Hunger der Welt stillen mit Deinen 7 besten Freunden

Hunger der Welt stillen mit Deinen 7 besten Freunden

“ In einer kultivierten Welt blühen Taten – in einer unkultivierten Welt Worte.“ Konfuzius

 

Auszug aus einer Festspielrede, die nie gehalten wurde:

„Sehr verehrte Damen und Herren,

alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. […] Und derselbe World-Food-Report der FAO, der alljährlich diese Opferzahlen gibt, sagt, dass die Weltlandwirtschaft in der heutigen Phase ihrer Entwicklung problemlos das Doppelte der Weltbevölkerung normal ernähren könnte. Schlussfolgerung: Es gibt keinen objektiven Mangel, also keine Fatalität für das tägliche Massaker des Hungers, das in eisiger Normalität vor sich geht.

Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet. […] Bei unterernährten Kindern setzt der Zerfall nach wenigen Tagen ein. Der Körper braucht erst die Zucker-, dann die Fettreserven auf. Die Kinder werden lethargisch, dann immer dünner. Das Immunsystem bricht zusammen. Durchfälle beschleunigen die Auszehrung. Mundparasiten und Infektionen der Atemwege verursachen schreckliche Schmerzen. Dann beginnt der Raubbau an den Muskeln. Die Kinder können sich nicht mehr auf den Beinen halten. Ihre Arme baumeln kraftlos am Körper. Ihre Gesichter gleichen Greisen. Dann folgt der Tod. […]

Viele der Schönen und der Reichen, der Großbankiers und der Konzernmogule dieser Welt kommen in Salzburg zusammen. Sie sind die Verursacher und die Herren dieser kannibalischen Weltordnung.

Was ist mein Traum? Die Musik, das Theater, die Poesie – kurz: die Kunst – transportieren die Menschen jenseits ihrer selbst. Die Kunst hat Waffen, welche der analytische Verstand nicht besitzt: Sie wühlt den Zuhörer, Zuschauer in seinem Innersten auf, durchdringt auch die dickste Betondecke des Egoismus, der Entfremdung und der Entfernung. Sie trifft den Menschen in seinem Innersten, bewegt in ihm ungeahnte Emotionen. Und plötzlich bricht die Defensivmauer seiner Selbstgerechtigkeit zusammen. Der neoliberale Profitwahn zerfällt in Staub und Asche.

Ins Bewusstsein dringt die Realität, dringen die sterbenden Kinder.

Wunder könnten in Salzburg geschehen: das Erwachen der Herren der Welt. Der Aufstand des Gewissens![…] Vergangenes Jahr – laut Weltbankstatistik – haben die 500 größten Privatkonzerne, alle Sektoren zusammengenommen, 52,8% des Weltbruttosozialprodukts, also aller in einem Jahr auf der Welt produzierten Reichtümer, kontrolliert.

Die total entfesselte, sozial völlig unkontrollierte Profitmaximierung ist ihre Strategie. Es ist gleichgültig, welcher Mensch an der Spitze des Konzerns steht. Es geht nicht um seine Emotionen, sein Wissen, seine Gefühle. Es geht um die strukturelle Gewalt des Kapitals. Produziert er dieses nicht, wird er aus der Vorstandsetage verjagt.

Gegen das eherne Gesetz der Kapitalakkumulation sind selbst Beethoven und Hofmannsthal machtlos. […]

Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der Tag wird kommen, an dem Menschen in Frieden, Gerechtigkeit, Vernunft und Freiheit, befreit von der Angst vor materieller Not, zusammenleben werden.

Mutter Courage, aus dem gleichnamigen Drama von Bertolt Brecht, erklärt diese Hoffnung ihren Kindern:

„Es kommt der Tag, da wird sich wenden

Das Blatt für uns, er ist nicht fern.

Da werden wir, das Volk, beenden

Den großen Krieg der großen Herr’n.

Die Händler, mit all ihren Bütteln

Und ihrem Kriegs- und Totentanz

Sie wird auf ewig von sich schütteln

Die neue Welt des g’meinen Manns.

Es wird der Tag, doch wann er wird,

Hängt ab von mein und Deinem Tun. 

Drum wer mit uns noch nicht marschiert, 

Der mach‘ sich auf die Socken nun.“

Ich danke Ihnen.“

Jean Ziegler, schweizer Soziologe, Politiker, Autor, Globalisierungskritiker, Genfer Abgeordneter im Nationalrat für die Sozialdemokratische Partei, UN-Sonderberichterstatter – zuerst im Auftrag der Menschenrechtskommission, dann des Menschenrechtsrats, Mitglied der UN-Task Force für humanitäre Hilfe im Irak, Beirat der Bürger- und Menschenrechtsorganisation Business Crime Control konnte seine Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele niemals halten, weil er unerwartet wieder ausgeladen wurde.

Dieses Bonuskapitel ist mir ein besonders dringendes Anliegen. Hier findest Du meinen größten Wunsch: Helft mit, den Hunger der Welt endgültig zu stillen. Lass uns dieses Thema als unsere gemeinsame Aufgabe betrachten.

Rund 800 Millionen Menschen weltweit hungern, 98 Prozent davon leben in Entwicklungsländern. Heute, an dem Tag, an dem Du diese Zeilen liest, verhungern weltweit 26.000 Menschen. Jeder achte Mensch hungert, während sieben andere essbare Lebensmittel in die Tonne schmeißen. Klatsche in Deine Hände und zähle dabei mit: Bei jedem zehnten Klatscher stirbt ein Kind an Hunger.

Aber auch im reichen Deutschland gibt es Menschen, die unter der Armutsgrenze leben und sich ihre Essensrationen genau durchrechnen müssen.

Der Sündenbock ist immer ein Anderer. Einmal die Fleischindustrie, einmal die Rohstoff-Investoren, die Börsenspekulationen auf Grundnahrungsmittel, der Agrartreibstoff, … Aber eigentlich spielt es überhaupt keine Rolle, wer denn nun schuld daran ist. Das Einzige, das eine Rolle spielt, ist, dass wir alle zusammen in der Lage wären, den Hunger zu beenden, aber es nicht tun.

Im UN-Sozialpakt ist das Recht auf Ernährung als Menschenrecht tituliert. Aber was hilft dieses Recht den Hungernden, wenn es auf schönem Papier in feinst ausgewählter Formulierung steht?

Wir alle kennen die Schuldzuweisungen und die dekorativ ausgeschmückten Sätze über Machtgier und Ignoranz. Die Zeit der Worte ist endgültig vorbei. Jetzt ist die Zeit des Handelns gekommen.

Jedes Lebensmittel ist eine Kostbarkeit

Man kann Brot ohne Liebe geben, aber, wenn man Liebe gibt, so wird man auch immer Brot geben.

  • Leo Tolstoi –

Bewusst einzukaufen und weniger Lebensmittel in den Müll zu schmeißen ist für jedermann machbar. Das ist für Dich doch ein Leichtes. Wahrscheinlich tust Du das sogar schon. Du hast Dir angewöhnt, den Kühlschrank nicht vollzustopfen, wohlwissend, dass verschlossene Lebensmittel in die Tonne wandern, wenn man den Überblick verliert. Du isst nicht täglich Fleisch. Und wenn, dann greifst Du nicht zur Billigware, weil Du weißt, dass gesunde Lebensmittel auch ihren Preis haben.

Eigentlich bist Du schon bereit für den nächsten Punkt.

 

Inhalt: Hunger der Welt stillen mit Deinen 7 besten Freunden

  1. Mache Deine sieben besten Freunde mobil!
  2. Hunger stoppen in den Ländern der Dritten Welt

 


  1. Mache Deine sieben besten Freunde mobil!

Einer für alle, alle für einen – Unus pro omnibus, omnes pro uno.

Gemeinsam mit Deinen sieben besten Freunden wirst Du die Welt retten. Und Deine sieben besten Freunde mit ihren sieben besten Freunden. Und diese 49 Freunde retten wieder die Welt mit ihren sieben besten Freunden.

  • aus 343 Freunden werden 2.401
  • aus 2.401 Freunden werden 16.807
  • aus 16.807 Freunden werden 117.649

Beginne Dein Projekt in Deutschland

In Deutschland leben zwei Millionen Kinder in Armut. Die meisten sind Kinder aus Hartz IV-Familien. Ihnen bleibt nicht nur gesundes Essen teilweise verwehrt, sondern auch gute Bildung verwehrt. Zwei Dinge, von denen wir angenommen haben, dass es sie in Deutschland nicht mehr gibt.

Doch leider gibt es sie. Das Armen-Essen hat sich verändert. Heute essen diese Kinder mittags auch mal Nudeln mit Ketchup oder einen Teller Brühe. Jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in Armut.

Dabei wäre es doch so einfach, ihnen zu helfen. Was hindert so viele Menschen daran, etwas von dem zurückzugeben, was sie von dieser Welt, von ihrem Leben und ihrer Familie bekommen haben?

Nach Deinem erfolgreichen Deutschland-Hilfsprojekt ist noch so vieles zu tun!

 


 

2. Hunger stoppen in den Ländern der Dritten Welt

Solange ein einziger Hund in meinem Land nicht zu essen hat, besteht meine ganze Religion darin, ihn zu nähren.Swami Vivekânanda –

Die „Liste der Härten“ gegen Länder der Dritten Welt:

  • Afrika ist leergefischt.

Die EU hat Afrika mithilfe von Subventionen leergefischt. Afrika hat keine Fische mehr. Und weil die senegalesischen Fischer kein Geld mehr mit dem Fischen verdienen, verkaufen sie ihre Boote an Menschenhändler, die Menschen nach Europa schmuggeln. So lange es Subventionen dieser Art gibt, ist der freie Markt eine Lüge.

  • Die Gentechnik wird den Hunger in Afrika und Indien nicht beenden.

Ein Grund dafür ist, dass Saatgut, welches schon seit Jahrhunderten von afrikanischen Bauern weiterentwickelt wurde, bis zu vier Mal ausgepflanzt werden kann. Gentechnisch verändertes Saatgut kann nur einmal verwendet werden. Im nächsten Jahr muss neues Saatgut gekauft werden. Afrikas Bauen wollen ihr natürliches Saatgut verwenden. Auch das Versprechen der Verringerung des Einsatzes von Pestiziden bei gentechnisch veränderten Saatgut wurde gebrochen. Die Verwendung von Herbiziden hat laut Greenpeace seitdem sogar zugenommen.

Gentechnisch verändert Lebensmittel gelten als geistiges Eigentum und sind patentierte Nahrungsmittel. Damit würde sich die Dritte Welt noch erpressbarer machen. Im letzten Schritt könnten Patentierungen zu unvorstellbaren Preiserhöhungen auf Lebensmittel führen. Das ist ein Kampf mit unfairen Mitteln.

  • Afrika ist die Müllhalde der Welt.

Alles, was die Welt nicht mehr braucht, egal ob alte Autos, Kleidung oder Möbel – all das kommt nach Afrika. Und wer glaubt, seine Kleidung in Containern für einen guten Zweck zu spenden, irrt. Deine Kleidung wird nicht gespendet, sondern an afrikanische Importeure weiterverkauft.

  • Der Jungend in Afrika fehlt die Perspektive.

Deshalb gehen sie nach Europa. Die Globalisierung ist mit Schuld daran, dass sie wissen, wie die „Reichen“ in Europa leben. Sie wollen nicht hinnehmen, dass jemanden nur durch Geburtsrecht ein gutes Leben in den Schoß fällt, während sie selbst täglich ums nackte Überleben kämpfen.

Das UN-World-Food-Programme (WPF)

Die größte Organisation im Kampf gegen den Welthunger bringt Nahrungsmittel an Orte, an denen sie dringendst benötigt werden. Sie helfen den zivilen Opfern von Kriegen und Naturkatastrophen, so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu kommen. Dazu unterstützen sie die Menschen vor Ort mit den notwendigsten Lebensmitteln, Medikamenten, einem Schlafplatz und einer schnellen Hilfe, sich wieder ein eigenständiges Leben aufbauen zu können. Finanziert wird die Hilfsorganisation rein durch Spenden von Regierungen, Unternehmen und privaten Personen. Die Vision von WFP ist eine Welt, in der jeder einzelne Mensch Zugang zu gesunden, nährreichen und schmackhaften Nahrungsmitteln hat. Die Ziele der Organisation sind Leben retten und schützen, Ernährung sicherstellen, Existenzgrundlagen schaffen, Mangelernährung und aufgrund von Mangelernährung entstehende Krankheiten zu verringern. Auch Deutschland ist ein großzügiger Geldgeber, besonders in der Syrienkrise.

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

193 UN-Mitgliedsstaaten sind für 15 Jahre eine Partnerschaft eingegangen im Kampf gegen den Welthunger. Ihnen geht es jedoch um mehr. Ihre Vision ist es, Frieden und Wohlstand für alle Menschen zu schaffen, die Umwelt zu schützen und den Klimawandel zu stoppen. Der Vertrag zur Agenda wurde am 25. September 2015 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York unterzeichnet. Sie trat am 01. Jänner 2016 in Kraft. In diesem Vertrag wurden 17 globale Nachhaltigkeitsziele und 169 Sub-Ziele aufgelistet:

Sustainable Development Goals (SDG):

  1. Jede Form der Armut weltweit beenden
  2. Hunger besiegen, gesunde Ernährung sicherstellen und eine nachhaltige Landwirtschaft unterstützen
  3. Gesundes Leben für alle Menschen in jedem Alter gewährleisten
  4. Gerechte und hochwertige Bildung sowie die Möglichkeit, lebenslang zu Lernen für alle zugänglich zu machen
  5. Geschlechtergerechtigkeit für Mädchen und Frauen
  6. Zugang zu sauberem Trinkwasser, auch für sanitäre Einrichtungen, für alle sicherstellen
  7. Leistbare, zuverlässige, nachhaltige und moderne Energie für alle sichern
  8. Nachhaltige Wirtschaft, ertragreiche und menschenwürdige Erwerbstätigkeit für alle schaffen
  9. Infrastruktur aufbauen, nachhaltige Industrialisierung unterstützen, Innovation fördern
  10. Ungleichheit innerhalb und zwischen den Ländern abbauen
  11. Städte und Siedlungen sicherer und nachhaltiger gestalten
  12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsstrukturen schaffen
  13. Klimawandel mit allen möglichen Maßnahmen bekämpfen
  14. Ozeane im Sinne der nachhaltigen Entwicklung erhalten und nutzen
  15. Ökosysteme der Erde wiederherstellen, schützen und nur zur nachhaltigen Nutzung freigeben.
  16. Friedliche Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern. Allen Menschen gerechten Zugang zu Justiz ermöglichen und gerechte, zuverlässige, Institutionen aufbauen
  17. Mittel zu Umsetzung und Wiederbelebung der globalen Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung stärken.

An die ausbeuterischen Konzerne, die leider keine andere Sprache als diese verstehen: Hunger senkt die Arbeitskraft.

Also was hindert euch noch daran, den Hunger zu beenden?

Am 16. Oktober ist Welternährungstag!

Heute kontrollieren zehn internationale Konzerne etwa 85 Prozent der gehandelten Grundnahrungsmittel. Diese Konzerne entscheiden – über die Preisbildung – jeden Tag, wer isst und lebt oder wer hungert und stirbt. Sie haben eine Macht, wie sie nie ein Kaiser, König oder Papst in der Geschichte hatte. Ihre Macht ist größer als die der Staaten. Jean Ziegler in Abendblatt.de8

 


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