Flexibel bleiben (Teil 2)

Flexibel bleiben (Teil 2)

Flexibilität, Stress und Orientierung bei der Zielerreichung

Das lange Teilstück auf der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland hielt eine Menge Tücken für mich bereit. Hier teilt sich der Rhein oft in zwei Arme auf, von denen einer schiffbar ist, der andere zur Energiegewinnung genutzt wird. Häufig befand sich der Arm mit den Flussturbinen auf der deutschen Seite, so dass ich rechtzeitig in die Strommitte musste, um der Fahrrinne zu folgen. Ich wollte ja schließlich nicht über die Wehr stürzen und in den Turbinen zu Hackfleisch geschreddert werden.

Auf der Insel, die die beiden Arme teilt, stehen große Ampeln, die den Schiffsverkehr regeln. An diesem Abend konnte ich aber noch nicht einmal die Lichter erkennen, so dicht war der Nebel. Ich rief mein Team an. Auf die deutsche Seite hätten sie mehr als eine Stunde gebraucht, weil Brücken auf diesem Teilstück rar gesät sind. Auf der französischen Seite waren sie in zehn Minuten da. Als sie auf dem linken Ufer standen, riefen sie mich.

Stress im Nebel

Stress im Nebel

Nur per Rufen die Orientierung zu behalten, dabei aufzupassen, nicht durch die Strömung zu weit abgetrieben zu werden und zu allem Überfluss auf Turbinen und Schiffe zu achten, war zu viel. Ich war nicht mehr weit vom anderen Ufer entfernt, als von links mit hoher Geschwindigkeit ein Schiff heranrauschte. Meine Freundin hat mir anschließend erzählt, dass sie alle die Köpfe weggedreht hatten, um den grausigen Moment nicht mitansehen zu müssen, in dem ich von einem Boot überfahren werde. Ich hatte Glück: die Kollision blieb aus, ich war um Haaresbreite entkommen.

Wir machten dann erst einmal eine Pause. Der Nebel war ohnehin zu dicht – und mir war der Schreck ordentlich in die Glieder gefahren. Zeit für zwanzig Minuten Tiefschlaf.

Immer wenn es schlecht läuft und man denkt, dass es nicht schlimmer kommen kann, dann kommt es schlimmer. In derselben Nacht wurde mir an einer Schleusenanlage das Surfbrett geklaut. Ich wollte es nach der Schlafpause aufnehmen, aber es war nicht mehr da. Ich rief mein Team, sie zeigten mir die Stelle, wo sie es hingelegt hatten. Wir waren ratlos. Da befiel mich eine Gefühlsaufwallung, die sich zwischen rasender Wut, tiefer Verzweiflung und sarkastischer Hoffnung bewegte. Tatsächlich war mein erster Gedanke: „Na bitte, so kommst du einfach aus der Nummer raus!“ Es war zu viel auf einmal, ich hatte keine Lust mehr.

Ich war jetzt wirklich in seelischem Stress. Mein Team musste mir intensiv den Rücken stärken, bis ich wieder einen vernünftigen Gedanken fassen konnte. Erst dann begann ich, über Lösungen nachzudenken. „Wer kann uns bis morgen früh ein neues Brett besorgen?“, war meine nächste Überlegung. Ein zwanzig Kilo schweres Brett, so was allein klauen zu wollen, ist ja schon dämlich genug. Wie der Dieb das überhaupt in der freien Landschaft bewegen wolle, fragte ich mich. Dann fasste ich den nächsten Gedanken: „Wenn ich der Dieb wäre, was würde ich mit dem Brett wohl machen?“

Wir begannen das Gelände abzusuchen. Rund um unseren Liegeplatz schwärmten wir aus – und tatsächlich: in einem Vorgarten entdeckten wir das Surfbrett. Es wartete wohl auf den späteren Abtransport. Wir waren erleichtert. Aber ich hatte jetzt auch keine Ausrede mehr, die durch höhere Gewalt gestützt wurde. Ich musste weiter.

Worms war mein Ziel am dritten Tag gewesen. Ich erreichte die Stadt erst am vierten Tag. Die Nacht war so schwierig wie die davor. Nebelbänke, Schmerzen, Müdigkeit, Alleinsein, Stress. Nicht einschlafen zu dürfen war schwerer als je zuvor, nun, wo mein Körper seine Reserven angriff. Auch mental war ich angeschlagen: Ich musste ständig an meine Tante denken. Sie war in der Woche, bevor wir gestartet waren, ganz plötzlich viel zu jung gestorben. An diesem Tag sollte sie beerdigt werden – und ich konnte nicht einmal Abschied nehmen, weil ich ja auf dem Rhein war.

Mir wurde allmählich klar, dass ich zu viel Zeit verloren hatte. Es war nicht mehr zu schaffen, in sieben Tagen bis zur Mündung zu

Rheintreue

Rheintreue

paddeln. Ich machte trotzdem weiter. Immerhin erreichte ich vertrautes Gelände: Bald kamen die Regionen, die ich aus dem Training kannte. Die Loreley. Der Mittelrhein. Köln.

Das ist hart; nicht wahr? Da hat man sich sechs Monate lang vorbereitet, ein Team eingeschworen, alles gegeben – und dann scheitert es an einem Haufen kleiner und mittlerer Widrigkeiten!

Was hättest du gemacht? Angenommen, du hast dir ein ganz alltägliches Ziel gesetzt, zum Beispiel mit dem Rauchen aufzuhören. Du bist stolz wie Oskar, dass du seit sechs Wochen keine Zigarette mehr angerührt hast, längst hast du den Entzugsschmacht hinter dir – und dann kommt da dieser stressige Tag, der Streit mit dem Chef, die paar Bier zu viel am Abend. Da nimmst du die angebotene Kippe vom Thekennachbarn dankbar an. Und revanchierst dich mit einer, die du am Automaten ziehst. Du rauchst die ganze Schachtel leer. Und kaufst dir gleich am nächsten Tag wieder eine neue.

Ist damit dein Projekt endgültig beerdigt? Die „Mühen der Ebene“, so nennen viele die schwierige Phase, wenn der Zauber des Anfangs verflogen ist, wenn sich Schwierigkeiten einstellen, wenn sich Ziele als Illusion herausgestellt haben. Manche kommen damit klar, andere werfen das Handtuch. Es ist manchmal eine Typenfrage, aber auch eine Frage der mentalen Grundeinstellung und Stabilität. Mit anderen Worten: Schmeiß die frische Packung Zigaretten direkt in den Müll und fang wieder von vorne an mit dem Aufhören, dann hast du gute Chancen, es doch noch zu schaffen.

 

 

 

 


 

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Die Person Chris Ley

Buchautor Chris Ley

Sie werden auf dem Wellenritt Ihres Lebens begleitet. Dabei lernen Sie nicht nur, was Gesund ist und wie Sie sich fit machen oder halten, sondern vor allem, wie Sie es im Alltag umsetzen, durchhalten und Ihre ganz persönlichen Ziele auf langer Strecke erreichen – praxisnah und für jedermann, vom Spitzensportler bis zum Bewegungsmuffel. Setzen Sie auf den leidenschaftlichen Sportler, Buchautor („Die Welle deines Lebens“, „Motiviert Extrem“), Vortragsredner, Personal Trainer, Fitness-Coach und Weltrekordhalter im Stand-Up-Paddeln, der Ihnen durch seine Erfahrungen in hunderten Trainings und Coachings in Sachen Gesundheit, Fitness, Ernährung und Motivation zu mehr Wohlbefinden und beruflichen Erfolg verhilft und Ihr Experte rund um die Themen Motivation und Erfolg ist.

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