheinlich verursacht werden, in der Erkenntnis, dass weltweite Emissionen bestimmter Stoffe zu einem erheblichen Abbau der Ozonschicht führen und sie auf andere Weise verändern können, was wahrscheinlich schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt zur Folge hat, im Bewusstsein der möglichen klimatischen Auswirkungen von Emissionen dieser Stoffe, im Bewusstsein, dass Maßnahmen, die zum Schutz der Ozonschicht vor einem Abbau getroffen werden, auf einschlägigen wissenschaftlichen Kenntnissen beruhen sollten, wobei technische und wirtschaftliche Erwägungen zu berücksichtigen sind, entschlossen, die Ozonschicht durch Vorsorgemaßnahmen zur ausgewogenen Regelung der gesamten weltweiten Emissionen von Stoffen, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, zu schützen, mit dem Endziel, diese Stoffe auf der Grundlage der Entwicklung wissenschaftlicher Kenntnisse zu beseitigen, wobei technische und wirtschaftliche Erwägungen sowie die Entwicklungsbedürfnisse der Entwicklungsländer zu berücksichtigen sind, in der Erkenntnis, dass besondere Vorkehrungen zur Deckung des Bedarfs der Entwicklungsländer notwendig sind, einschließlich der Bereitstellung zusätzlicher finanzieller Mittel und des Zugangs zu einschlägigen Technologien, wobei zu berücksichtigen ist, dass sich der Umfang der erforderlichen Mittel vorhersehen lässt und dass die Mittel die internationalen Möglichkeiten zur Behandlung des wissenschaftlich belegten Problems des Ozonabbaus und seiner schädlichen Auswirkungen erheblich verändern können,6im Hinblick auf die Vorsorgemaßnahmen zur Regelung der Emissionen bestimmter Fluorchlorkohlenwasserstoffe, die bereits auf nationaler und regionaler Ebene getroffen worden sind, angesichts der Bedeutung der Förderung der internationalen Zusammenarbeit bei der Erforschung, Entwicklung und Weitergabe alternativer Technologien im Zusammenhang mit der Regelung und Verminderung der Emissionen von Stoffen, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, wobei die Bedürfnisse der Entwicklungsländer besonders zu berücksichtigen sind.“

 

Das Ozonloch wird 2050 Geschichte sein. Den Erfolg können sich alle Vertragspartner des Montrealer Protokolls auf die Fahnen heften. Und natürlich wir alle, die wir aufgehört haben, Treibgase in die Atmosphäre zu sprühen sowie Löse- und Kältemittel zu verwenden, die der Gesundheit unserer Erde schadet. Leider hört und liest man über diesen Erfolg wenig. Dass es die Welt geschafft hat, ein Umweltproblem gemeinsam in den Griff zu bekommen, ist für Nachrichtenformate anscheinend nicht so interessant wie der aktuelle Modetrend im Herbst.

Der Sieg gegen die Ausweitung des Ozonlochs ist für mich persönlich wichtiger als alle jemals ausgefochtenen Kriege. Es ist nämlich ein gemeinsam ausgefochtener Krieg gegen eine ernsthafte Bedrohung der Menschheit. Dieser Krieg unterscheidet sich zu den herkömmlichen Kriegen dadurch, dass es das Menschengeschlecht dieses Mal erstaunlicherweise geschafft hat, nicht um Macht, Status, Besitz oder Anerkennung zu kämpfen. Sie haben sich zusammengeschlossen, um in beispielloser Einigkeit gegen eine lebensbedrohliche Gefahr vorzugehen. Niemand hätte gedacht, dass dieser Zusammenschluss tatsächlich die Wende bringen könnte. Entgegen aller Vorhersagen haben wir es zusammen geschafft, das Unheil abzuwenden. Das Ozonloch schließt sich.

Der Klimawandel ist nicht mehr zu stoppen? 

Zwei Teams auf zwei Kontinenten, bestehend aus angesehenen Wissenschaftlern, kommen jeweils auf dasselbe Ergebnis:  Unsere Kinder, Enkel und Urenkel werden noch für unsere in Sachen Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung Schulden bezahlen müssen. Wir haben unserer Erde und allen Lebewesen darauf seit der Industrialisierung ganz schön viel zugemutet. Die Studien vom Institute Pierre Simon Laplace in Gif-sur-Yvette unter der Leitung von Pierre Friedlingstein und von der National Oceanic & Atmospheric Administration (NOAA) in den USA unter der Leitung von Susan Solomon sind sich darin einig, dass auch, wenn wir sofort all unsere Klimakiller entsorgen und aufhören, Kohlendioxid zu produzieren, sich die Erde noch mindestens 20 Jahre lang weiter erwärmen würde.60/61

Durch diese Entwicklung erwartet uns und unsere Nachfahren die Meereis- und Gletscherschmelze, der Anstieg des Meeresspiegels, die Ausdehnung der Dürrezonen, die Zunahme der Wetter-Extreme und das Artensterben.

 

Der Klimawandel ist eine existenzbedrohende Problematik, die uns alle betrifft.

Können wir nichts mehr dagegen tun, um die Bedrohung zu stoppen?

Wenn es die Erdbevölkerung geschafft hat, das Ozonloch zu Rückzug zu zwingen, warum sollte es beim Klimawandel nicht auch funktionieren? Ist es nicht zumindest einen Versuch wert?

Zur Erinnerung:

„Sollte ihre Verwendung (Anm.: FCKW) nicht gestoppt werden, droht nach Ansicht der Fachleute in etwa 50 Jahren (Anm.: = 2037) der Erde eine Katastrophe. Man befürchtet dann eine rapide Zunahme der Fälle von Hautkrebs bei Menschen. Auch Tiere und Pflanzen könnten geschädigt werden.“

APA-Meldung von Di, 15. September 1987 (APA0195 5 CA):

Ich freue mich, Dir mitteilen zu dürfen, dass die Katastrophe durch gemeinsames Gegenwirken abgewendet wurde. Wissenschaftler haben das Problem erforscht, Autoren haben darüber geschrieben, Esoteriker haben zu diesem Thema gebetet, Moderatoren haben darüber berichtet, Lehrer haben darüber geredet, Schüler haben Schularbeiten zu diesem Thema ausgearbeitet, Regisseure haben Filme darüber gedreht, Entwickler haben neue Produkte ohne schädliche Treibhausgase entwickelt, Groß- und Privatkunden haben unsere Denkweise verändert und die umweltverträglicheren Produkte gekauft. Wir haben es alle gemeinsam geschafft.

Und jetzt: Nochmal die Welt retten.

Jetzt müssen wir wieder Einigkeit beweisen, um eine andere Bedrohung zu bekämpfen. Und ja: Es ist sehr wohl möglich, die Welt zu retten! Einzige Voraussetzung: Wir müssen es alle gemeinsam, im Einklang, tun.

Code Rot: Die Erde braucht unsere Hilfe.

Wenn das kein gewichtiger Grund ist, sein gesamtes Leben sofort, und zwar ohne Wenn und Aber, auf ein umweltbewusstes und nachhaltiges Tun umzustellen, welchen Grund braucht die Gesellschaft dann?

Mit diesem Kapitel möchte ich Dich davon überzeugen, nicht auf die Gesellschaft zu warten. Geh es von Dir aus an und rette die Welt!

 

Inhalt: Klima retten auf den letzten Drücker

  1. Die 3 grausamsten Klimakiller
  2. Wie viele Warnhinweise braucht es, bis jeder einzelne etwas ändert?!
  3. Klimalösungen
  4. Werde zum Pionier eines neuen Weltbildes

 


1. Die grausamsten Klimakiller

Der Weltklimarat (IPCC) publiziert zum Thema Klimaschutz bereits seit 198862 und wurde von der Politik auf stumm geschalten: Ist ja nicht so schlimm, dass sich die Erde laut Klimarat bis zum Ende dieses Jahrhunderts garantiert auf 4°C erwärmen wird. Ist ja sowieso schon egal. Kann man nix mehr machen…

Tatsächlich?

Das sind die grausamsten Klimakiller:

  1. Fossile Brennstoffe: Alle Produkte, die mit fossiler Energie hergestellt oder betrieben werden. Fossile Brennstoffe sind Braunkohle, Steinkohle, Torf, Erdgas und Erdöl. Fährst Du ein Auto mit Benzinmotor? Aus welchem Energieträger wird Dein Strom erzeugt? Aus Kohle? Mindestens jede zehnte Kilowattstunde Strom wird in Deutschland durch Steinkohle erzeugt. Torf wird in Generatoren vergast oder in der Metallurgie verwendet. Neben der Tatsache, dass Erdöl und Torf auch in anderen Produkten verwendet wird, wird 90 % des Erdöls von Fahr- und Flugzeugen, aber auch von Heizungen und Benzinrasenmähern verbrannt.
  2. Waldrodungen / Entwaldung: Nicht nur, dass Waldrodungen für das Massentiersterben verantwortlich sind, sie gefährden auch das Leben aller vom Wald abhängigen indigenen Völker. Das Roden der Wälder trägt zu 20% zu den schädlichen CO2-Emissionen bei. Der Verzicht auf Tropenhölzer ist erst ein kleiner Anfang. Zum Schutz der Wälder müssen wir als weiteren kleinen Schritt auf Recyclingpapier setzen und uns besser zwei Mal überlegen, wofür wir dieses Papier benötigen. Ich persönlich bin dafür, noch mehr digital zu machen, als es ohnehin schon der Fall ist. Digitale Wand- und Stehkalender, digitale Karteikästen, digitale Notizbücher, Werbung, Zeitungen, Rechnungen, …

Was ist eigentlich aus der Idee des papierlosen Büros geworden, die bereits in den 80er-Jahren geboren wurde? Und warum legt fast jedes Büro im Gegensatz dazu seit der Einführung des Computers alle Dokumente doppelt ab?

  1. Zement- und Stahlproduktion: Der Ausstoß von Kohlendioxid ist bei der Herstellung von Zement rund dreimal höher als vom gesamten Flugverkehr. Das rührt daher, dass das Erhitzen des Zements Mengen an Energie verschwendet. Also auch bei Produkten aus Beton müssen wir genauer hinsehen. Es gibt übrigens bereits einen selbstheilenden Bio-Beton, erfunden von Hendrik Marius Jonkers, und einen energiesparenden Zement, der sogar den Umwelttechnik-Sonderpreis Baden-Württemberg gewonnen hat. Von dem hört man reichlich wenig, nicht wahr?


2. Wie viele Warnhinweise braucht es, bis jeder einzelne etwas ändert?!

 

Der Club of Rome, ein Verband aus verschiedensten Experten von über 30 Ländern, wurde bereits 1968 mit dem Ziel gegründet, Ökosyteme zu schützen und Nachhaltigkeit zu fördern. 1978 wurde ihr erster Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ veröffentlicht, der weltweit Anklang fand. Im ersten Bericht kam der Club of Rome zu dem Fazit, dass die Wachstumsgrenzen schon im Laufe dieses Jahrhunderts erreicht werden. Die Weltbevölkerung nimmt drastisch zu, die Industrie zerstört unsere Umwelt, wir verschwenden Nahrungsmittel im Übermaß und bedienen uns gewissenlos an den endlichen Rohstoffen dieses Planeten. Das erklärte Ziel des Club of Rome ist es, die Handlungsweise unserer Wirtschaftssysteme zu verändern und eine neue Form des Wohlstandes zu schaffen, die es nicht nötig hat, Ressourcen zu verschwenden. 2012 wurde ein neuer Bericht veröffentlicht, der die Tendenzen bis 2052 erfasst.

Eine Beratergruppe des Generalsekretärs der Vereinten Nationen hat eine, zugegebenermaßen teils ironische, Liste mit Handlungsempfehlungen veröffentlicht:

1. Lege mehr Wert auf Zufriedenheit als auf Einkommen.

2. Vermeide eine Vorliebe für Dinge, die bald verschwunden sein werden.

3. Investiere in hochwertige Unterhaltungselektronik als Ersatz für die Realität.

4. Erziehe Deine Kinder nicht zu Naturliebhabern.

5. Wenn Dir die Vielfalt des Lebens am Herzen liegt, genieße sie, solange Du noch kannst.

6. Besuche die Sehenswürdigkeiten der Welt, bevor sie durch die Menschenmassen ruiniert werden.

7. Wohne an einem Ort, der vom Klimawandel möglichst wenig betroffen ist.

8. Ziehe in ein Land, in dem Entscheidungen getroffen werden können.

9. Finde heraus, welche Folgen fehlende Nachhaltigkeit Deine Lebensqualität am meisten beeinträchtigen wird.

10. Wenn Du nicht im Dienstleistungsbereich oder in der Pflege arbeiten willst, suche Dir einen Job in den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien.

11. Rate Deinen Kindern, Mandarin zu lernen.

12. Verabschiede Dich von der Vorstellung, jedes Wachstum sei gut.

13. Denke daran, dass Deine fossilen Wertanlagen eines Tages plötzlich ihren Wert verlieren werden.

14. Investiere in Dinge, die robust gegen soziale Unruhen sind.

15. Tu mehr als Du musst. So vermeidest Du später ein schlechtes Gewissen.

16. Für Unternehmer: Lote das Geschäftspotential von Verbesserungen der Nachhaltigkeit aus.

17. Für Unternehmer: Mengenwachstum bedeutet nicht automatisch Gewinnsteigerung.

18. Für Politiker: Wenn Du wiedergewählt werden willst, unterstütze nur Initiativen, die langfristige Gewinne versprechen.

19. Für Politiker: Denke daran, dass wir in Zukunft an viele Grenzen stoßen werden.

20. Für Politiker: Akzeptiere, dass der gleichberechtigte Zugang zu begrenzten Ressourcen wichtiger werden wird als die Redefreiheit.

Es gibt aber Hoffnung.

Mit dem Abkommen von Paris hat die Weltgemeinschaft das gemeinsame Ziel unterzeichnet, die Erderwärmung mit vereinten Kräften aufzuhalten. Bisher haben 175 Staaten, darunter die Vereinten Nationen, China und die Europäische Union, unterzeichnet. Ihr Ziel in nächster Zukunft ist die Treibhausgasneutralität ab der zweiten Jahrhunderthälfte. Die global größten Verursacher von Treibhausgasen sind China mit rund 25% und die USA mit ca. 15%.


3. Klimalösungen

„Wie eine träge Herde Kühe schau´n wir kurz auf und grasen dann gemütlich weiter.“ H. Grönemeyer – „Jetzt oder nie“

 

VISION 1 

„6 Uhr morgens, Helgoland, der Wetterbericht meldet ein Sturmtief, Windstärke 6–7. […] Am Horizont, hinter der Regenwand kaum zu erahnen, drehen sich mächtige Windräder wie ein Ballett aus dreiarmigen Tänzern, wandeln die stürmische Energie hunderte Kilometer entfernt in wohlige Wärme um. Hunderte Windparks arbeiten jetzt auf dem Meer, schicken ihre Kraft aufs Festland, wo sich an den Küsten immer mehr Windparks zuschalten.
In Hamburg setzen sich die Urban Turbines auf Bürohäusern in Betrieb und leiten den Strom bis zum Dienstbeginn in Energiespeicher. […] In den vorzeitigen Ruhestand geht heute dann das letzte Braunkohlekraftwerk, statt im Kohlestaub arbeiten die Menschen in der Lausitz in einer neuen Fabrik für Windkraftanlagen…

Deutschland 2030, rundum erneuert. Klingt ganz einfach. Ist es auch. Man muss es nur wollen. Jetzt.“

(„Der Plan – Deutschland ist erneuerbar!“ auf Greenpeace.de)

Während die Wissenschaft seit Jahrzehnten über Klimaschutz publiziert und die Politik darüber redet, passiert in der Realität noch immer viel zu wenig.

Und das, obwohl es genügend gute Lösungsansätze gibt. Greenpeace setzt auf Klimalösungen, die es dem Menschen ermöglicht, weiterhin ein uneingeschränktes, gutes Leben zu führen. Dazu gehört der Umstieg auf Erneuerbare Energien, die Errichtung eines Schutzgebietes in der Arktis und ein weltweiter Abholzungsstopp bis 2020. Um den Umstieg auf Erneuerbare Energien voranzutreiben muss die Nachfrage an Ökostrom bei Privatnutzern wachsen. Greenpeace hält zu diesem Thema auf ihrer Seite einen Stromcheck und viele wertvolle Informationen bereit.64

Save The Arctic!

Die Arktis ist ausschlaggebend für unser Klima. Sie ist massiv von der Meereisschmelze betroffen. Bereits drei Viertel der Eisdecke am Nordpol ist für immer verschwunden.63

Greenpeace hat eine Petition unter www.savethearctic.org online gestellt. Bis heute (Herbst 2016) haben bereits über acht Millionen Menschen weltweit unterzeichnet.

Klimaratgeber Lebensmittel

Greenpeace nennt in seiner Broschüre mit oben genanntem Titel unter anderem zusammengefasst folgende Punkte:

  1. Iss regional und saisonal.
  2. Kennst Du die Saison Deiner fünf beliebtesten Obst- und Gemüsesorten?
  3. Vermeide Lebensmittel aus einem dauerbeheizten Glashaus.
  4. Verzichte teilweise auf tierische Produkte.
  5. Meide Lebensmittel aller Art aus Konservendosen.
  6. Kaufe auf Wochenmärkten ein.
  7. Das Wichtigste ist, zum richtigen Zeitpunkt auf das Falsche zu verzichten.

Das Venus Projekt

„In einer wahrhaft freien Umgebung, muss Ihnen niemand sagen, dass sie frei sind.“ Jacque Fresco

Die Idee des Venus-Projektes wurde von dem US-amerikanischen Autor, autodidaktischen Sozial-Architekten, Futuristen, Erfinder und Designer Jacque Fresco geboren. Das Venus-Projekt ist eine nichtstaatliche Organisation, dessen Ziel es ist, alle vom Menschen verursachten Umweltbelastungen auszumerzen. Die Mitglieder suchen nach Visionen und Lösungen, die das Potential haben, die heutigen zerstörerischen Wirtschaftsprozesse zu einer modernen und nachhaltigen Ökonomie zu transformieren. Ihr Kerngedanke liegt in einer ressourcenbasierenden Ökonomie (RBE). Darunter fallen alle Systeme und Prozesse, die eine Symbiose mit der Natur eingehen und keine knappen Ressourcen verschwenden.

Frescos Lebensprojekt ist die Gründung eines Forschungszentrums in Venus, Florida. Seitdem entwickelt der ehemalige Luftfahrzeug- und Industriedesigner gemeinsam mit anderen Idealisten Ideen zu futuristischen, nachhaltigen Städten, Social Design, Energieeffizienz, Rohstoff-Verwaltung und Automatisierung. Ein Hauptteil der Lösung soll die bereits jetzt existierende Technologie sein.

Die Experimentalstadt zur Weiterentwicklung sozialer, technischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Strukturen in Venus, Florida, nutzt ausschließlich erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie, Geothermie, Gezeiten- und Wellenkraftwerke oder Hydrothermalquellen. Mit einer Brücke über die Beringstraße könnte aus Meerwasser ebenfalls Strom erzeugt werden. In der Universitätsstadt in Florida entstehen Automatisierungsprozesse, von denen die erste moderne Stadt viele Vorteile ziehen könnte. Von diesem Forschungszentrum aus werden zukunftsweisende Neuerungen entwickelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Nach Fresco sind die Städte der Zukunft kreisförmig angelegt. So müsste zunächst nur das Zentrum geschaffen werden. Rundherum werden Wohnlandschaften wie Tortenstücke angelegt. Die Straßen führen strohsternförmig ins Stadtzentrum. Unter den Straßen liegen unterirdische Leitsysteme, durch die heißes Wasser fließt, welches die Klimaanlagen der ganzen Stadt versorgen. Auf allen Dächern wird Solarenergie hergestellt. Abfälle werden unterirdisch recycelt. Das Einfamilienhaus sowie die Wohnanlagen würden sich an individuelle Bedürfnisse anpassen lassen. Vor allem aber würde die gesamte genutzte Technik in Harmonie mit der Natur stehen.

Der Plan – Deutschland ist erneuerbar!

In diesem Kapitel findest Du zwei Visionen aus der Broschüre „Der Plan – Deutschland ist erneuerbar!“66, die Du auf der deutschen Seite von Greenpeace downloaden und lesen kannst. Lass Dich von umsetzbaren Ideen inspirieren und zu einem Umdenken motivieren.

Werde zum Umweltaktivisten

Der indische Geschäftsmann Kamal Meattle wurde durch seine Erkrankung zum Umweltaktivisten. Ärzte sagten ihm, dass er an der verschmutzten Luft in Neu-Delhi sterben würde. Er entwickelte Allergien und sein Lungenvolumen verringerte sich dadurch allmählich auf 70%. So wie ihm ergeht es in Neu-Delhi laut Statistik rund zehntausend Einwohnern der Metropole. Deshalb beschloss er, im Rahmen seiner Möglichkeiten Lösungen für das Problem der Luftverschmutzung zu finden. Zehn Jahre danach eröffnete Meattle einen Büro- und Hotelkomplex mit dem Namen „Paharpur Business Centre and Software Technology Incubator Park“, welches vom Zentralen Umweltausschuss geprüft und nur einige Zeit später mit dem Titel „Gesündestes Gebäude in Neu-Delhi“ versehen wurde. Das Gebäude ist in etwa 1.700 m2 groß und bietet Platz für um die 300 Angestellte sowie 1.200 Pflanzen. Die Pflanzen haben mit der Zeit dazu beigetragen, dass sich die Krankheiten der Angestellten deutlich reduzierten. Die besten Ergebnisse konnten bei Atemwegsbeschwerden, Augenreizungen und Asthma erzielt werden. Das verringert wiederum die Krankentage der Mitarbeiter.

Die Luft im Gebäude wird vorwiegend von drei Pflanzenarten gereinigt und mit frischem Sauerstoff angereichert: 

  1. Madagaskarpalme (Chrysalidocarpus lutescens): Vier ca. 1,5 m hohe Pflanzen erzeugen genug Sauerstoff für eine Person. 
  2. Bogenhanf (Sansevieria trifasciata): Sieben ca. 1 m hohe Pflanzen reichen aus, um den Sauerstoffbedarf einer Person zu decken. 
  3. Efeutute (Epipremnum aureum): Diese Pflanzen produziert nicht nur ausreichend frischen Sauerstoff, sie zieht auch Formaldehyde aus der Raumluft.

Die oben genannten drei Pflanzenarten können auch in geschlossenen, luftleeren Räumen überleben. Sie sind in der Lage, einen eigenen biologischen Kreislauf zu erschaffen.

Die „NASA Clean Air Study“ untersuchte in einer Forschungsreihe Pflanzen auf ihre Tauglichkeit zur Reinigung der Luft auf Raumstationen. Kontrolliert wurde die reinigende Wirkung bei einer Luftbelastung durch Benzol, Formaldehyd, Trichloräthylene, Xylol, Toluol und Ammoniak.  Ihren Studien zufolge haben diese Pflanzen in absteigender Reihenfolge die beste Reinigungswirkung:

  1. Einblatt oder Friedenslilie (Spathiphyllum ‚Mauna Loa‘) und Gartenchrysantheme (Chrysanthemum morifolium)
  2. Bogenhanf oder Schlangenpflanze (Sansevieria trifasciata ‚Laurentii‘), Efeu (Hedera helix) und Drachenbaum (Dracaena marginata)
  3. Drei Arten von Drachenbäumen (Dracaena deremensis „Janet Craig“. Dracaena fragrans ‚Massangeana‘ und Dracaena deremensis „Warneckei“), Efeutute (Epipremnum aureum) und Gerbera (Gerbera jamesonii).

Weitere Untersuchungen: 

Eine Hyperakkumulator-Pflanze ist die Hallersche Schaumkresse (Arabidopsis halleri) entzieht dem Boden giftige Schwermetalle und wandelt sie in Energie um, die sie dafür einsetzt, sich vor Fressfeinden zu schützen. Schwermetall wirkt weder auf ihre Blätter noch auf ihre Wurzeln toxisch. Da sie Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Zink, Nickel und Kuper richtiggehend „aus dem Boden saugt“ (= „Phytoremediation“), kann dieses Wunder der Evolution zur Entgiftung verschmutzter Böden eingesetzt werden.  Dieser Überlebenskünstler besiedelt als eine der wenigen Pflanzen schwermetallverseuchte Böden und reinigt sie dadurch.

Achte bei Kunststoff auf zwei synchron genannte Adjektive: „biobasiert“ UND „biologisch abbaubar“.

Die Einkaufstüte aus „biobasiertem“ Kunststoff oder „Biokunststoff“ wurde aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und verzichtet auf fossile, endliche Rohstoffe. Das bedeutet jedoch noch nicht, dass diese Tüte biologisch abbaubar ist.

Als Umweltaktivist fragst Du im Supermarkt nach und kaufst nur Kunststoff, das definitiv Biokunststoff ist, der biologisch abbaubar ist.

  • Expertenwissen:

Nicht abbaubarer, biobasierter Kunststoff ist beispielsweise Kunststoff aus Hanf- oder Flachsfasern sowie WPC-Wood-Plastics. Wood-Plastics, sogenannter Holzkunststoff ist ein thermoplastisch verarbeiteter Verbundwerkstoff aus Polyethylen oder Polypropylen, welches mit Holzmehl angereichert wird.

Abbaubarer Biokunststoff ist großteils pflanzlichen Ursprungs. Rohstoffbasis stellt beispielsweise Zucker, Zellulose oder Stärke (Mais, Weizen, Kartoffeln) dar, wobei der Fokus eindeutig auf letzterem liegt.

Achte bei der Angabe der verwendeten Stoffe auf den Begriff „Polyhydroxyalkanoat“ oder „Polyhodroxyfettsäure“. Kunststoff aus diese Biopolymeren sind vollständig biologisch abbaubar.

 


 

4. Werde Pionier eines neuen Weltbildes

VISION 2

„6 Uhr morgens, Wüste Gobi, die Sonne erhebt sich über dem Horizont. Millionen von Spiegeln fangen ihr Licht ein, reflektieren es gleißend und bündeln es auf die Spitzen der Türme, die zu Hunderten aus dem Boden ragen. Aus dem Weltraum betrachtet erscheint die Wüste Gobi wie ein Diamant, der im Licht des Sterns erstrahlt, kraftstrotzend, aber auch hoffnungsvoll. […] Ein Surren in der Luft, die ersten Leitungen werden mit elektrischem Strom gefüllt, er jagt über tausende Kilometer, unterirdisch, unter Wasser, in alle Richtungen, wie in einem Spinnennetz, erfüllt alles um sich herum mit Leben. In den Mega-Cities Asiens pulsieren Menschenmassen, in der reinen Luft erscheint der Blick schärfer, fast geräuschlos bewegt sich der Verkehr, hunderttausende E-Roller, E-Autos und Bahnen gleiten dahin. Metropolen, Ortschaften in den USA, Afrika, Russland, Indien, sind nachts hell erleuchtet. […] Kein Abholzen mehr von Bäumen und Büschen, um Essen zu kochen, Steppen ergrünen wieder, Berge sind voller Wälder. […] Kohle, Öl, Atom sind nur noch in der Erinnerung vorhanden. […]

Klingt ganz einfach. Ist es auch. Man muss es nur wollen. Jetzt.“

(„Der Plan – Deutschland ist erneuerbar!“ auf Greenpeace.de)

Du kannst ein Pionier eines neuen Weltbildes werden. Als Vorbild ist es Deine Aufgabe, neue Wohlstandsbilder attraktiv zu vermitteln und das veraltete Lifestyle-Bild zu überwinden.

Der gesellschaftliche Umgang mit Besitz muss sich verändern. Unser Augenmerk muss sich weg vom industriellen-, hin zum Dienstleistungs- und Informationssektor legen. Ressourcen müssen nachhaltig verbraucht und unsere erschöpflichen Rohstoffe sowie Energieträger müssen durch unerschöpfliche ersetzt werden.

 

Die Energiewende ist der Wandel in der Nutzung begrenzter Energieträgern auf erneuerbare Energien. Dadurch werden sowohl ökologische (z. B.: Globale Erwärmung), als auch gesellschaftliche (z.B.: Ressourcenknappheit) und gesundheitliche (z.B.: Smog) Probleme behoben. Zu den erneuerbaren Energien zählt die Windenergie, Sonnenenergie, Solar- und Geothermie, Photovoltaik, Meeresenergie, Bioenergie, Wasserkraft, Erdwärme, Gezeiten- und Wellenkraftwerke sowie Hydrothermalquellen. Zukünftig werden die Elektromobilität, die Elektrifizierung der Wärmebereitstellung sowie allgemein die ökologischere Lebensweise an Bedeutung gewinnen.

 

Was ist Dein Beitrag? Hier ist eine Liste von Beispielen, die Dir Deinen Einstieg in ein nachhaltigeres Leben vereinfachen sollen:

Wie Du es machst, womit Du Deine individuelle Veränderung in Richtung Nachhaltigkeit beginnst, kannst Du gleich hier und jetzt entscheiden. Fange klein an, aber fange an! Steigere Deine persönliche Veränderung nach und nach. Dein Weltbild und Dein ökologisches Bewusstsein wird sich automatisch verändern, wenn Du jetzt im Kleinen damit anfängst.

Hier einige Ideen für Deinen Start:

Lifehack:

  • Verzichte auf den Becher Coffee To Go.
  • Geh öfter zu Fuß und lass das Auto stehen.
  • Mach Dir darüber Gedanken, ob nicht vielleicht auch ein einziges Auto reicht.
  • Werde Dir bewusst, dass das Auto als Statussymbol ausgedient hat.
  • Mache weniger Fernreisen und entdecke Dein eigenes Land wieder.
  • Iss regional und saisonal.
  • Iss weniger Fleisch und mehr Obst und Gemüse.
  • Verlange Fleisch aus artgerechter Tierhaltung.
  • Je weniger verschiedene Fleischsorten Du isst, desto besser.
  • Kaufe keine gentechnisch veränderten Lebensmittel.
  • Koche selbst. Auch für Deine Tiere.
  • Werde Mülltrenn-Spezialist.
  • Meide Müll wie den Teufel und vermeide seine Entstehung schon vor vornherein.
  • Verweigere Plastik so oft wie möglich: Bevorzuge Glas- statt Plastikflaschen.
  • Schränke Deinen Papierkonsum ein.
  • Leihe Bücher und DVDs anstatt sie zu kaufen.
  • Sei begeisterter Anhänger des Handwerks. Lerne das Handwerk wieder kennen und schätze Handwerksstücke mehr als industriell gefertigte Produkte.
  • Mache Dir das Reparieren und Restaurieren von Gegenständen zu einem Hobby und werfe Gegenstände nicht gleich weg.
  • Designe Deine alten Kleidungsstücke neu.
  • Kaufe gebrauchte und restaurierte Möbel.
  • Kaufe langlebige Produkte.
  • Putze mit Essig, Soda, Natron und Zitronensäure. Falls Dir der Geruch wichtig ist, kannst Du ätherische Öle zusetzen.
  • Das beste Bio-Peeling der Welt besteht aus Zucker.
  • Baue nachhaltig.
  • Beneide andere nicht um viel Geld, sondern um viel Zeit.
  • Leg Dir einen kleinen Nutzgarten an.

 

Als Motivationstrainer helfe ich dir dabei, deine Ziele deutlich schneller zu erreichen. Was wir machen ist kein Schakka Motivationstraining, nein, wir gehen gemeinsam in die Umsetzung, an deine Fitness, deinen Erfolg, deine Ziele, deine Motivation und dein wundervolles Leben. Schreib mir einfach!

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